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Wann beginnt die Pubertät?

Auslöser für die Pubertät

Auslöser für die Pubertät

Die Pubertät ist ein Entwicklungsstadium, das alle Kinder durchlaufen müssen. Forscher haben jetzt die Auslöser der Pubertät im Erbgut lokalisiert.

Jedes Kind, egal, ob Junge oder Mädchen, kommt früher oder später in die Pubertät und eine aufregende Zeit beginnt für die ganze Familie. Wann die Pubertät allerdings einsetzt, ist von Kind zu Kind sehr verschieden. Bisher wurde in der Medizin allgemein angenommen, dass die Gene der Auslöser der Pubertät seien. Forscher aus internationalen Forschungseinrichtungen haben jetzt aber herausgefunden, dass die Pubertät nicht im Genmaterial selbst verschlüsselt liegt, sondern dem Erbgut in Form von genblockierenden Anhängen anhaftet.

Die Pubertät gibt noch immer Rätsel auf

Kaum ein Entwicklungsschritt im Leben eines jungen Menschen ist so wichtig wie die Pubertät, führt sie doch zur Geschlechtsreife. So werden bei Mädchen in der Pubertät von der Hirnanhangdrüse erstmals die Steuerhormone ausgeschüttet, die für den weiblichen Zyklus verantwortlich sind und den Eisprung anregen. Vor der Pubertät waren diese Hormone nahezu inaktiv, wie viele andere grundlegende hormonelle Steuerungselemente, sowohl im weiblichen als auch im männlichen Körper. Die Pubertät hat Wissenschaftler schon immer interessiert und es sind auf diesem Gebiet viele Erkenntnisse gewonnen worden. So ist es beispielsweise eine weit verbreitete Meinung, dass Gene den Anstoß für die Pubertät geben. Unklar war allerdings bis heute, warum die Pubertät bei einigen Jugendlichen so viel später einsetzt als bei anderen. „Wir wissen zwar, dass der Beginn der Pubertät durch viele Gene reguliert wird“, sagt Alejandro Lomniczi vom National Primate Research Center in Oregon, „aber die Elemente, die diesen Prozess wiederum koordinieren, waren bisher noch nicht bekannt.“ Immerhin wirken sich auch Umwelteinflüsse wie beispielsweise die Ernähung auf den Beginn der Pubertät aus. Dieses Phänomen kann nicht allein auf die Gene zurückzuführen sein.

Genkomplexe schalten wichtige Hormone frei.
Der Beginn der Pubertät wird über Anhänge am Erbgut gesteuert.

Die Wissenschaftler vermuten daher, dass der Beginn der Pubertät durch ein epigenetisches Anhängsel, eine chemische Ablagerung am Erbgut gesteuert wird. Es ist davon auszugehen, dass diese Ablagerungen an den Stellen der DNA sitzen, an denen die Genaktivität abgelesen wird. Von diesen epigenetischen Anhängseln weiß man bereits, dass sie auf Umwelteinflüsse reagieren. Daher liegt die Vermutung nahe, dass nicht die Gene selbst den Beginn der Pubertät steuern, sondern die chemischen Ablagerungen am Erbgut.

Wird die Pubertät von Anhängseln am Erbgut gesteuert?

Dieser Frage wollte das internationale Forscherteam um Alejandro Lomniczi auf den Grund gehen und injizierte deshalb weiblichen Ratten kurz vor dem Beginn der Pubertät eine Substanz, die die Anlagerung neuer chemischer Stoffe am Erbgut der Tiere verhinderte. „Die mit diesem Stoff behandelten Tiere kamen nicht in die Pubertät, sie hatten keinen Eisprung und keine zyklischen Hormonschwankungen“, ist die Beobachtung der Forscher. Untersuchungen an den Probanden ergaben außerdem, dass die Eierstöcke der Ratten durchaus funktionsfähig gewesen wären, es fehlte ihnen allerdings der auslösende Reiz durch den Hypothalamus der Tiere. Zum Vergleich wurde das Erbgut in den Hypothalamuszellen von präpubertären und geschlechtsreifen Ratten untersucht. Dort war festzustellen, dass ein bestimmter Genkomplex der geschlechtsreifen Ratten durch Anlagerungen am Erbgut blockiert war. Bei den präpubertären Ratten war dies nicht der Fall. „Dieser sogenannte PcG-Komplex gilt als Master-Regulator für zahlreiche genetische Programme“, erklärt das Forscherteam seinen Fund. Offenbar sei dieser Teil des Erbgutes in einem vorpubertären Stadium auch dafür verantwortlich, die Pubertät zu blockieren. Erst durch die Anlagerung des epigenetischen Anhängsels werde diese Blockade gehemmt und der für die Pubertät verantwortliche Genkomplex werde aktiv. Das Fazit des internationalen Forscherteams ist eindeutig: „Dieses Ergebnis belegt, dass die Pubertät nicht nur durch genetische Faktoren gesteuert wird, sondern auch durch epigenetische Veränderungen.“ Vermutlich sei diese Erkenntnis auch auf den Menschen übertragbar. Weiterführende Studien sollen jetzt herausarbeiten, ob bestimmte Krankheitsbilder, die auf Störungen des Reifeprozesses zurückzuführen sind, mit epigenetischen Erbgutanlagerungen im Zusammenhang stehen.

Die Pubertät ist ein wichtiger Entwicklungsschritt, der zur Geschlechtsreife führt. Wann und unter welchen Umständen die Pubertät einsetzt, war bisher allerdings noch unklar. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass nicht die Gene selbst sondern epigenetische Anlagerungen für das Einsetzen der Pubertät verantwortlich sind. Möglicherweise kann diese Erkenntnis im Bereich von krankhaften Störungen des Reifeprozesses eingesetzt werden.

Bildquelle: dreamstime.com

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