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Trauerphasen: Wie wir den Tod eines geliebten Menschen verarbeiten

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Trauerphasen: Wie wir den Tod eines geliebten Menschen verarbeiten

Wenn das Leben eines anderen Menschen endet, ist das ein Verlust für die Welt, aber am meisten leiden Angehörige. Für sie bricht ein Stück des eigenen Lebens weg. Dieser Trauer zu entkommen, ist für manche ein unmögliches Unterfangen und sie versinken darin. Andere wiederum suchen verzweifelt nach einer Möglichkeit, wieder in den normalen Alltag zurückzukehren. Psychiaterin und internationale Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross hat ganze 5 Stufen der Trauer erkannt und aufgeschrieben. Wir erklären sie dir!

Nicht mehr zur Arbeit gehen, keine Hobbys mehr ausüben und auch den Kontakt zu anderen Menschen meiden – wer gerade einen lieben Menschen verloren hat, schottet sich ab und versucht sich allein dem Kummer hinzugeben. Und das passiert in fünf Schritten.

Welche Trauerphasen gibt es?

#1 Leugnen

Wie Elisabeth Kübler-Ross beschreibt, beginnt unsere Trauer mit dem Leugnen. Wir können nicht fassen, dass der Mensch von uns gegangen ist. Ob Vater, Mutter, Großeltern oder Freunde – egal, wer geht, wir wollen es nicht wahrhaben. Zu akzeptieren, dass wir in dieser Trauerphase tatsächlich nicht akzeptieren, ist eine schwere Aufgabe. Denn wir fragen uns: „Ist das wirklich passiert?“ „Es kann doch nicht sein, dass wir uns nie wieder zusammen ein Abendessen kochen.“ So, oder so ähnlich, lauten die Sätze, die wir von uns geben. Verständlich, denn wenn jemand stirbt, brauchen wir eine Weile, bis wir das realisieren. Das ist völlig normal. So geschieht es auch, dass wir die verstorbene Person noch anrufen, oder ihr eine Nachricht schicken wollen.

Über den Tod und das Leben danach: Jubiläumsausgabe
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#2 Wut

„Wie kann diese Person es wagen, mich alleine zu lassen?“ oder „Warum ist er/sie nicht zum Arzt gegangen?“ sind die häufigsten Fragen in diesem Moment. Doch auch der Neid auf andere wächst. „Wieso habe gerade ich jemanden verloren?“ In dieser Trauerphase übermannt uns die Missgunst gegenüber anderen. Andere dürfen glücklich sein, erleben wunderbare Momente mit Familie und Freunden und man selbst kann das mit einigen Angehörigen nicht mehr. Das schürt Neid und lässt uns in unserer Trauer noch mehr versinken. Denn durch diese missmutige Art vertreiben wir auch oft die letzten Menschen, die uns Halt geben.

#3 Verhandlung

Laut der Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross zeichnet sich die dritte der Trauerphasen vor allem durch ihre Kurzweiligkeit aus. Wer jemanden durch eine Krankheit verloren hat, der gelobt sich „ich werde es besser machen“. Man möchte seinen Angehörigen nicht den Schmerz erfahren lassen, den man im Moment selbst fühlt und schwört sich, vorsichtiger zu sein, auf sich achtzugeben und dadurch länger zu leben. Man schließt einen Pakt mit sich selbst, aber auch mit „Gott“.

#4 Depression

Diese Phase der Trauer steht für die Angst vor einem weiteren Verlust, oft auch dem eigenen. Man setzt sich mit den Folgen des Ablebens auseinander. „Wer kümmert sich dann um die Kinder?“ „Wie wird mein*e Partner*in klarkommen?“ Man versinkt zunehmend in großer Trauer, da einem bewusst wird, wie endlich das Leben ist. Warum sich für irgendwas anstrengen? Wieso sollte man sich Hoffnungen auf etwas machen? Warum überhaupt noch Freude an etwas empfinden, wenn es am Ende eh nicht gut ausgeht? Die Depression ist eine der tiefsten Phasen der Trauer, denn sie ist diejenige, aus der Betroffene selbst kaum entfliehen können.

#5 Akzeptanz

„Es ist jetzt so“ – mit diesem Gedanken akzeptieren wir den Tod eines Menschen. Wir lernen, mit diesem Verlust umzugehen und zu verstehen, dass wir an diesem Zustand nichts mehr ändern können. Der Angehörige kommt nicht zurück. Wir sehen die Person nicht mehr wieder und das einzige, was bleibt, sind die Erinnerungen. Wichtig ist hierbei auch die Hoffnung. Die Hoffnung, dass man nicht ewig trauern wird und vielleicht auch der Glaube daran, dass es dem/der Verstorbenen nun besser geht.

Trauerphasen gelten auch für Krankheiten

Kübler-Ross bezieht die Trauerphasen auf viele Aspekte des Lebens. So auch auf Krankheiten. Angehörige von Kranken oder die Betroffenen selbst, haben oft mit dem Zustand des Krankseins zu kämpfen. Gerade dann, wenn es keinen Ausweg mehr gibt, neigen Kranke dazu, sich zu verlieren und Angehörige finden keinen Zugang mehr, können nicht helfen. Auch hier ist es wichtig, die Hoffnung zu bewahren. Vielleicht wird die betroffene Person nicht wieder gesund und dennoch: Sich aufzugeben, ist nicht der richtige Weg.

Trauer überwinden: Wie macht man weiter?

Wenn es um die Phasen des Trauerns geht, so geht damit jeder anders um. Manche stürzen sich ins Getümmel, andere ziehen sich zurück und wieder andere zeigen ihre Trauer ganz offen vor anderen und suchen dort nach Mitgefühl. Man sollte nie jemanden dafür verurteilen, wie er trauert, solange dabei niemand verletzt wird. Trauer ist menschlich und dauert bei jedem unterschiedlich lang. Jemandem vorzuschreiben, wie lange diese Phase sein soll, ist nie gut. Genauso sollten Trauernde ihre negativen Gefühle nicht an anderen auslassen. Wer trauert, der benötigt immer die Unterstützung anderer.

Bildquelle:

imago-images/Panthermedia, Antonio Guillem

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