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Die Bindung zum Baby aufbauen

Bonding

Die Bindung zum Baby aufbauen

Bonding – so nennt man die Bindung zwischen Mutter und Kind, die vom ersten (Haut-)Kontakt an nach der Geburt entsteht. Heute weiß man, dass gerade die erste Stunde nach der Geburt ganz entscheidend für ein erfolgreiches Bonding ist. Solltest Du also die Möglichkeit dazu haben, ist es wichtig, dass Du unmittelbar nach der Geburt viel Zeit mit Deinem Baby verbringst.

Wenn ein Baby auf die Welt kommt, ist mit einem Mal alles neu. Gerade noch im wohlig-warmen Bauch der Mutter, erfährt das Neugeborene nun eine völlig fremde Umgebung mit viel Licht und Lärm. In dieser unbekannten Atmosphäre sucht es instinktiv nach Schutz – Schutz, den ihm nur die Mami bieten kann. Heute weiß man, dass der erste Körperkontakt, das sogenannte Bonding, nach der Geburt für die spätere Beziehung zwischen Mutter und Kind enorm wichtig ist. Psychologen sind sich einig, dass das Bonding bereits den Grundstein für das „Urvertrauen“ zwischen Kindern und Eltern legt. Schon vor etwa 30 Jahren fand man in einer Studie heraus, dass es sich positiv auf die Entwicklung eines Babys auswirkt, wenn es innerhalb der ersten 45 Lebensminuten auf dem Bauch der Mami liegen darf. Babys, die diesen Hautkontakt kurz nach der Geburt erleben dürfen, ließen sich beispielsweise leichter stillen und zeigten in den nächsten Lebenswochen Anzeichen einer engen Bindung zur Mutter. Sie seien ruhiger, weinten weniger und hielten länger und häufiger Blickkontakt mit ihren Müttern als Babys, die nach der Geburt von ihren Müttern getrennt werden.

Bonding durch Nähe
Nähe nach der Geburt ist wichtig für das Bonding.

Bonding – Liebe auf den ersten Blick

Frischgebackene Eltern kennen das Gefühl, in ihr Baby regelrecht verliebt zu sein. „Schuld“ daran sind die Hormone Oxytocin und Prolaktin, die auch als Liebes- und Bindungshormone bezeichnet werden. Innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt sind der Oxytocin- und Prolaktinspiegel besonders hoch, weshalb Hautkontakt, Blickkontakt, Berührungen und das gegenseitige „Beschnuppern“ gerade jetzt so intensiv erlebt werden. Bonding ist daher in dieser Zeit besonders erfolgreich und wichtig, da durch das Zusammenspiel der Hormone die instinktive Bindung zwischen Mutter und Kind noch einmal verstärkt wird. Sollte es möglich sein, ist es also besonders wichtig, dass Du Dein Baby so schnell wie möglich in den Armen halten kannst.

Bonding durch Stillen

Auch das erste Stillen spielt eine wichtige Rolle für das Bonding, denn hierbei wird besonders viel Oxcytocin und Prolaktin ausgeschüttet. Die innige Nähe zwischen Baby und Mutter macht das erste Stillen zu einem sehr intensiven Erlebnis, das eine enge Bindung fördern kann. Durch das Stillen erlebt das Baby Sicherheit und schöpft Vertrauen, dass es ihm bei Mami an nichts fehlen wird. Sollte es mit dem Stillen jedoch nicht klappen, heißt das natürlich nicht, dass bei Dir und Deinem Baby kein Bonding stattfindet.

Bonding: Viel ungestörte Zeit mit dem Baby

Sollte – etwa wegen einer Frühgeburt – eine Trennung nach der Geburt unvermeidlich sein, wird in den Geburtskliniken in der Regel darauf geachtet, dass zumindest kurz ein Hautkontakt zwischen Mutter und Kind möglich ist. Auch bei Kaiserschnitten, die heute fast ausschließlich mit örtlicher Betäubung durchgeführt werden, ist es mittlerweile üblich, das Baby der Mutter kurz darauf auf die Brust zu legen. Diese Gelegenheit zum Bonding – dem ersten, frühen Hautkontakt – sollte nach Möglichkeit immer genutzt werden, sofern keine gesundheitlichen oder anderen Faktoren dagegen sprechen. Doch was, wenn Mütter nicht stillen oder wenn sie, etwa aufgrund von gesundheitlichen Problemen, ihr Baby nicht direkt nach der Geburt in den Armen halten können und so kein Bonding stattfindet?

Auch ohne Bonding klappt die Bindung

Es ist ganz wichtig, sich klarzumachen, dass die Geburt und die ersten Stunden danach zwar sehr wichtig sind, dass hier aber noch nicht unabänderlich über die spätere Bindung zwischen Mutter und Kind entschieden wird. Mütter, die ihr Kind per Kaiserschnitt gebären oder nicht stillen können, machen sich häufig Vorwürfe oder haben Schuldgefühle. Dafür gibt es aber keinen Grund, denn die Bindung zwischen Mutter und Kind entsteht trotz allem nicht ausschließlich innerhalb der ersten Lebensstunden. Bonding braucht Zeit und eine wirklich tiefe Bindung entwickelt sich ganz allmählich in den ersten Wochen und Monaten. Den Vorsprung in Sachen Vertrauen und Geborgenheit, den Mütter mit intensivem Kontakt in der ersten Stunde zu ihrem Baby aufbauen, kannst Du also ohne Probleme in den kommenden Wochen und Monaten aufholen. Nach einiger Zeit wird es für Dich und Dein Baby gar keinen Unterschied mehr machen, ob nun das Bonding direkt nach der Geburt stattfand oder nicht.

Wenn die Möglichkeit besteht, sollten Eltern versuchen, nach der Geburt soviel Zeit wie möglich ungestört mit ihrem Baby zu verbringen. Glücklich schätzen können sich die, die während des gesamten Krankenhausaufenthaltes bei ihrem Baby bleiben oder möglichst bald mit ihm nach Hause können. Denn in einer vertrauten, ruhigen Umgebung können sich Eltern und Baby am besten entspannen und sich in Ruhe annähern. Das sind die besten Voraussetzungen für erfolgreiches Bonding und eine enge Bindung zwischen Mama, Papa und Baby. Doch auch wenn kein Bonding in den ersten Stunden stattfindet – eine enge Bindung kannst Du in den kommenden Wochen und Monaten natürlich trotzdem noch mit Deinem Baby aufbauen.

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