Bridget Jones stürzt sich in neue Fettnäpfchen

Spätestens seit den rührenden Verfilmungen mit Renée Zellweger in der Hauptrolle gehört die liebenswerte Chaotin Bridget Jones, die auf der Suche nach dem großen Glück kaum ein Fettnäpfchen auslässt, zu den beliebtesten Figuren der Frauenliteratur. Schließlich entdeckt wohl jede Leserin ein Stück von sich in der charmanten Britin wieder. Nun erzählt Autorin Helen Fielding die Geschichte um Bridget Jones endlich weiter.

Bridget Jones: Verrückt nach ihm

Bridget Jones ist zurück

Ganze 14 Jahre hat es gedauert, bis Helen Fielding ihrer wohl populärsten Figur mit „Bridget Jones: Verrückt nach ihm“ endlich eine Fortsetzung gönnte. Angesichts dieser horrenden Wartezeit ist es kein Wunder, dass sich die Fans bereits vor der Veröffentlichung des Romans auf jedes Detail zur Story stürzten und den Schmöker ihrem Buchhändler beinahe aus den Händen rissen. Allerdings hat sich im Leben des liebenswerten Tollpatschs seit dem zweiten Teil „Bridget Jones: Am Rande des Wahnsinns“ einiges getan.

Bridget Jones zwischen Familienalltag und Toyboy

So ist Bridget Jones seit dem letzten Roman ein wenig gealtert, Reife und Weisheit scheint sie in der Zwischenzeit allerdings nicht erlangt zu haben. Stattdessen irrt die inzwischen 51-Jährige in gewohnt überdrehter Manier zwischen ihrem aufregenden neuen Job als Drehbuchautorin, ihrer Aufgabe als allein erziehende Mutter und ihrem vertrackten Liebesleben hin und her. Dass Bridget Jones bei diesem Balanceakt das eine oder andere Mal den Überblick verliert und auch kein Fettnäpfchen auslässt, liegt in der Natur der Sache und ist von Autorin Helen Fielding, die sich einmal mehr einige spannende Überraschungen für ihre Protagonistin ausgedacht hat, auch durchaus so gewollt. Insbesondere die Verkupplungsversuche ihrer Freunde, die Bridget Jones nach vier Jahren trostlosem Singledasein endlich wieder an den Mann bringen wollen, sorgen für reichlich Trubel. Glücklicherweise bleibt die Suche nach dem neuen Traummann aber nicht lange erfolglos: Über den Kurznachrichtendienst Twitter, den sie mittlerweile für sich entdeckt hat, lernt Bridget den 20 Jahre jüngeren – und nicht gerade unansehnlichen – Roxster kennen, der ihr Leben zusätzlich gewaltig auf den Kopf stellt.

Bridget Jones gibt einmal mehr Einblick in ihr Leben

Helen Fielding ist die Autorin der Bridget Jones-Romane

Helen Fielding erschuf Bridget Jones

In vielen liebgewordenen Dingen bleibt Helen Fielding aber auch in „Bridget Jones: Verrückt nach ihm“ ihren Prinzipien treu. So lässt sie ihre arme Protagonistin auch weiterhin tapfer mit ihrem Gewicht kämpfen, das sich mal in die richtige, aber leider auch viel zu häufig in die falsche Richtung entwickelt. Zudem lässt die Britin Bridget Jones dank des gewohnten Erzählformats in Form eines Tagebuchs erneut selbst aus ihrem Leben erzählen. Dank dieses bewährten Kunstgriffs gelingt es als Leserin im Handumdrehen, sich in die turbulente Gefühlswelt der Hauptfigur hineinzuversetzen. Da ist es kein Wunder, dass man schon nach wenigen Seiten voll in der Geschichte angekommen ist und so manches Mal denkt: „Auweia, das hätte auch mir passieren können!“ Beinahe fühlt man sich so, als wäre Bridget Jones nie weg gewesen – und das, obwohl der letzte Roman um die quirlige Chaotin bereits 14 Jahre zurückliegt.

Bridget Jones, die Dritte

Dieses Gefühl, dass Bridget Jones noch immer die Alte ist, mag hart gesottenen Fans der Reihe zwar gefallen, zugleich ist darin aber wohl auch die größte Schwäche des Romans zu finden. Schließlich fällt es sicherlich auch einigen treuen Leserinnen der Reihe schwer, es der Story abzunehmen, dass sich die gute Bridget auch im bereits etwas gesetzteren Alter von 51 Jahren in manchen Situationen noch immer wie ein liebestoller Teenager benimmt. Zwar sind die vielen Fettnäpfchen, in die Bridget Jones regelmäßig tritt, ein wesentlicher Bestandteil der Serie, doch ein wenig mehr Entwicklung hätte Helen Fielding ihrer beliebten Protagonistin und ihren Leserinnen schon zutrauen können. Wer über diesen kleinen Schönheitsmakel hinwegsehen kann, wird aber auch in „Bridget Jones: Verrückt nach ihm“ wieder einen heiteren und manchmal auch etwas nachdenklichen Frühlingsroman entdecken. Die ersten Lesestunden des Jahres im eigenen Garten, auf dem heimischen Balkon oder am sonnigen Badesee sind in jedem Fall garantiert – viele laute Lacher inklusive!

Endlich ist es so weit: Mit „Bridget Jones: Verrückt nach ihm“ hat Bestsellerautorin Helen Fielding die legendäre Buchreihe um die quirlige Chaotin Bridget Jones endlich fortgesetzt. Lange genug hat es ja auch gedauert! Die gute Nachricht: Die Wartezeit hat sich definitiv gelohnt. Mit ihrem gewohnten Esprit zaubert die inzwischen 51-jährige Protagonistin einmal mehr zahlreiche Lacher hervor, die den Roman zu einem amüsanten und kurzweiligen Erlebnis machen. Treue Fans von Bridget Jones werden daher auch vom dritten Band der Serie begeistert sein. Für Neulinge eignet sich der Band allerdings nur bedingt. Zum einen sollte man die Geschichte um Bridget Jones kennen, um an den vielen Verwirrungen seine Freude zu haben. Zum anderen fällt es der einen oder anderen Leserin, die Bridget Jones nicht schon seit Jahren begleitet, womöglich schwer, angesichts so mancher Fettnäpfchen nicht hin und wieder mit dem Kopf zu schütteln.

Helen Fielding: Bridget Jones – Verrückt nach ihm
Goldmann Verlag, broschiert, 512 Seiten, € 14,99

Bildquelle Cover: © Goldmann Verlag
Bildquelle Autorenfoto: © Alisa Connan

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