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Kommentar

Wie die Corona-Krise uns zur Entschleunigung zwingt

Wie die Corona-Krise uns zur Entschleunigung zwingt

Es lässt sich nicht beschönigen: Was gerade in unserem Land und in der ganzen Welt passiert, ist schlimm und beängstigend. Vieles, was normalerweise wie selbstverständlich zu unserem Alltag zählt, fällt weg. Plötzlich sollen wir unsere Zuneigung und Solidarität gegenüber anderen Menschen nicht mehr durch Nähe, sondern durch Distanz zeigen. Die meisten mussten eine Ausnahmesituation wie diese noch nie zuvor erleben – entsprechend verunsichernd ist die aktuelle Lage. Und trotzdem sollten wir nicht zulassen, dass wir uns in dieser Unsicherheit verlieren. 

Social Distancing: Der Zwang zur Entschleunigung

So schwer es auch fällt, plötzlich keinen physischen Kontakt mehr zu Familie, Freunden oder Kollegen zu haben – der Zwang, sich von anderen Menschen zu distanzieren, ist gleichzeitig auch ein Zwang zur Entschleunigung. Was viele auch schon vor Corona hier und da versucht haben, in ihren Alltag einzubauen, ist bei den meisten ein Nebeneffekt der starken Einschränkungen durch Corona: Wir kommen runter.

Ähnlich wie bei den meisten war auch bei mir so ziemlich jeder Tag meiner Woche durchgetaktet und steckte voller Eindrücke. Ob morgens in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit, in der Redaktion im Austausch mit meinen Kollegen, beim Abendessen mit Freunden oder beim Workout im Gym: Ich wollte so produktiv wie nur möglich sein. Natürlich habe auch ich schon vor der Corona-Krise Pausen eingelegt, trotzdem war das eher die Ausnahme.

Wenn nichts stattfindet, gibt es auch nichts zu verpassen

Zumindest bei mir ist es normalerweise keine Seltenheit, dass ich mich nur sehr schwer zu einem gemütlichen Tag oder Abend zuhause durchringen kann. Auch wenn mir nach einer Auszeit ist, nagt oft das Gefühl an mir, etwas zu verpassen, wenn ich „faul“ zuhause bleibe. Das Phänomen ist allseits bekannt als FOMO (Fear of missing out). Doch jetzt, wo wir angehalten sind, eben genau das zu tun, und sowieso nichts stattfindet, bleibt dieses Gefühl aus. Auch wenn die Umstände keine schönen sind – das neu entstandene Gefühl kann trotzdem erleichtern und eine gewisse Ruhe kann sich breitmachen.

Diese Ruhe dürfte einigen mehr als fremd sein und durchaus auch beklemmend wirken – wenn wir das zulassen. Denn auch wenn die Gründe dafür negativ sind, muss die Zeit zuhause das nicht sein. Wir können sie stattdessen als Chance sehen, endlich zur erstrebenswerten inneren Ruhe zu finden und die neu gewonnene Zeit für uns nutzen.

Die Alternativlosigkeit macht es uns leicht

Ein Online-Sprachkurs, der dicke Wälzer im Bücherregal oder das DIY-Projekt: Für solche Dinge müssen wir uns in unserem gewohnten Alltag die Zeit nehmen, oder es auf ewig vor uns herschieben. Unser gewohnter Alltag ist aber ohnehin im Moment bis auf Weiteres pausiert. Eine bessere Chance, vor sich hergeschobene Dinge anzugehen, wird es wahrscheinlich nicht geben. Hier findest du einige Ideen, wie du dir die Zeit in der Corona-Quarantäne vertreiben kannst.

Sind wir mal ehrlich: Wir haben sowieso keine Alternative. Wenn wir nicht gerade im Gesundheitssystem oder anderen Berufen arbeiten, die unsere Grundversorgung garantieren, ist das einzige, was wir für unsere Mitmenschen und uns selbst tun können, zuhause zu bleiben. Warum also nicht das Beste daraus machen?

15 Aktionen, die den Zusammenhalt der Menschen zeigen

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Nutzen wir diese Chance

Anne Heigel
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Aktuell weiß niemand so wirklich, wo uns diese Krise noch hinführen wird und wie groß das Ausmaß der Verluste auf allen Ebenen sein wird. Und trotzdem ist niemandem geholfen, wenn wir uns von unseren Sorgen übermannen lassen. Was wir aktiv tun können, um diese Krise einzudämmen, ist zuhause zu bleiben. Und was wir aktiv tun können, um unsere Besorgnis einzudämmen, ist die Zeit zuhause als Chance zu sehen, endlich mal weniger aktiv zu sein.

Bildquelle:

Unsplash/Kinga Cichewicz

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