Anna-Maria von Kentzinsky am 28.10.2015

Fußball ist eine Männerdomäne. Frauenfußball wird nur belächelt. Frauen und Fußball passen nicht zusammen. Stimmt? Stimmt nicht! Die meisten Männer betreiben Fußball ohnehin nur vor dem Fernseher und nicht auf dem Rasen, warum also auf diese Stimmen hören? Fakt ist: Um fit zu werden und einen straffen, athletischen Körper mit wohlgeformten Beinen zu bekommen, ist Fußball wie gemacht.

Viele Frauen quälen sich regelmäßig in die Joggingschuhe, um dann gefühlt stundenlang auf einem Laufband durch die Eintönigkeit zu joggen. Oder um den heimischen Ententeich. Immer und immer wieder, tagein, tagaus. Da kann ja nur Langeweile aufkommen, die dann so gut es eben geht mit Musik oder gar (im Falle des Laufbandes) mit Fernsehen bekämpft werden muss – dabei ist schon längst bekannt, dass man nur wenig effektiv trainiert, wenn man sich beim Sport auf einen Bildschirm konzentriert. Damit ist vielleicht das Gewissen beruhigt – schließlich ist man brav gelaufen – doch dem erhofften Trainingsziel, den geschmolzenen Pfunden oder der straffen Linie ist man nicht viel nähergekommen. Bereits 2010 führte die Universität Kopenhagen eine sportwissenschaftliche Studie durch, bei der die Vorteile von Fußball gegenüber dem Joggen klar herausgestellt wurden.

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Fußball: Hier kommen Ausdauer, Kraft, Geschicklichkeit und Strategie zusammen

Dabei wurden untrainierte Frauen im Alter zwischen 20 und 47 Jahren in drei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe durfte bequem die Füße hochlegen und sich entspannen, während eine Gruppe einmal wöchentlich joggen ging und sich die letzte Gruppe ebenfalls einmal in der Woche auf dem Fußballfeld austobte. Nach 14 Wochen wurden die Frauen auf ihre Fitness hin untersucht und siehe da: Die Kickerinnen lagen mit im Vergleich zu den Joggerinnen deutlich besseren Cholesterin-, Puls- und Fettwerten klar vorn. Bei der weiterhin sportbefreiten Gruppe tat sich gesundheitlich natürlich nichts.

Fitmacher Fußball

Doch woran liegt es eigentlich, dass Fußball so viel effektiver ist als Joggen? Schauen wir uns den „Volkssport“ einmal genauer an: Ein Fußballfeld ist zwischen 90 und 120 Meter lang und 45 bis 90 Meter breit. Das ist eine ganz schön große Fläche, wenn man bedenkt, dass sie von gerade einmal 22 Menschen bespielt wird. Damit da der Ball nicht traurig ins Leere rollt und die Gegnerin ihn nicht einfach „einsammelt“, musst Du ständig in Bewegung sein und Dich joggend über das Feld bewegen – mit und ohne Ball. Ausdauer: Check. Doch was ist das? Da ergibt sich eine Möglichkeit, das Tor ist weit offen, die Chance muss einfach genutzt werden. Du rennst so schnell Du kannst Richtung Tor, den Ball immer vor Dir. Sprintkraft: Check. Eine gegnerische Spielerin nähert sich von rechts, Du musst den Ball nun nicht einfach vor Dir her bewegen, sondern passt ihn zu Deiner Mitstreiterin. Beweglichkeit, Koordination und Geschicklichkeit: Check. Das Ziel nähert sich, Du bekommst den Ball zurück, setzt zum Kick an und – beförderst mit einem gekonnten Kick das Runde ins Eckige! Schnellkraft: Check. Jubel, Euphorie und Triumph: Check. Das Joggen ist also nur die Basis für Fußball, darüber hinaus sind auch Sprints, Geschicklichkeit, Koordination, Genauigkeit, Balance, Kraft, Durchhaltevermögen, Kraftausdauer und Schnellkraft gefordert. Kicks gehören genauso dazu wie Sprünge, Beweglichkeit und schnelle Reflexe. Joggen hingegen stellt eine recht einseitige Belastung dar, um Dich besser zu fordern und effektivere Trainingseffekte zu erzielen, müssen beim Laufen bewusst unterschiedliche Trainingsmethoden wie beispielsweise das Intervalltraining eingesetzt werden. Der Körper gewöhnt sich eben bei der täglichen Runde um immer denselben Ententeich an jede Kurve und jede Wurzel – und muss sich irgendwann keinen Herausforderungen mehr stellen. Beim Fußball absolvierst Du ein intensives Intervalltraining kombiniert mit unterschiedlichen Übungen im Zufallsprinzip – auf diese Weise werden Deine Muskeln sowie Dein Herz-Kreislauf-System multifunktional gefordert. Eintönigkeit wird es auf dem Rasen garantiert nicht geben – weder für Deinen Körper, noch für Deinen Kopf.

Fußball: Der Sport für Strategen

Während der Sport schon körperlich immer wieder neue Herausforderungen für Dich bereithält, muss auch Dein Geist hellwach sein. Ohne eine saubere Technik ist es nämlich nicht so einfach, den Lederball genauso zu treffen, dass er auch wirklich dort ankommt, wo er hinsoll. Das ist natürlich noch nicht alles. Fußball ist ein Wettkampf, bei dem man nur gewinnen kann, wenn das gesamte Team zusammen funktioniert wie ein gut geölter Motor. Du musst Dich auf Deine Mitspielerinnen verlassen können und sie sich auf Dich. Dabei überlasst ihr nichts dem Zufall, Taktik gehört zum Fußball wie das Amen in die Kirche. Mit der Spielstrategie im Hinterkopf musst Du immer beobachten, was um Dich herum passiert und beispielsweise abwägen, welche Deiner Mitstreiterinnen in Deiner Nähe für den nächsten Zug frei ist. Du musst also die Lage auf dem Platz im Blick haben und analysieren. Tust Du das nicht, verpasst Du vielleicht einen Ball, der Dir zugepasst wird oder übersiehst eine Lücke, die Du jetzt füllen solltest. Solche strategischen Pläne umzusetzen, während man gerade körperliche Höchstleistung bringt, erfordert Konzentration und Wachsamkeit. Es stärkt sie aber auch und schult gleichzeitig das Taktikdenken – das Dir sicherlich auch in anderen Lebenssituationen weiterhelfen wird.

Gemeinsam stark: Fußball ist Teamsport

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Im Team besiegst Du den inneren Schweinehund leichter

Knurrend steht er vor Dir, der innere Schweinehund. Jetzt die Laufschuhe anziehen und joggen gehen? Eigentlich müsstest Du ja noch die Wäsche waschen. Eigentlich könntest Du auch mal wieder die Bücher nach Größe sortieren. Oder Dich einfach aufs Sofa legen und den Tag Tag sein lassen. Eigentlich. Joggen gehen die meisten allein. Das bedeutet aber auch, dass niemand dazu motiviert, jetzt raus zu gehen und sich zu bewegen. Es gibt keinen Teamgeist, keine Verpflichtung, die anderen nicht hängen zu lassen. Für einige Menschen funktioniert das wunderbar, doch seien wir mal ehrlich: Die meisten lassen sich nur zu schnell vom inneren Schweinehund in die gemütliche Ecke des Sofas treiben und verharren dort, bis er sich friedlich schlafend auf dem Teppich zusammengerollt hat. Wenn Du weißt, dass Du zu dieser Sorte Mensch gehörst, kann ein bisschen selbstauferlegtes Pflichtgefühl nicht schaden. Da kommt Fußball gerade recht, denn hier wären es gleich ein Haufen Mädels, die Du hängen lassen würdest. Und wenn es auf dem Platz dann mal richtig anstrengend wird, Du nicht mehr kannst und beim Joggen schon längst eine Pause eingelegt hättest, ist Dein Team für Dich da. „Nicht aufgeben“, „Du schaffst das“, „Komm, ein bisschen noch!“ Wenn andere Dich anfeuern, kannst Du all Deine Energie noch einmal mobilisieren und Dich dann gemeinsam mit Deinem Team über Deinen eisernen Willen freuen.

Joggen ist Dir zu langweilig und eintönig? Dann probiere es einmal mit Fußball. Es gehört zu jenen Sportarten, die Deinen gesamten Körper auf vielfältige Art und Weise beanspruchen und Dich so richtig fit werden lassen. Wenn Du Dich gern auspowerst, Dich von einem Team motivieren lässt und hinterher mit den Mädels noch gemütlich etwas trinken gehst, ist Fußball auf jeden Fall eine Sportart für Dich.

Bildquellen: iStock/clsgraphics, iStock/Wavebreakmedia


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  • Anna-Maria von Kentzinsky am 28.10.2015 um 11:49 Uhr

    Bist Du in Sachen Fußball eher Spielerin oder Zuschauerin?

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