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Laut Drosten

Studienergebnisse weisen auf Corona-Immunität durch Erkältungen hin

Studienergebnisse weisen auf Corona-Immunität durch Erkältungen hin

Corona, Covid-19, Sars-Cov2 – wenn wir über das neuartige Coronavirus sprechen, begegnen uns gleich mehrere Namen. Das liegt daran, dass es eine ganze Reihe von Coronaviren gibt. Die meisten davon sind jedoch bedeutend harmloser als das neue Virus Sars-Cov2, das die Krankheit Covid-19 auslöst. Und doch könnten sie mehr gemeinsam haben als bisher gedacht. Studienergebnisse legen jetzt nämlich nahe, dass eine Erkältung, ausgelöst durch altbekannte Coronaviren, die Immunität gegen Sars-Cov2 erhöhen könnte. Darüber sprach auch Virologe Christian Drosten im NDR-Podcast „Coronavirus Update“.

Zunächst warnte der Virologe in einer früheren Podcast-Folge davor, dass Antikörper-Tests, mit denen eine Immunität gegen Sars-Cov2 nachgewiesen werden soll, noch nicht aussagekräftig genug seien. Der Grund: Die Tests könnten auch auf Antikörper gegen andere Coronaviren reagieren. Die seien hierzulande immerhin für bis zu 15 Prozent der Erkältungen verantwortlich.

Diese Tatsache führt zu einer naheliegenden Frage: Wenn die Antikörper so ähnlich sind, dass Tests darauf anspringen, könnten sie dem Körper dann nicht auch im Kampf gegen das neuartige Virus helfen? Dafür gab es bisher nur wenige Anhaltspunkte. Doch jetzt lassen eine Studie der Charité und Beobachtungen aus China erste Hoffnung aufkommen.

Studie aus China: Ansteckungsgefahr bei vorher Erkälteten geringer?

Für die chinesische Studie wurden Haushalte, in denen ein Infizierter lebte, genau beobachtet. Normalerweise würde man davon ausgehen, dass die Ansteckungsgefahr ziemlich hoch ist, wenn man mit einem Infizierten unter einem Dach lebt. Kommt man sich doch unweigerlich sehr nah. Doch das Überraschende: Es steckten sich nur 12 bis 13 Prozent der Haushaltsangehörigen mit dem Virus an. Die naheliegende Erklärung könnte darin liegen, dass es tatsächlich bereits eine Art unbemerkte Immunität gegen das Virus in der Bevölkerung gibt.

„Es ist durchaus so, dass wir damit rechnen, dass es möglicherweise eine unbemerkte Hintergrundimmunität gibt“, erklärte Drosten im Podcast. Demnach könnten Menschen, die in den letzten ein bis zwei Jahren an einer Erkältung, ausgelöst durch Coronaviren litten, tatsächlich bereits geschützt sein. Allerdings hinterlassen die Studienergebnisse noch eine gewisse Restunsicherheit. Immerhin ist die Erklärung für die geringe Ansteckungszahl bisher lediglich eine Vermutung. Um sicher zu gehen braucht es weitere Untersuchungen.

Beobachtungen von Charité-Forscherteam stützen diese Annahmen

Untersuchungsergebnisse, die die Thesen der chinesischen Forscher stützen, gibt es nun von einem Forscherteam der Charité in Berlin. Die Wissenschaftler im von Professor Drosten geleiteten Fachbereich untersuchten sogenannte T-Zellen. Die sind im Blut für die Immunabwehr zuständig. Das überraschende Ergebnis: 34 Prozent der Patienten, die nie Kontakt mit Sars-Cov2 hatten, besaßen trotzdem entsprechende T-Zellen. Christian Drosten warnte jedoch zugleich davor, aus diesen Ergebnissen automatisch zu schließen, 34 Prozent der Bevölkerung seien bereits immun gegen das Virus.

Vorsicht vor falscher Sicherheit

In den letzten zwei Jahren waren vermutlich die meisten von uns mindestens einmal erkältet. Das ist jedoch kein Grund sich nun in falscher Sicherheit zu wiegen und auf Schutzmaßnahmen zu verzichten. Immerhin ist noch nicht klar, ob eine Corona-Erkältung wirklich immun macht. Außerdem wissen wohl die wenigsten von uns, welches Virus ihre letzten Erkältungen ausgelöst hat. Schließlich gibt es hier etliche Erreger, die nichts mit Corona zutun haben müssen.

Christian Drosten weist außerdem darauf hin, dass die Schutzmaßnahmen auch bei einer möglichen Hintergrundimmunität unumgänglich sind. Denn selbst wenn man diese mit in Modellberechnungen aufnimmt, wäre das Gesundheitssystem ohne Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung schnell überlastet.

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