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Artgerechte Haltung?

Wolf als Haustier: Alles über Haltung, Tierschutz und Gesetze

Wölfe sind faszinierende, wunderschöne Tiere. Etliche Märchen, Sagen, Spielfilme und allen voran die Fantasy-Serie „Game of Thrones“ befeuern den Hype um Wölfe. Die anmutigen Wesen wie Hunde als Haustiere zu halten, scheint da für manche ein reizvoller Gedanke zu sein. Aber ist es in Deutschland möglich, einen Wolf als Haustier zu halten? Und was ist mit Wolfshybriden?

Darf man einen Wolf als Haustier halten?

Die kurze, knappe Antwort, ob ein Wolf als Haustier gehalten werden darf, lautet nein. Nicht nur in Deutschland, auch in vielen anderen Ländern ist das Halten eines Wolfs verboten und das zurecht. Der Wolf wird seit 1977 im Washing­toner Artenschutzabkommen geführt und gehört damit zu den streng zu schützenden Tierarten. Sobald man die Tiere absichtlich stört, fängt oder tötet, macht man sich strafbar. Die Umsetzung des Schutzstatus' des Wolfes wird auf europäischer Ebene durch die Berner Konvention geregelt. Darin verpflichten sich die Vertragspartner, den Wolf und seinem Lebensraum vollen Schutz zu gewähren.

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Haltung: Das muss beim Wolf beachtet werden

Wer trotzdem einen Wolf als Haustier halten möchte, muss sich zunächst mit seinem zuständigen Veterinäramt in Verbindung setzen. Dort wird vorab geklärt, ob Wölfe gehalten werden dürfen. Sollte die Genehmigung erteilt werden, gelten strenge Auflagen, die von den Halter*innen erfüllt werden müssen. Unter anderem folgende:

  • Der Wolf darf nicht in der Wohnung gehalten werden. Es muss ein großläufiges, sicheres Außengehege vorhanden sein. Das sollte ausreichend Bäume und Rückzugsoptionen bieten sowie einen hohen Zaun.
  • Hinzu kommt, dass es sich bei Wölfen um Rudeltiere handelt. Er leidet durch die Einsamkeit, da es nicht zu seinem Wesen gehört. Ein Wolf darf also niemals alleine gehalten werden!
  • Das Halten von Wölfen ist extrem anspruchsvoll und – auch wenn sie die gleichen Vorfahren haben – Wölfe sind keine Hunde.

Wie ähnlich sind sich Hund und Wolf noch?

Hunde stammen vom Wolf ab – ja, auch der kleine Chihuahua. Die Wege, die Wolf und Hund vor 10.000 Jahren eingeschlagen haben, sind jedoch sehr unterschiedlich. Während Wölfe weiterhin wilde, scheue, unbelehrbare Tiere sind, haben es Hunde verlernt, selbstständig zu sein. Beziehungsweise wurden sie genau für diese Unselbständigkeit gezüchtet. Über einen Zeitraum von 10.000 Jahren entwickelte sich der Hund also zum „besten Freund des Menschen“, wurden von ihm sozialisiert und hat es gelernt, mit uns zusammenzuleben.

Der Wolf hingegen folgt ausschließlich seinen Urtrieben. Zu denen gehört auch, dass sie Menschen meiden, wo es nur geht. Wölfe sind extrem scheu und können dementsprechend gefährlich werden, wenn sie sich bedrängt fühlen. Der Wolf versteht zudem die Sprache des Menschen nicht. Er kann mit unserer Mimik und Gestik nichts anfangen, wohingegen der Hund es gelernt hat, uns zu „lesen“.

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Was sind Wolfshybride?

Der Hype um den Wolf bleibt ungebrochen. Um dem Aussehen und dem Verhalten des Wolfes möglichst nahe zu kommen, haben Menschen angefangen, Wolfhybriden zu züchten. Bei Wolfshybriden handelt es sich um Kreuzungen aus Wolf und Hund. Die ersten Generation werden als F1-Wolfshybriden bezeichnet. Das F steht dabei für die Zuchtgeneration, beziehungsweise Folgegeneration. Je größer die Zahl hinter dem ‚F‘, desto weiter ist das Tiere von seinem Wolfsvorfahren entfernt.

Die strengen artenschutzrechtlichen Regelungen für Wölfe gelten daher auch für Wolfshybriden der ersten vier Generationen (F1 bis F4). Sie dürfen nur mit behördlicher Genehmigung gehalten werden und müssen in großen Gehegen untergebracht werden.

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Wolfshybriden als Haustiere halten

Erst ab der fünften Generation ist eine Haltung von Wolfshybriden erlaubt. Zwei Rassen bilden jedoch eine Ausnahme: Der Tschechoslowakische Wolfshund und der Saarlooswolfhund. Sie sind Wolfshybriden, werden in Deutschland aber als Hunderassen anerkannt. Die Abstammung vom Wolf liegt bei ihnen zehn Generationen zurück.

Aufgrund der Wolfs-Gene sehen spätere Generationen ihren wilden Vorfahren nicht nur optisch sehr ähnlich. Auch in ihrem Verhalten gibt es parallelen zum Wolf. Als Wildtier meidet der Wolf von Natur aus die Nähe zum Menschen. Er ist scheu, ängstlich und misstrauisch gegenüber Geräuschen und Menschen – Eigenschaften die auch ein Wolfshybrid durchaus übernehmen kann. Je näher der Hybrid dem Wolf ist, desto stärker kann die Anhänglichkeit im Familienverbund ausgeprägt sein. Sprich, das Tier leidet unter Trennungsschmerz und kann nicht alleine leben. Eine sehr gute Sozialisierung muss also unbedingt stattfinden. Zum Wohl des Tieres, aber auch zum Schutz der Halter*innen und deren Nachbarn beispielsweise. Die Haltung dieser Tiere ist sehr anspruchsvoll.

Tierschutz: Haltung von Wolfshybriden kritisch

Unter den Hashtags #wolfdog und #wolfshybrid findet man in den Sozialen Medien viele Fotos uns Videos, in denen die Haltung der Mischlinge wie bei „Game of Thrones“ kinderleicht und romantisch aussieht. Von der Welttierschutzorganisation kommt genau deshalb Kritik: „Die Verbreitung von Videos und Fotos, die die Haltung von Wolfshybriden als Haustiere unkritisch darstellen, ist unserer Ansicht nach entschieden abzulehnen. Dies kann die Nachfrage nach den Tieren befördern und in Tierleid münden.“

Wolf als Haustier? Besser nicht

Aus Sicht der Organisation sollte sich jeder, der ein eigenes, wildes Tier halten möchte, genau fragen, was die Motivation dahinter sei. Die Haltung ist äußerst kostspielig und komplex. Professionelle Auffangstationen oder Wildparks sind mit einer Spende besser bedient, als die Tiere später aufnehmen zu müssen, weil die Halter*innen überfordert sind. Außerdem sind die heimischen Tierheim seit der Corona-Pandemie voll mit Tieren, die ein neues Zuhause suchen. Dort anzufangen ist aktiver, gelebter Tierschutz!

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Bildquelle: Imago Images/Mario Plechaty

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