Verhütungscomputer-Test
Anna Groß am 21.06.2017

Wie funktionieren Verhütungscomputer? Welche Varianten es gibt und wie sicher die Empfängnisverhütung per Verhütungscomputer wirklich ist, erfährst du hier.

Verhütungscomputer

Wie funktioniert ein Verhütungscomputer?

Obwohl sie an den meisten Tagen keine Empfängnisverhütung brauchen, verhüten viele Frauen den gesamten Monat, oft mit hormonellen Verhütungsmitteln wie der Mini– oder Mikropille. Doch nicht alle Frauen wollen sich diesem permanenten Eingriff in ihren Hormonhaushalt aussetzen. Dann kann ein Verhütungscomputer die richtige Wahl sein.

Was ist ein Verhütungscomputer?

Mit einem Verhütungscomputer kannst du deine fruchtbaren Tage berechnen, damit du weißt, wann du schwanger werden kannst. Immerhin an acht bis neun Tagen im Monat besteht das Risiko einer Schwangerschaft. Mit einem Verhütungscomputer kannst du deine Fruchtbarkeit genau analysieren und protokollieren. Verhütungscomputer sind Messgeräte, die die Hormonkonzentration oder deine Körpertemperatur bestimmen. Aus diesen Daten werden deine fruchtbaren Tage errechnet.

Video: Verhütung ohne Hormone – diese Methoden gibt es

Ein Computer ist nur eine Möglichkeit, hormonfrei zu verhüten. Welche Möglichkeiten es noch gibt, sagt dir unser Video.

Varianten von Verhütungscomputern & ihre Anwendung

Verhütungscomputer gibt es in verschiedenen Varianten: Manche messen eine bestimmte Hormonkonzentration, andere funktionieren über Temperaturmessung. In einer weiteren Anwendungsvariante werden verschiedene Messungen miteinander kombiniert, wie bei der symptothermalen Methode, die sich mittlerweile bei den meisten Herstellern von Verhütungscomputern als Standard durchgesetzt hat.

#1 Hormonmessung

Der Verhütungscomputer bestimmt die Hormonkonzentratrion des luteinisierenden Hormons und des Östrogens in deinem Urin. Diese Hormone sind besonders wichtig, da sie deinen Menstruationszyklus und deine Fruchtbarkeit bestimmen.

Anwendung:

  1. Gib den ersten Tag deiner Menstruation in den Verhütungscomputer ein.
  2. Im Display kannst du ablesen, wann die ersten Messungen durchgeführt werden. Im ersten Monat sind es 16 Messungen, in den darauffolgenden nur noch acht.
  3. Tauche an den entsprechenden Tagen den Teststreifen in deinen Morgenurin und lege ihn in den Verhütungscomputer ein.
  4. Anhand der veränderten Hormonkonzentration werden deine fruchtbaren Tage ermittelt.

Pearl-Index: Der Pearl-Index liegt bei 5 bis 6 bei richtiger Anwendung.

Kosten: Die Kosten für einen Hormon-Computer liegen zwischen 85 und 120 Euro.

Video: Hormonmessung mit Persona

#2 Temperaturmessung

Die Messung deiner Aufwachtemperatur (Basaltemperatur) wird durch einen Verhütungscomputer vereinfacht, da der Verhütungscomputer alle Berechnungen selbst durchführt, sodass dir das Protokollieren erspart bleibt.

Anwendung:

  1. Miss jeden Morgen um die gleiche Uhrzeit deine Aufwachtemperatur. Kurz vor dem Eisprung steigt nämlich deine Körpertemperatur. Anhand dieser Temperaturschwankungen kann der Zeitpunkt deines Eisprungs ermittelt werden.
  2. Gib durch eine zusätzliche Taste den Beginn deiner Periode an.
  3. Deine unfruchtbaren Tage werden durch ein grünes Licht angezeigt, während rotes Licht deine fruchtbaren Tage signalisiert.

Pearl-Index: Der Pearl-Index liegt bei 0,8 bis 3.

Kosten: Die Kosten für einen Temperatur-Computer liegen bei 80 bis 120 Euro.

#3 Symptothermale Methode

Bei der symptothermalen Methode, auch natürliche Familienplanung (NFP) genannt, werden verschiedene Faktoren für die Berechnung der fruchtbaren, beziehungsweise unfruchtbaren Tage angewendet. Zum einen wird die Temperatur gemessen, zum anderen wird aber auch die Konsistenz des Zervixschleims berücksichtigt. Diese ist je nach Zyklusphase mehr oder weniger dickflüssig.

Anwendung:

  1. Miss morgens direkt nach dem Aufwachen und vor dem Aufstehen deine Körpertemperatur.
  2. Beobachte den Schleim, der im Gebärmutterhals gebildet wird und am Scheideneingang zu fühlen bzw. zu sehen ist.
  3. Temperatur- und Schleimbeobachtung werden zunächst unabhängig voneinander ausgewertet und dann die Ergebnisse verglichen.

Pearl-Index: Durch die Kombination der beiden Faktoren kommt die symptothermale Methode auf einen relativ sicheren Pearl-Index von 0,4 – vorausgesetzt, an den fruchtbaren Tagen wird, zum Beispiel mit einem Kondom, effektiv verhütet.

Kosten: Als Variante mit dem besten Pearl-Index musst du für einen symptothermalen Verhütungscomputer etwas tiefer in die Tasche greifen; du bekommst ihn ab 120 Euro.

Video: Symptothermalen Verhütungscomputer anwenden

Welche Vorteile hat ein Verhütungscomputer?

  • In die natürlichen Vorgänge des Körpers wird nicht eingegriffen.
  • Nebenwirkungen sind nicht bekannt.
  • Der Verhütungscomputer kann jederzeit ein- und auch wieder abgesetzt werden.
  • Du lernst deinen Zyklus besser kennen.
  • Du entwickelst ein natürlicheres Gefühl für deinen Körper.

Welche Nachteile hat ein Verhütungscomputer?

Verhütungscomputer Lebensstil

Die Verhütungsmethode lässt sich nur schlecht mit einem Party-Lifestyle vereinbaren.

  • Ein Schutz vor Infektionskrankheiten oder sexuell übertragbaren Krankheiten ist nicht gegeben.
  • Alkohol, Stress, Schlafmangel oder Erkrankungen können deine Körpertemperatur beeinflussen.
  • Medikamente können sich auf den Hormonhaushalt und auch auf die Konsistenz des Zervixschleims auswirken.

Da der Verhütungscomputer keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten bietet, empfiehlt er sich nur bei einer dauerhaften Beziehung. Außerdem ist es wichtig, dass du deinen Körper und deine Lebensumstände genau im Blick hast, da die Sicherheit dieser Verhütungsmethode ansonsten nicht gewährleistet ist. Der Verhütungscomputer empfiehlt sich deshalb eher für Frauen, die eine Schwangerschaft nicht unbedingt verhindern wollen, da relativ viele Faktoren die Ergebnisse eines Verhütungscomputers beeinträchtigen oder verfälschen können. Insbesondere für junge Frauen ist der Verhütungscomputer eher nicht geeignet, da sie oft einen unregelmäßigen Zyklus haben.

Der Verhütungscomputer ist eine Möglichkeit, auf natürlichem Wege gesundheitsschonend und ohne Hormone zu verhüten, aber nicht die einzige: Wir kennen auch noch weitere natürliche Verhütungsmethoden!

Bildquellen: iStock/simpson33, iStock/dolgachov

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