Qi-Gong: Mehr als Meditation

Qi-Gong erfreut sich in Deutschland seit Jahren einer immer größer werdenden Beliebtheit. Immer mehr Menschen lassen sich in den aus China stammenden Meditations-, Bewegungs- und Konzentrationsübungen unterweisen, um ihrem Alltag einen Moment der Ruhe zu gönnen und ihre Gesundheit durch ein besseres Körperbewusstsein zu stärken. Doch was ist Qi-Gong eigentlich genau und wie wendet man es an?

Die Bilder von meist älteren Menschen, die in grün belaubten asiatischen Parks die Übungen des Qi-Gong praktizieren und dabei ganz mit sich im Reinen zu sein scheinen, hat wohl jeder schon einmal gesehen. Besonders in den westlichen Gesellschaften, in denen im Alltag oft Stress und Überlastung vorherrschen, lösten diese Aufnahmen in den letzten Jahren einen wahren Interessensboom an fernöstlicher Lebensweisheit aus. Längst ist Qi-Gong auch in Deutschland heimisch geworden und wird ebenso wie das ihm verwandte Tai-Chi von immer mehr Menschen erlernt und praktiziert.

Qi-Gong lässt das Qi fließen

Der Sammelbegriff Qi-Gong beschreibt kein in sich geschlossenes Gebilde. Stattdessen umfasst die Meditations-, Bewegungs- und Konzentrationslehre über eintausend verschiedene Übungsarten, Schulen und Stile, die zum Teil auf eine Jahrtausende alte Tradition zurückgehen. So sind erste Vorformen der Übungen im Ursprungsland China bereits vor 2500 Jahren bekannt gewesen. Ebenso wie das verwandte, aber stärker an die Kampfkunst angelehnte Tai-Chi basiert Qi-Gong auf dem Prinzip der beiden gegensätzlichen Kräfte Yin und Yang, die in Einklang gebracht werden müssen, um die Lebenskraft (das so genannte Qi) ungehindert durch den Körper fließen zu lassen.

Frau beim Qi-Gong

Qi-Gong ist ein ganzheitliches Entspannungsprogramm

Durch konzentrierte Atem-, Bewegungs- und Meditationsübungen sollen eventuelle Blockaden der Energiebahnen, die im Fachjargon Meridiane genannt werden und die Lebenskraft durch den Körper transportieren, aufgelöst und das Qi stimuliert werden, um auf diese Weise einen wichtigen Beitrag zur körperlichen und seelischen Gesundheit zu leisten. Auf diese Weise trägt Qi-Gong mit vielfältigen Übungen zur allgemeinen Gesundheit bei.

Qi-Gong ist ein wichtiger Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin

Die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM, hat sich, ebenso wie das Qi-Gong, über mehrere Jahrtausende entwickelt und in dieser langen Zeit durch zahlreiche Erfahrungen wichtige Erkenntnisse gewonnen, die sich auch die westliche Medizin immer stärker zunutze macht. Gerade das auch im Qi-Gong praktizierte enge Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele und das große Vertrauen in die Selbstheilungskräfte des menschlichen Körpers haben dabei das Interesse westlicher Mediziner geweckt und zum gestiegenen Ansehen der Lehre beigetragen. So haben Wissenschaftler festgestellt, dass regelmäßige Übungen aus dem Bereich des Qi-Gong und des Tai-Chi den Kreislauf und das Nervensystem stärken, Verspannungen lösen, die Muskeln und Gelenke schonend kräftigen sowie die Atmung verbessern können. Besonders bei der Behandlung von Kopf- und Rückenschmerzen, Asthma und stressbedingten Erkrankungen zeigen die Übungen daher oftmals großen Erfolg. Die fernöstlichen Lehren sind aus diesem Grund weit davon entfernt, in der langen Reihe des esoterischen Humbugs zu stehen. Stattdessen bewahrheitet sich der Standpunkt der Traditionellen Chinesischen Medizin, die Qi-Gong bereits seit Jahrtausenden zur Stärkung der Gesundheit einsetzt.

Qi-Gong eignet sich für jedermann

Die Übungen des Qi-Gong setzen sich aus einer ganzen Reihe an unterschiedlichen Formen zusammen, die je nach Bedürfnis kombiniert werden können. Die wichtigsten Bestandteile sind hierbei Atem-, Konzentrations-, Meditations- und Bewegungsübungen, die durchaus auch Kampfsportelemente berühren können. Im Gegensatz zum Tai-Chi werden beim Qi-Gong jedoch meist langsamere Bewegungsabläufe bevorzugt, die im Stehen, Sitzen oder auch im Liegen durchgeführt werden können. Auch Übungen, die vollkommen ohne von außen sichtbare Bewegungen auskommen, sind Teil der traditionsreichen Lehre. Durch diese Voraussetzungen ist Qi-Gong auch für Menschen geeignet, die aufgrund ihres Alters oder einer Behinderung in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sind. Ohnehin ist es nicht das Ziel der Lehre, zu sportlichen Höchstleistungen zu animieren. Stattdessen steht die Verbesserung der eigenen Körperwahrnehmung und des allgemeinen Wohlbefindens im Vordergrund.

Qi-Gong birgt keinerlei gesundheitliche Risiken

Aufgrund der langsamen und schonenden Bewegungsabläufe tendiert die Gefahr, sich beim Qi-Gong zu verletzen, gegen Null. Allerdings sollten die verschiedenen Übungen von einem ausgebildeten und von den Krankenkassen zertifizierten Lehrer erlernt werden, um die verschiedenen Formen effektiv und richtig durchführen und damit wirkungsvoll einsetzen zu können. Auf diese Weise kannst Du beim Qi-Gong Fehlhaltungen vermeiden und selbst das geringste Verletzungsrisiko ausschließen.

Qi-Gong wird von den Krankenkassen gefördert

Die Auswahl an Kursen im Bereich des Qi-Gong ist in den letzten Jahren rasant angestiegen: Neben Fitness- und Kampfsportstudios bieten inzwischen auch Volkshochschulen und private Lehrer Einführungen in die Lehre des Qi-Gong an. Preisvorgaben gibt es dabei nicht, wodurch sich ein Vergleich der Angebote für Interessierte durchaus lohnen kann. Zudem wird Qi-Gong aufgrund der erwiesenen positiven Wirkung auf die Gesundheit von vielen Krankenkassen als Präventionsmaßnahme gefördert. Zahlreiche Krankenkassen übernehmen daher Anteile an den Kosten oder vermitteln sogar selbst Kurse. Eine Nachfrage bei der Krankenkasse, inwieweit das eigene Interesse an Qi-Gong finanziell und organisatorisch unterstützt wird, lohnt sich also in jedem Fall.

Qi-Gong ist von Esoterik weit entfernt. Stattdessen werden die abwechslungsreichen Übungen mittlerweile auch von westlichen Medizinern und Krankenkassen empfohlen, um die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Aufgrund der körperlich nicht allzu anstrengenden Übungen ist Qi-Gong damit eine Möglichkeit für jedermann, um den Alltag zu entschleunigen und die innere Balance wieder herzustellen.

Bildquelle: dreamstime

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