panikattacke erkennen
Nina Rölleram 18.04.2018

Ich höre folgenden Satz in amerikanischen Serien und Filmen immer wieder: „I think I’m having a panic attack!“ Daraufhin rastet die Person aus, hyperventiliert oder ist einfach nur ein bisschen aufgebracht. Ich habe mich immer gefragt, ab wann man eigentlich von einer Panikattacke sprechen kann und musste nach meiner Recherche feststellen: Ich hatte anscheinend bereits eine, ohne es zu wissen!

Anders als bei vielen körperlichen Krankheiten lässt sich bei psychischen Problemen häufig schwieriger eine eindeutige Diagnose stellen. Im Sprachgebrauch hat sich nicht nur „depri“ etabliert, auch wenn die betroffene Person nicht ernsthaft an Depressionen leidet, sondern auch die (vermeintliche) Panikattacke. Ich habe zumindest schon öfter von Menschen in meinem Umfeld gehört, dass sie eine Panikattacke hatten, als sie ein Uni-Referat halten mussten oder sich tierisch über jemanden aufgeregt haben.

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Vielleicht tue ich diesen Menschen aber auch unrecht damit, ihnen Übertreibung zu unterstellen. Denn wie Dr. Jürgen Margraf, eine der führenden Angstforscher, dem Magazin Myself verrät, leiden viele Menschen unter Panikattacken – Frauen seien sogar doppelt so häufig betroffen. Solltest du nur eines der folgenden sieben Symptome erlebt haben, muss dies noch nicht für eine Panikattacke sprechen, treffen jedoch mehrere zu, hattest du schon mal eine:

#1 Dein Herz rast

Typisch für eine Panikattacke ist ein erhöhter Herzschlag. Dieser wird vor allem dann immer heftiger, sobald du dir dessen bewusst wirst: Herzrasen kann eine Gedankenspirale und eine panische Reaktion auslösen, sodass du dich nur noch darauf konzentrieren kannst.

#2 Du hast Atemnot

Ähnlich ist das mit der Atmung. Es ist selbst im normalen Zustand schon irritierend, wenn man sich seiner Atmung bewusst wird, weil dieser körperliche Vorgang sonst unbewusst gesteuert wird. Ich habe genau dies ein mal auf einer kräftezehrenden Wanderung in der Sommerhitze erlebt: Beim Besteigen eines Berges bekam ich plötzlich das erste Mal in meinem Leben einen Asthmaanfall. Dieses ungewohnte Engegefühl in der Brust, das wohl nur wenige Sekunden andauerte, versetze mich allerdings so sehr in Panik, dass der Zustand wesentlich länger anhielt und ich es kurz mit der Angst zu tun bekam. Was ich bisher als normalen Asthmaanfall abgestempelt hatte, war wohl doch eine Art Panikattacke. Mit meiner Atmung ist nämlich sonst alles in Ordnung, dieser kurze Aussetzer hatte mich jedoch so sehr aus der Fassung gebracht, dass ich einige Minuten brauchte, um die Panik loszuwerden.

#3 Deine Hände und Füße kribbeln

Auslöser von Panikattacken sind in der Regel körperliche Reaktionen, die als Aussetzer wahrgenommen werden. Es kann auch passieren, dass du ein kribbelndes oder taubes Gefühl in deinen Händen oder Füßen spürst und es eine automatisierte Panik auslöst. Sobald du dich dann auf dieses seltsame Gefühl fokussierst, wirst du es noch stärker wahrnehmen und panisch werden.

#4 Du hast Angst zu sterben

All diese körperlichen Reaktionen können als dermaßen beängstigend wahrgenommen werden, dass du für kurze Zeit wirklich Angst hast zu sterben. Diese Panik dauert in der Regel nur wenige Sekunden oder Minuten an, kann aber einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Panikattacken können auch Teil einer Angststörung sein. Die taz-Redakteurin Franziska Seyboldt spricht im Interview mit uns über ihre persönlichen Erfahrungen.

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#5 Du fühlst dich nicht mehr wie du selbst

Es klingt paradox, aber obwohl sich Menschen während einer Panikattacke stark auf ihre körperlichen Reaktionen fokussieren, fühlen sie sich oft von sich selbst entfremdet. Auf einmal fühlt sich nämlich alles komisch an, weil ansonsten automatisch ablaufende Vorgänge bewusst wahrgenommen werden.

#6 Du weißt nicht mehr, wo du bist

Es kann auch passieren, dass du dich zwar noch wie du selbst fühlst, dafür aber dein Umfeld nicht mehr erkennst. Auch wenn es sich dabei nur um einen kurzen Aussetzer handelt, kann auch daraus eine Gedankenspirale entstehen, die dir immer mehr Angst macht.

#7 Du denkst, du wirst verrückt

Das kann so weit gehen, dass du innerhalb kürzester Zeit denkst, du würdest völlig verrückt werden, weil du keinen klaren Gedanken mehr fassen kannst. Diese Angst wiederum kann zu Herzrasen führen, wodurch ein Kreislauf entsteht.

Den Angstkreislauf durchbrechen

Eine akute Panikattacke lässt sich am besten stoppen, indem man sich des sogenannten Angstkreislaufs bewusst wird. Ich habe den Teufelskreis einer Panikattacke am besten durch dieses Video verstanden, in dem der Psychologe Prof. Matthias Berking von der Leuphana Universität Lüneburg die einzelnen Schritte leicht verständlich erklärt:

Treten Panikattacken jedoch häufig auf, können sich Betroffene nicht so einfach selbst helfen, indem sie mal eben den Angstkreislauf durchbrechen. Sobald du merkst, dass dich die Angst vor erneuten Panikattacken einschränkt, solltest du mit einem Psychotherapeuten oder Psychiater darüber sprechen, um die passende Therapiemöglichkeit für dich zu finden. Hast du schon mal eine Panikattacke erlebt? Erzähl mir von deiner beängstigendsten Erfahrung in den Kommentaren!

Solltest du oder eine dir nahe stehende Person unter Panikattacken leiden und weißt nicht mehr weiter, kannst du dich für einen ersten Rat anonym, kostenlos und rund um die Uhr an die Telefonseelsorge unter 0800/1110111 und 0800/1110222 wenden. Ebenso ist eine Beratung via Email möglich unter https://ts-im-internet.de. Weitere hilfreiche Informationen findest du auf http://www.telefonseelsorge.de.

Bildquelle:

iStock/swilmor


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