Kitesurfen – Viel Spaß, doch bitte mit Vorsicht genießen!

Kiting

Kiting: Mit dem Gleitschirm und dem Surfboard
in die Luft

Strand, Meer, Sonne – im Sommerurlaub liegen die meisten Menschen faul am Strand und lassen sich die Sonne auf den Pelz scheinen. Macht auch Spaß, doch viel cooler und bewundernswerter sind doch die, die auf dem Wasser an einem Schirm hängend mit ihrem Board das Meer unsicher machen. Kitesurfen oder kurz Kiten ist die absolute Trendsportart der letzten Jahre, die ich mir nicht entgehen lassen möchte.

Ich informiere mich vorab, wo man in der Welt am besten Kitesurfen kann und stoße auf folgende Hot Spots:

– Ijsselmeer, Niederlande
– Sotavento, Spanien (Fuerteventura)
– Rhodos, Griechenland
– Coche, Venezuela
– Spiekeroog, Deutschland
– Norddeich, Deutschland

Ich entscheide mich für das Ijsselmeer und buche einen Kite Kurs, denn mit der Naturgewalt Wind in Verbindung mit Wasser sollte man wirklich nicht spaßen! Am ersten Tag geht mein schnuckeliger Kitelehrer mit mir an den Strand, packt einen kleinen Kite aus und erklärt mir erst mal, wie man den Drachen fliegen lässt und lenkt. Na, das klappt nach zwei Stunden schon mal ganz souverän.

Kitesurfen ohne Wind ist wie Sonnenbaden ohne Sonne

Dann kommt der eher uninteressante Teil, aber einer der wichtigsten: die Theorie. Windkunde ist das Stichwort, denn beim Kiten muss man penibel auf die Windrichtung und –stärke achten. Man unterscheidet:

– Offshore – ablandiger Wind
– Onshore – auflandiger Wind
– Sideshore – seitlicher Wind
– Sideonshore – seitlich auflandiger Wind
– Sideoffshore – seitlich ablandiger Wind

Mit diesen Begriffen beschreibt man die Windrichtung in Bezug zur Küste, die absolut relevant für das Kitesurfen ist. Sideshore bedeutet, dass der Wind von der Seite, also parallel zur Küste kommt. Mit Sideonshore und Sideoffshore bezeichnet man schräg auflandigen bzw. ablandigen Wind. Onshore und ofshore Winde sind gerade Winde, die auf‘s Land bzw. auf‘s Meer hinaus wehen. Doch welcher Wind ist jetzt für mich geeignet?

Kitesurfen

Kitesurfen ist die Trendsportart des Sommers!

Grundsätzlich sollte man als Anfänger nur dann auf‘s Wasser, wenn der Wind Sideshore ist, denn bei offshore Wind besteht die Gefahr, dass man bei einem Sturz vom Wind auf‘s offene Meer hinaus gepustet wird. Auch das ist die Gefahr beim sideofshore Wind. Beim onshore Wind hingegen könnte man meinen, es sei der sicherste Wind, denn er treibt einen in jeder Situation auf‘s Land zurück! Doch das ist ein Trugschluss: Der Wind kann nämlich eine solche Kraft entwickeln, dass man einfach so auf‘s Land gepustet wird! Das ist schlecht für einen selbst und für die, die sich am Strand von der Sonne bräunen lassen. Aus diesem Grund ist es auch wirklich wichtig, einen Kurs zu machen. Man setzt sich Kräften entgegen, die nur schwer von uns kontrollierbar sind. Die Windstärke ist insofern wichtig, da von ihr abhängig ist, welche Größe der Schirm hat. Je weniger bft (= Beaufort, ist die Maßeinheit der Windstärke) man hat, desto mehr Quadratmeter muss der Schirm haben. Doch die Theorie ist noch nicht zu Ende.

Die Power Zone beim Kitesufing

Man bewegt seinen Kite in einem speziellen Fenster, in dem es Bereiche mit weniger Wind und Bereiche mit mehr Wind gibt. Der stärkste Wind ist in der Power Zone, die sich immer frontal vor einem befindet. Wenn der Kite dort steht, hat er die meiste Power. Befestigt ist der Kite mit Seilen an einer Bar, die man wiederum in ein Trapez klemmt, dass man sich über den Neoprenanzug ziehen muss. Damit ist man fest mit dem Kite verbunden. Soviel zur Theorie – jetzt ich will auf‘s Brett! Doch das muss noch eine Nacht warten.

Zum ersten Mal in der Luft

Am nächsten Kurstag soll ich mich, vorerst ohne Brett, durch das Wasser ziehen lassen. Das macht Spaß, nur das Salzwasser schmeckt etwas bescheiden – und es sollte nicht die einzige Situation werden, in denen ich mir einen Schluck Salzwasser aus dem Meer gönne… Nach ein paar Wasserübungen ohne Kiteboard zeigt mir mein Trainer mein Gefährt für die nächsten Stunden, das ich auch nur wenige Minuten später an meinen Füßen kleben habe. Ich muss schon sagen, dass mein Angstpegel in diesem Moment ins unermessliche steigt. Zusammengehockt – mit dem Rücken auf dem Wasser liegend – stelle ich den großen Kite direkt über mir am strahlend blauen Himmel auf, der Strand liegt seelenruhig mit seinen Beobachtern zu meiner Rechten. Ich lenke den Kite langsam nach rechts und dann nach links direkt in die Power Zone, in der der Schirm ja die meiste Kraft entwickelt! Der Kite zieht mich dankenswerterweise aus dem Wasser – leider mit so viel Power, dass er mich geradewegs über das Brett, hinter sich her, ins Wasser zieht! Platsch! Prost Salzwasser!

Nur für einen kurzen Moment liege ich im Wasser, aber der Kite ist so gut und zieht mich wieder raus. Leider ohne jegliche Kontrolle von mir! Das ist schlecht – und genau die Gefahr, wenn man es ohne Trainer macht. Mit einem beherzten Griff kann man den Kite nämlich entpowern! Danach fällt er komplett in sich zusammen und ruht auf dem Wasser… als wäre nichts gewesen.

Ich bin fix und fertig – was für ein Start in mein Kiteleben. Aber es muss weitergehen. Nach zahlreichen Starts, Stürzen und hilfreichen Tipps meines Kite-Lehrers schaffe ich es am Ende des Tages tatsächlich und kann so einigermaßen an der Küste entlangfahren. Was für ein Erfolg – ich bin stolz auf mich. Mein Kite-Lehrer auch! Den dritten Tag verbringe ich „nur noch“ damit, sicherer auf dem Brett zu werden und Kurven zu üben. Unterm Strich ist alles Weitere Übungssache. Kiten macht wirklich wahnsinnigen Spaß und solange man nicht blauäugig mit dem Equipment auf‘s Wasser geht, ist es auch nicht allzu unsicher und absolut empfehlenswert.

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