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Schubladendenken: Ich möchte nicht in ein Raster passen!

Hipster, Schnösel & Co.

Schubladendenken: Ich möchte nicht in ein Raster passen!

Wir alle haben sie schon erlebt, diese typischen Klischees nach denen man behandelt wird. Ist man eine dumme Blondine oder ein Technikfreak, der keine Freunde hat? Was auch immer es für Schubladen gibt, in die man gesteckt werden kann – es lohnt sich, daraus auszubrechen, denn nur so verschwinden die Vorurteile. Ich habe erst vor kurzem ganz direkt gemerkt, wie es ist, in eine Schublade gesteckt zu werden. Das macht mich wütend. Nicht, weil ich mich mit der Schublade persönlich angegriffen fühle, sondern, weil die Schublade anscheinend bestimmt, was wir dürfen und was nicht.

Die Schublade und ich

Erst vor kurzem habe ich mir ein neues Paar Stiefel gekauft, weil ich mich unheimlich darin verliebt habe. Doch die erste Ernüchterung folgte nur kurz darauf: „Willst du die wirklich anziehen? Damit siehst du aus wie ein Hipster!“ Meine erste Reaktion war ein Schock und dann stellten sich mir direkt erstmal drei Fragen:

  • Was ist überhaupt ein Hipster?
  • Warum gibt es für jede Schublade direkt Eigenschaften, durch die man in die Schublade gesteckt wird?
  • Warum zur Hölle sollte ich nicht anziehen, was ich möchte, nur weil ich dann ja in einer merkwürdigen Schublade landen könnte?

In solchen Situationen tue ich oft genau das Gegenteil von dem, was man mir sagt. Ich soll mich mit bestimmten Leuten nicht abgeben? Ich entscheide ja wohl selbst, wen ich mag und wen nicht. Ich soll mir bestimmte Träume nicht erfüllen, nur, damit andere sich stattdessen verwirklichen können? Sorry, aber das ist ja wohl noch mein Leben. Als es dann um dieses einfache Paar Schuhe ging, war ich so wütend, dass ich zunächst nicht wusste, was ich sagen sollte. Jetzt weiß ich es.

Wer andere in eine Schublade packt, ist selbst in einer

Hipster, Bonze und Co. sind Oberbegriffe für eine bestimmte Gruppe Menschen. Es geht dabei oft um den Kleidungsstil und wie sich diese Leute nach außen hin verhalten, also alles rein oberflächlich. Wer seinem zugeschriebenen Raster entgegen anders handelt als erwartet und aus diesem auszubrechen versucht, der wird direkt darauf hingewiesen, dass das so nicht funktioniert. Denn Menschen „gehören nun mal in ein Raster“. Als ich selbst in eine dieser Schubladen gesteckt werden sollte, wurde mir das erste Mal bewusst: All die Menschen, die andere nach solchen Eigenschaften beurteilen, sind vor allem eines: Oberflächliche, arme Würstchen.

Stereotype, Vorurteile und soziale Diskriminierung: Theorien, Befunde und Interventionen
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Hipster, Bonze, Nerd – was bedeuten die Begriffe überhaupt?

Wer mit solchen Namen um sich schmeißt, kann diese oft nicht mal so richtig klar definieren. Oft lautet die Definition in etwa so:

  • Ein Hipster ist, wer weite Leinenhosen, eine bunte Mütze und Sandalen trägt. Sie drehen sich dazu noch einen Joint und sind oft Veganer.
  • Bonzen sind die, die in schicken Autos rumfahren, silberne und goldene Ketten tragen und laut Musik hören, während sie durch Deutschlands teure Wohngegenden fahren.
  • Nerds – die, die alleine zuhause in ihrer Wohnung hocken, vielleicht sogar keine Freunde haben und unfassbar fähig sind, alle technischen Probleme am PC zu lösen, wenn andere völlig am Verzweifeln sind.

All diese Klischees haben eins gemein: Sie sind absolut hinfällig. Auch Nerds können in schicken Autos herumfahren, Hipster können Experten in Sachen Computer sein und Bonzen können auch Leinenhosen tragen. Wer also andere in Schubladen ordnet, der vergisst oft einfach den Menschen dahinter. Doch stattdessen wird diesen Schubladen-Zugehörigen einfach ein gewisses Verhaltensmuster zugeschrieben UND es wird auch noch durch Medien propagiert.

Solchen Vorurteilen mit Stärke zu begegnen, benötigt eine Menge Selbstvertrauen. Im Video zeigen wir dir Tipps, mit denen du selbstbewusster wirst.

Das Fernsehen und die Klischees

Wir leben in einer Zeit, in der sich Unterhaltungsmedien genau dessen bedienen, was die Leute sehen wollen. Doch, was die Leute sehen wollen, bestimmen eben gerade häufig die Medien. Im Jahr 2013 startete ProSieben das Format „Beauty & The Nerd“ und forcierte damit das Schubladendenken direkt im TV. Zwar wurde erst im Jahr 2020 eine weitere Staffel ausgestrahlt, doch änderte das wenig an der Tatsache, wie verankert dieses Zuschreiben von unpassenden Klischees eigentlich ist.

Die Folgen des Schubladendenkens

Diejenigen, die in Schubladen stecken, sind sich dessen meist nie bewusst, aber dieses Verhalten verursacht häufig Mobbing. Denn Schubladen sind selbst noch einmal voneinander abgegrenzt und zwar hinsichtlich ihrer Bedeutung. Während Bonzen mit ihrem vielen Geld bei anderen Eindruck schinden, sind es beispielsweise die Nerds, die kaum Anschluss finden. Schließlich sind die „ja ohnehin totale Einzelgänger“. FALSCH! Nicht immer isolieren sich die Leute ganz bewusst. Und wer mit seinem Verhalten andere Menschen ausschließt, der betreibt Mobbing. Und das Schlimme: Diese Art des Mobbings lässt sich noch weit über diese kleineren Schubladen hinausführen. Job, Herkunft, Hautfarbe und mehr sind noch immer gängige Kriterien, nach denen Leute beurteilt werden.

Toleranz ist in, Schubladen out

Ehrlich gesagt, habe ich nie wirklich etwas auf dieses Schubladendenken gegeben, obwohl ich mehrfach in eine gesteckt wurde. Doch wenn jemand permanent wider Willen einer bestimmten Gruppe zugeordnet wird, dann leidet er darunter sehr. Warum also dann nicht mal weniger oberflächlich sein und dafür mehr an den Menschen denken? Wer von vorneherein meint, Menschen über einen Kamm scheren zu können, der sollte sich selbst an die Nase fassen und sich fragen: „Will ich, dass man mit mir genauso umgeht?“

Am Ende sollte man immer daran denken, dass Klischees und Schubladen nicht pauschal auf jeden anwendbar und auch völlig veraltet sind. Wir leben in einer modernen Gesellschaft, die sich durch Toleranz auszeichnen sollte und nicht durch Aus- und Abgrenzung. Also ruhig mal in die Tiefe gehen und die Menschen von allen Seiten kennenlernen. Dann wird schnell klar, dass sie gar nicht so einfach zu beurteilen sind, wie man meint.

Bildquelle:

imago-images/Cavan Images

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