Heimathafen am Abend
Katja Gajekam 14.09.2018

Seit ich klein bin, liebe ich das Meer – ganz besonders die Ostsee. Daher hat es mich besonders gefreut, dass ich diesen September ein ganzes Wochenende im Heimathafen, dem neuen Boutique-Hotel in Heringsdorf auf Usedom, verbringen konnte. Dabei haben mich eine Menge Sonnenschein, tolle Ausflüge und allerhand Fische und Pferde begleitet.

Tag 1: Auf in den Norden

# Die Anreise

Ich wohne im Süden Berlins und habe es zum Glück nicht ganz so weit an die Ostsee. Mit dem Auto brauche ich gute drei Stunden nach Usedom, nur diesmal verlängern Baustellen und Stau meine Anreise ein wenig. Als ich am frühen Abend endlich das Hotel Heimathafen erreiche, fällt mir gleich auf, dass es optisch zwischen den anderen Häusern der Straße (im Bäderstil) heraussticht. Es wirkt „einfacher“, aber auch moderner. Dieser Eindruck verstärkt sich auf dem Weg in mein Zimmer: Der Flur des Hauses ist in kühlen Farben gehalten und erinnert an den zurückhaltenden und mit Naturmaterialien verbundenen Industrial-Look, der gerade schwer angesagt ist. Das Gebäude des Heimathafens diente früher als Schule und wurde zu DDR-Zeiten als Ferienunterkunft umfunktioniert. Den alten, etwas rustikalen Charme merkt man dem Haus noch an.

Eingangsbereich

Erst Schule, dann Hotel: So sieht der Eingangsbereich vom Heimathafen heute aus.

# Erste Eindrücke

Mein Zimmer, auf der Website des Hotels als „Koje“ bezeichnet, besticht durch modernen, maritimen Stil – man merkt, dass der Heimathafen eine jüngere Zielgruppe ansprechen will, als der Großteil der Gasthäuser und Hotels an der Ostsee. Alles ist hellgrau, petrolfarben oder schwarz – zwischendurch lockern immer wieder Holzelemente das Interieur auf. Durch ein großes Bullauge schaut man ins Bad. Ich finde den Stil ganz cool und mal was anderes. Zudem steht bereits ein Wellnesspaket aus Bademantel, Handtuch und Pantoffeln bereit, denn zum Heimathafen gehört auch ein nagelneuer Wellnessbereich, der Folgendes bietet:

  • Zwei Saunen, eine Infrarotsauna
  • Sonnenterrasse, Ruheraum
  • Kneippsches Fußbecken
  • Fitnessraum
Zimmer

So sieht mein Zimmer, eine „Koje“, aus. Die Größe mit Bad und Flur beträgt etwa 22 m².

Die Eckdaten zum Heimathafen:

• Geöffnet seit Juni 2018

• 29 Zimmer von 22 bis 26 m²

• Belegung von 1-3 Personen pro Zimmer möglich

• Preise: ab 55 Euro pro Nacht / Person (inkl. Frühstück)

• Check-out bis 12 Uhr

• WLAN und Safe vorhanden

Zusätzlich buchbar: Menüs im Restaurant Bernstein, Wellness- und Beauty-Anwendungen (beides im Strandhotel Ostseeblick), Leihfahrrad (8 Euro)

Eine Rezeption hat der Heimathafen nicht – alles wird über das Strandhotel Ostseeblick schräg gegenüber geregelt. Das 4-Sterne-Hotel ist die große und edlere Schwester des Heimathafens, da es derselben Familie gehört. Hier wird ein- und ausgecheckt, das Wellnessangebot mit Massagen und Beauty-Anwendungen genossen, auf der Panoramaterrasse gespeist oder in der Strandlounge ein Drink eingenommen. In dieser stylischen Bar treffe ich auch zum ersten Mal auf die anderen Teilnehmer der Pressereise. Bei Tapas, Fisch und einer kleinen Weinverkostung lassen wir den Abend gemütlich und mit netten Gesprächen ausklingen, bis ich gegen Mitternacht in mein weiches Bett falle.

Fotogalerie: Eindrücke vom Heimathafen

Tag 2: Eine kleine Insel-Safari

# Erstmal frühstücken

Mein Wecker klingelt um kurz nach 8. Nach dem Aufstehen stelle ich fest, dass ich sogar ein wenig Meerblick aus meinem Fenster habe: Denn obwohl der Heimathafen in der zweiten Häuserreihe an der Strandpromenade steht, kann ich einen Blick an Häusern und Bäumen vorbei auf die Ostsee erhaschen. Auch die Seebrücke von Heringsdorf ist nicht weit: In nur drei Minuten erreicht man sie zu Fuß. Nun will ich mir eine schöne warme Dusche gönnen, doch die Freude hält nicht lang an: Nach ein paar Minuten ist das Wasser schon kalt. Anscheinend bin ich nur eine von vielen im Haus, die gerade unter der Dusche stehen, trotzdem sollte sowas eigentlich nicht passieren.

Nun geht es runter in den Frühstücksraum, die Boje 06. Hier kann sich jeder Gast morgens zwischen 7.30 und 11 Uhr für den Tag stärken. Das Angebot ist überschaubar, aber vielfältig und für die Anzahl an Gästen völlig ausreichend. Es reicht von Müsli und Früchten über Gebäck, Brot mit verschiedenen Aufstrichen und Lachs bis hin zu Rührei und Speck, sodass auch der herzhafte Gaumen befriedigt wird.

Frühstück

Das Frühstück ist im Zimmerpreis enthalten.

# Leider bin ich eine Frostbeule

Nachdem alle gestärkt sind, geht es mit dem Bus durch viele kleine Dörfer. Hier scheint die Zeit in manchen Ecken völlig stehen geblieben zu sein, doch für mich kommt dadurch ein richtiges Urlaubs- und auch kleines Klassenfahrt-Feeling auf.

Unser erstes Ziel ist das Achterwasser in Ückeritz, einer Art Lagune des Peenestroms, der in die Ostsee mündet. Das Café Knatter bietet hier eine Menge Wassersport an: Kite-Surfen, Windsurfen, Standup-Paddling, Katamaran fahren. Wir bekommen die Möglichkeit, uns auch mal einen Neopren-Anzug überzuziehen, aber da ich gerade erst krank war und der Wind mir ein wenig um die Ohren peitscht, schaue ich lieber nur zu, wie sich einige der Mitreisenden so auf dem Surfboard machen. Okay, außerdem hasse ich Kälte und stecke erst einen Zeh ins Wasser, wenn die Außentemperatur bei mindestens 30 Grad liegt.

Wassersport

In Ückeritz kommen Wassersport-Fans auf ihre Kosten.

# Das Wandern ist des Urlaubers Lust

Nach einer kurzen Weiterfahrt mit dem Bus beginnen wir eine kleine Wandertour entlang des Achterwassers. Die Sonne scheint immer stärker und ich genieße die Wärme. Obwohl ich nicht so der Pferdefreund bin, vergucke ich mich auf dem Weg in ein Fohlen. Überhaupt scheint es sehr viele Pferde auf Usedom zu geben (also an alle Pferde-Fans, auf zur Ostsee!).

Nach etwa einer Stunde und mit langsam doch etwas knurrendem Magen erreichen wir den Nepperminer Fischpalast, ein am Wasser gelegenes Restaurant mit – wer hätte es gedacht – allerhand Fischspezialitäten. Wir werden mit einem leckeren Buffet aus verschiedenen Fischhäppchen empfangen, was für mich in Ordnung ist, jedoch wäre es auch schön gewesen, wenigstens eine fischfreie Alternative zu haben. Dafür war die Aussicht aufs Achterwasser bei bestem Sonnenschein super.

Pferde & Fisch

Pferdchen und Fisch: Meine treuen Begleiter an diesem Wochenende.

# Das ist doch alles alter Käse

Unser letztes Ausflugsziel an diesem Tag ist die Inselkäserei im Ort Welzin, ganz im Süden der Insel. Der jahrhundertealte Hof hat seinen ganz eigenen Charme (zu ihm gehören übrigens auch ganz selbstverständlich Pferde). Im Inneren begegnen wir Steffen Schultze, einem schwäbischen Unikat. Nachdem er schon früh seine Liebe zum Käse entdeckt, in der Schweiz und anderen Ländern gelernt hatte, eröffnete er vor einigen Jahren die Käserei auf Usedom.

Mit ganz eigenem Humor, aber spannenden Erzählungen führt er uns durch die Produktionsräume und erklärt die verschiedenen Reifegrade der Käsesorten. Er hat sich vor allem auf Käse spezialisiert, der teilweise erst 12 Monate nach der Herstellung verspeist wird. Ich liiiebe Käse, doch der spezielle Gestank in den Räumen raubt mir fast den Atem. Mittelalte bis uralte Sorten sind definitiv nicht mein Fall. Daher lehne ich auch bei der späteren Verkostung dankend ab, genieße aber den frischen Käsekuchen, der ebenfalls angeboten wird. Der Besuch war auf jeden Fall ein Erlebnis!

Käse

Der Besuch in der Inselkäserei war geruchstechnisch sehr einschneidend.

# Whisky und ich werden wohl keine Freunde

Es ist nun bereits früher Abend. Zurück im Bus finde ich zu meiner Freude heraus, dass sich die Rückenlehne der Sitze nach hinten stellen lassen und kann so auf der Rückfahrt total entspannen. Zurück im Heimathafen haben wir dann noch mal knappe zwei Stunden Zeit, um uns auszuruhen und fürs Abendessen fertigzumachen. Dieses Mal gibt es ein Buffet draußen im Garten der Boje 06, also direkt vor dem Heimathafen. Hier herrscht Lounge-Atmosphäre und ich kann mir vorstellen, dass man hier an warmen Sommerabenden stundenlang sitzen könnte. Heute Abend ist es jedoch nicht besonders warm und die Frostbeule in mir kommt wieder zum Vorschein. Zum Glück werden ein paar Decken verteilt.

Whisky Tasting

Bei einem Glas Whisky soll es heute bleiben.

Nachdem ich Salat mit Fisch hatte (ab jetzt brauche ich wohl erstmal eine kleine Fischpause) und mich auf die leckere Creme Brulée gestürzt habe, finden wir uns wieder gegenüber im Strandhotel Ostseeblick ein – diesmal zu einer Whiskey-Verkostung. Ich weiß bereits vorher, dass Whisky wirklich nicht zu meinen Lieblings-Alkoholsorten gehört, aber ich will trotzdem mitmachen. Vier verschiedene Spirituosen sollen probiert werden, ich muss nach dem ersten Durchgang leider abbrechen, weil mein Magen rebelliert. Purer Alkohol ist einfach nichts meins. Dennoch bleibe ich noch eine ganze Weile in gemütlicher Runde sitzen und lausche Barchef Martin Ziegler bei seinen Erzählungen über Whisky selbst, aber auch spannenden Anekdoten aus seinem Berufsalltag. Gegen Mitternacht geht es dann angenehm erschöpft wieder ins Bett.

Tag 3: Mit dem Rad nach Polen

Leider ist nun bereits der Abreisetag gekommen. Dafür gibt die Sonne heute noch mal alles. Nach dem Frühstück steht für jeden von uns ein Leihfahrrad auf dem Hinterhof bereit. Gemeinsam fahren wir im entspannten Tempo durch Heringsdorf bis ins benachbarte Kaiserbad Ahlbeck und bestaunen die alten Villen an der Promenade. Die historische Bäderarchitektur ist definitiv etwas Besonderes.

Radtour Usedom

In Ahlbeck machen wir an der Seebrücke halt, denn hier passiert gleich ein großes Spektakel – mit Pferden übrigens 😉 Beim Usedom Cross Country findet am Strand von Ahlbeck eine (unblutige) Schleppjagd mit Pferden und Hunden statt. Ich verstehe nicht so richtig, was genau dabei passiert oder warum man so etwas überhaupt macht, aber mein altes GZSZ-Fan-Herz schlägt ein wenig höher, als direkt vor mir Rhea Harder (bekannt durch ihre Rolle der Flo Spira von 1996 bis 2002) als Reiterin auftaucht.

Rhea Harder

Flo, bist du das?

Das Pferde-Spektakel ist schnell wieder vorbei und die Wege unserer Gruppe trennen sich. Doch ich will das tolle Wetter noch nutzen und fahre den breiten Radweg an der Promenade entlang, bis ich plötzlich schon direkt in Polen bin. In Swinemünde gönne ich mir noch mal ein Eis am Strand und radle anschließend langsam wieder die halbe Stunde zurück nach Heringsdorf. Hier heißt es nun, Abschied nehmen von der Ostsee. Aber wie ich mich kenne, wird es kein langer sein.

Der Heimathafen – eine Empfehlung?

Der Heimathafen ist vor allem etwas für junge Leute, die es während ihres Aufenthalts gerne praktisch mögen, aber trotzdem die Option auf Wellness genießen wollen. Der neu ausgebaute Spa-Bereich auf dem Grundstück bietet genug Platz für Entspannung, während der Weg zum gegenüberliegenden Strandhotel Ostseeblick mit einem noch größeren Wellness-Angebot nicht weit ist. Auch kulinarischer Genuss ist hier definitiv zu finden, wenn man etwas tiefer in die Tasche greifen will. Alle Mitarbeiter sind sehr freundlich und entgegenkommend – auf Beschwerden wird umgehend reagiert.

Die Gestaltung der Zimmer ist auf jeden Fall mal etwas anderes, als man es für gewöhnlich aus Ostseehotels kennt. Dennoch fallen in den Zimmern kleinere Baumängel auf, die jedoch eher von optischer Natur, als funktionell störend sind. Alleinreisende, Paare oder auch Gruppen werden hier auf jeden Fall gut unterkommen – ganz egal ob sie eher Entspannungs- oder Aktivurlaub bevorzugen. Wer mit Sport-Equipment anreist, findet übrigens im Keller Platz für seine Utensilien. Auch die Lage des Heimathafens ist wirklich super, alle wichtigen Anlaufpunkte in Heringsdorf erreicht man von hier aus problemlos zu Fuß. Wer es günstiger als 55 Euro pro Nacht möchte, muss sich jedoch mit einer etwas weniger guten Lage begnügen.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Pressereise.

Bildquelle:

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