Stammzellenspender gesucht.
Nina Rölleram 23.02.2018

Genauso wie in der Diskussion um Organspenden geht es auch bei Stammzellen um Leben und Tod: Viele schwer erkrankte Menschen haben noch keinen passenden Spender gefunden und können ohne eine Stammzellentransplantation nicht weiterleben. Darunter sind auch viele Kinder, wie etwa der 12-jährige Severin aus Köln. Wir stellen dir ihn und weitere Menschen vor, die auf deine Hilfe angewiesen sind – vorausgesetzt, du bist noch nicht registriert. Dabei geht das so schnell und einfach: Unsere Redakteurin Jessica Tomala zeigt dir im Video, wie es geht und warum Bedenken unbegründet sind.

Diese Menschen sind auf eine Spende angewiesen

Viele wichtige Themen werden einem erst bewusst, wenn jemand, den man kennt, betroffen ist. Bisher hatte ich das Glück, dass weder Freunde, Familienangehörige, noch ich selbst auf eine Stammzellenspende angewiesen waren. Wenn man sich jedoch die zahlreichen Registrierungsaktionen der DKMS ansieht, wird einem erst klar, wie schnell es jeden von uns treffen kann. Insbesondere an Blutkrebs erkranken häufig schon Kinder, die ganz unerwartet um ihr Leben kämpfen müssen.

Derzeit gibt es zum Beispiel einen Aufruf, sich am 25. Februar in Köln als Stammzellenspender registrieren zu lassen. Hier versucht die DKMS unter der Schirmherrschaft des 1. FC Köln endlich einen passenden Spender für den an Blutkrebs erkrankten Severin zu finden. Dieser kann ausschließlich mithilfe einer Stammzellentransplantation überleben. Man kann nur erahnen, wie schwer die Suche für Severin und seine Familie sein muss, die an alle appellieren, die noch nicht registriert sind:„Severin ist ein Kämpfer, aber er braucht die Hilfe der ganzen Bevölkerung. Denn nur wer sich registrieren lässt, kann als Spender gefunden werden. Deshalb bitten wir alle: Nehmt an dieser Aktion teil. Ein kleiner Moment eurer Zeit könnte das Leben von Severin retten.“ Wenn du dich in Köln registrieren lassen willst, solltest du dir die Facebook-Veranstaltung vormerken:

Leider ist Severin kein Einzelschicksal. Viele andere Kinder und Erwachsene erkranken an Blutkrebs und finden einfach keinen passenden Spender. Sollte dir also bei einer Onlineregistrierung unwohl sein, findest du regelmäßig Veranstaltungen der DKMS – bestimmt auch in der Nähe deines Wohnortes. So sucht derzeit zum Beispiel auch noch der 12-jährige Nick aus der Nähe von Berlin oder die 18-jährige Schülerin Lara aus Bad Zwesten nach Spendern:

Mund auf, Stäbchen rein: So einfach geht’s

Viele dieser Menschen könnte man mithilfe einer Stammzellentransplantation therapieren. Dafür muss allerdings erst mal ein geeignetes Match in der weltweiten Datenbank gefunden werden. Dass es allein in Deutschland so viele Patienten gibt, die keinen passenden Spender finden, zeigt, dass sich leider noch viel zu wenige Menschen bei der DKMS registriert haben. Dabei muss man sich dafür weder vor die Tür begeben, noch Geld zahlen. Unsere Redakteurin Jessica Tomala hat genau das getan: Sie hat einfach online ihre kostenlosen Registrierungsunterlagen inklusive Wattestäbchen für den nötigen Wangenabstrich angefordert und hatte schon nach wenigen Tagen Post. Wie schnell das Ganze vom Auspacken über den Abstrich bis hin zum Eintüten geht, zeigt dir Jessica im Video:

Unnötige Bedenken gegen Stammzellenspenden

Wie du siehst, ist der Registrierungsprozess mittlerweile so einfach und ohne Kosten für dich verbunden, dass es eigentlich keine Ausreden geben könnte. Genauso wie bei Organspenden gibt es jedoch viele Menschen, die sich aufgrund von Fehlinformationen oder auch aus purem Egoismus nicht registrieren lassen. Anders kann ich manche Bedenken zumindest nicht bewerten. Unter einem Youtube-Video der DKMS findet man leider viele Kommentare, wie diesen:

Ich würde mich ja eintragen lassen, aber ich hab keine Lust auf das mit dem Beckenknochen.

Youtube-Kommentar unter einem Video der DKMS

Es ist natürlich richtig, dass es mit der Registrierung allein nicht getan ist. Wenn du als Spender infrage kommst, erwartet dich ein kurzer Krankenhausaufenthalt, der gewiss keine Wellnessbehandlung ist. Der Kommentar bezieht sich jedoch auf die seltene Stammzellenentnahme über den Beckenkamm, die nur in 20 Prozent aller Stammzellentransplantationen nötig ist. In 80 Prozent aller Fälle ist lediglich eine mehrstündige Blutentnahme erforderlich, die einer Blutplasmaspende ähnelt. Dass nicht jeder beim Gedanken an eine Operation mit Vollnarkose Hurra schreit, kann man vielleicht noch nachvollziehen. Doch ist es verglichen mit dem verhinderbaren Tod einer erkrankten Person nicht nur eine kleine Unannehmlichkeit?

Noch erschreckender finde ich die Kommentare, aus denen völlige Empathielosigkeit gegenüber Blutkrebspatienten hervorgeht. Während einer erklärt, dass er Krankenhäuser hasse und daher nicht als Spender infrage komme, empört sich ein anderer über die fehlende Vergütung:

Und das sollte man gratis machen und sich frei nehmen? Eine Entschädigung von mindestens 1000 Euro wäre da wohl angebracht. Wenns um Leben und Tod geht, ist das eine geringe Summe.

Youtube-Kommentar unter einem Video der DKMS

Dass man mit einer erfolgreichen Transplantation das Leben eines Menschen, vielleicht sogar das eines Kindes, retten kann, scheint manchen leider nicht genug zu sein, um sich zu registrieren. Ich kann auf einen solchen Kommentar nur entgegnen: Wenn es um Leben und Tod geht, ist ein kurzer Krankenhausaufenthalt und ein ungefährlicher Eingriff etwas, das jeder empathische Mensch ohne finanzielle Gegenleistung ertragen kann.

Diese Bedenken finde ich genauso egoistisch, wie keinen Organspendeausweis bei sich zu führen.

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Das passiert, wenn du infrage kommst

Da sich allerdings viele Bedenken bei der Stammzellentransplantation um den Aufwand, die erforderlichen Urlaubstage und die Kostenübernahme durch die Krankenkasse drehen, räumt die DKMS in diesem Clip mit Gerüchten auf. Wie du siehst, musst du dich als Spender eigentlich um nichts kümmern, da alle Kosten übernommen werden:

Das Mindeste, was man tun kann

Mich machen Menschen, die sich aus nichtigen Gründen weigern, Hilfe zu leisten, wirklich wütend. Schließlich ist es dank der DKMS schon so einfach, einen kleinen Beitrag zu leisten und sich in der Datenbank zu registrieren. Selbst wenn ich Severin, Lara und die vielen anderen erkrankten Personen nicht kenne, ist das doch das Mindeste, was ein jeder tun kann. Oder siehst du das anders und hättest auch du Bedenken vor einer Blutentnahme oder einer Operation? Dann diskutiere ich gerne mit dir in den Kommentaren!

Bildquelle:

DKMS/Valéry Kloubert


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