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Trauriger Sieg: Das ist die „Mogelpackung des Jahres“

Einen winzigen Geschenkgutschein in einen viel zu großen Karton zu verpacken, kann eine ganz lustige Idee sein, um den Beschenkten etwas zu verwirren. Beim Einkaufen wünschen wir uns jedoch eine Verpackung, mit der wir uns klar auf den Inhalt einstellen können. Leider nutzen Lebensmittelhersteller immer wieder Tricks, um den Inhalt durch die Verpackung größer erscheinen zu lassen. Das bleibt nicht ungestraft. Die Verbraucherzentrale Hamburg kürt jedes Jahr die „Mogelpackung des Jahres“. Wir zeigen, welches Produkt zum Sieger gekürt wurde und welche Mogelpackungen es außerdem ins Ranking geschafft haben.

Rund 3.000 Beschwerden über dreiste Mogelpackungen gingen 2020 bei der Verbraucherzentrale ein. Daraus wählte die Jury fünf Produkte aus, bei denen ganz klar geschummelt wurde. Bis zum 24. Januar konnte online über die größte Mogelpackung abgestimmt werden. Und das nutzen viele: Über 21.000 Menschen nahmen an der Umfrage teil, jetzt steht das Ranking fest.

Der Gewinner: Auf Platz 1 landet das Furcht Müsli von Seitenbacher

Was andere können, können wir schon lange, dachte man sich wohl bei Seitenbacher. Denn gerne werden Müslis heute als gesundes Frühstück zu teuren Preisen angeboten. Anstatt einfach den Preis des „Vollkorn Früchte Müslis“, das es bereits im Sortiment gab, zu erhöhen, führte Seitenbacher ein vermeintlich neues Produkt ein. Das „Früchte Müsli“ enthält die gleichen Zutaten, in der Packung sind jedoch nur noch 750 Gramm statt 1000 Gramm. Das Produkt hat abgespeckt, der Preis dafür zugelegt: Er wuchs von 3,79 auf 4,99 Euro. Das kam bei den Verbraucher*innen gar nicht gut an. Ganze 54,5 Prozent der Teilnehmer*innen an der Online-Umfrage sahen das Müsli als die Mogelpackung des Jahres.

Immerhin 18,8 Prozent stimmten für diese Schokoladen-Produkte. Die Diät, der sich die Schoko-Osterhasen und Weihnachtsmänner von Milka unterzogen haben, würden wir wirklich niemandem empfehlen: Weniger wiegen und trotzdem fülliger aussehen? Zumindest in der Welt des Herstellers Mondelez ist dies das große Ziel. 2019 wog der Milka Schoko-Weihnachtsmann noch 50 Gramm, 2020 sind es nur noch 45, optisch ist er jedoch ein wenig gewachsen. Ähnlich ging es auch seinem Freund, dem Osterhasen. Während der jedoch noch zum gleichen Preis in den Regalen stand, wurde der Weihnachtsmann sogar teurer. Eine ganz klare Mogelpackung, die nur bemerkt, wer die Gewichtsangaben auf beiden Packungen vergleicht.

Platz 3: Whiskas Knuspertaschen

Während Katzenbesitzer*innen sich ärgern, dürften ihre Stubentiger sich vermutlich über diesen Trick freuen. Nicht nur reduzierte Mars die Menge der Whiskas Knuspertaschen bei gleichem Preis von 72 auf 60 Gramm, der Hersteller änderte auch die Verzehrempfehlung. Katzen brauchen von nun an 12, statt 11 Knuspertaschen am Tag – und die einzelnen Taschen sind auch noch schwerer geworden. Win:Win für die Katzen und Mars. Verliere*innen sind hier nur die Dosenöffnenden. 4,3 Prozent der Teilnehmer*innen sahen diesen Missstand als die schlimmste Mogelpackung.

Platz 4: Bifi Minisalami

Bei den Bifi Minisalamis könnten Verbraucherinnen und Verbraucher zunächst davon ausgehen, dass die Preiserhöhung ganz einfach daran liegt, dass jetzt eine Salami mehr in der Packung ist. Sechs statt fünf. Die einzelnen Bifis sind allerdings leichter geworden, wiegen nur noch 22,5 statt 25 Gramm. Somit sind in der Packung insgesamt nur 10 Gramm mehr, gezahlt wird jedoch für 25 Gramm. Die Rechtfertigung des Herstellers ist irgendwo nachvollziehbar. Schließlich ist Billig-Fleisch ein echtes Problem. „In den zurückliegenden Monaten sind die Gestehungskosten für die Landwirte extrem gestiegen. Durch einen höheren Preis für das Fleisch haben wir dies ausgeglichen“, erklärte Hersteller Jack Link‘s den Preisanstieg. Ob das jedoch dafür sorgt, dass in der Fleischindustrie bald wirklich bessere Arbeits- und Haltungsbedingungen gelten, ist fraglich. Deshalb stimmten 3,9 Prozent der Abstimmenden für die Minisalami.

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Weiterer Kandidat: Kinderschokolade

Erst vor fünf Jahren erhöhte Ferrero den Packungsinhalt der Kinderschokoladen-Riegel von acht auf zehn Riegel. „Dauerhaft mehr Inhalt 10 Riegel 125 g“, warb der Konzern. 2020 machte der Hersteller dann doch einen Rückzieher. Die Packung enthält wieder nur acht Riegel. Dafür zahlte man 2015 noch 99 Cent, heute sind es 1,29 Euro. Auch im Vergleich zu den 1,55 Euro, die man zuvor für die 10er-Packung zahlte, ist das ein Preisanstieg. Die Teilnehmer*innen empfanden die anderen Kandidaten aber als schlimmer, die Kinderschokolade ist also nochmal mit einem blauen Auge davongekommen.

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Bildquelle: istock/SDI Productions, Verbraucherzentrale Hamburg

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