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Die Berechnung des Elterngeldes

Dein Elterngeldbetrag

Die Berechnung des Elterngeldes

Die Berechnung des Elterngeldes erscheint auf den ersten Blick zugegebenermaßen etwas kompliziert. Doch mit wenigen Grundkenntnissen erscheint die Ermittlung des individuellen Elterngeldbetrags schon logischer.

Deine Finanzen in der Elternzeit

Die Berechnung des Elterngeldes scheint anfangs kompliziert.
Die Höhe Deines Elterngeldes kannst Du selbst berechnen.

Zunächst gilt es einige Grundsätze zu beachten: Grundlage, um das Elterngeld zu berechnen, ist das persönliche steuerpflichtige Einkommen der letzten zwölf Kalendermonate. Bei der Berechnung des Elterngeldbetrags zählt nur das Gehalt des Elternzeit nehmenden Elternteils, nicht das Familieneinkommen oder das eigene Vermögen. Nimmt man die Elternzeit und beantragt Elterngeld, zählt nur das bereinigte Einkommen der letzten zwölf Monate vor der Geburt.

Nimmt der Partner (auch) Elternzeit und beantragt während dieser Zeit Elterngeld, zählt bei diesem Elternteil ebenso das Gehalt, das im Jahr vor der Geburt verdient wurde. Hat die Frau Mutterschaftsgeld ab dem Tag der Geburt erhalten, wird dieses voll auf das Elterngeld angerechnet, da es dem gleichen Zweck wie Elterngeld dient. Bei der Berechnung wird zwischen drei Kategorien unterschieden: Angestellte, Selbstständige und Bürger, die nicht gearbeitet haben (auch Studenten und Azubis).

Angestellt (außer Gewerbebetrieb in der Land- oder Forstwirtschaft)

War man vor der Geburt angestellt, benötigt man vom Arbeitgeber zur Ermittlung des Elterngeldbetrags Lohn- beziehungsweise Gehaltsbescheinigungen der zwölf Monate vor der Geburt. Zusätzlich zum normalen Gehalt zählen auch sogenannte Minijobs, die vom Arbeitgeber pauschal versteuert werden sowie fortlaufende Lohn- oder Gehaltsansprüche während eines Urlaubs oder Krankheit zum Einkommen. Einmalige Zahlungen, wie zum Beispiel das Weihnachtsgeld oder Jubiläumszuwendungen, zählen nicht zum Einkommen und werden deshalb in der Berechnung nicht berücksichtigt.

Vom monatlichen Bruttolohn (das ist das gesamte monatliche Gehalt ohne irgendwelche Abzüge) zieht man alle monatlichen Steuerbeiträge und Sozialabgaben, wie Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer, Sozialversicherungspflichtbeiträge und Arbeitsförderungsbeiträge gemäß der Lohnbescheinigung ab und erhält damit das Nettogehalt. Vom Nettogehalt subtrahiert man 76,67 Euro Werbungskosten. Dies ist ein pauschaler Betrag, der für Kosten veranschlagt wird, die ein Arbeitnehmer aufbringen muss, um einen Arbeitsplatz zu erwerben, zu sichern oder zu erhalten. Diese Kosten hat er folglich nicht zur freien Verfügung. Nach Abzug von Steuern, Sozialbagaben und Werbungskosten bleibt das sogenannte bereinigte Einkommen übrig. 67 Prozent dieser Summe ergeben in der Regel den Elterngeldbetrag, wenn keine weiteren Faktoren oder Ausnahmeregelungen berücksichtigt werden müssen.

Zusätzlich müssen die Ober- beziehungsweise Untergrenze des Elterngeldes berücksichtigt werden. Jeder Antragsteller erhält mindestens 300 Euro, auch wenn der errechnete Betrag unter 300 Euro liegt und maximal 1800 Euro, auch wenn der errechnete Betrag über dieser Grenze liegt. Eventuell kann man einen Geringverdienerbonus (siehe unten) oder einen Geschwisterbonus geltend machen.

Selbstständig (oder Gewerbebetrieb in der Land- oder Forstwirtschaft)

Ist man selbstständig oder angestellt in der Land- oder Forstwirtschaft, ermittelt man zunächst den Gewinn. Dazu wird an den letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraum und den zugehörigen Steuerbescheid angeknüpft. Liegt dieser zum Zeitpunkt der Antragsstellung noch nicht vor, kann das Einkommen durch andere Unterlagen ermittelt werden. Hierzu zählen der Steuerbescheid des vorletzten abgeschlossenen Veranlagunszeitraums oder eine Bilanz. Kann nicht an den letzten Veranlagunszeitraum angeschlossen werden, muss der Gewinn mindestens auf Grudlage einer Einnahmen-Überschussrechnung ermittelt werden.

Vom so ermittelten Gewinn zieht man Steuern sowie Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung ab. Auch Beiträge zur Arbeitsförderung werden hiervon abgezogen. 67 Prozent der verbleibenden Summe ergibt den Elterngeldbetrag. Wieder liegen die Unter- beziehungsweise Oberseite bei 300 beziehungsweise 1800 Euro.

Zu beachten ist auch, dass Teilzeitarbeit bei Selbsständigen, die Elterngeld beantrag haben, bis zu einem Umfang von 30 Wochenstunden zulässig ist. Hierzu muss jedoch glaubhaft erklärt werden, dass diese Granze nicht überschritten wird (z.B. durch Nachweis einer Ersatzkraft, die die übrigen Stunden übernimmt).

Arbeitslosengeld II

Erhält man vor der Geburt Arbeitslosengeld II, hat man auch weiterhin ein Anrecht darauf, plus den Mindestbetrag des Elterngeldes von 300 Euro. Der Minimalbetrag des Elterngeldes wird auf Sozialleistungen wie Wohngeld nicht angerechnet. Erhält man vor der Geburt Wohngeld, erhält man es auch weiterhin. Man sollte die Geburt schnellstmöglich dem Amt mitteilen, weil sich der Satz dann erhöht und damit Geld gespart werden kann. Wohngeld wird allerdings nicht rückwirkend ausgezahlt, also sollte man die Daten schnellstmöglich ändern lassen. Doch Achtung, nach Willen der Bundesregierung sollen Arbeitslosengeld II – Empfänger ab dem 1.Januar 2011 kein Elterngeld mehr ausgezahlt bekommen – Bundestag und Bundesrat müssen allerdings noch zustimmen.

Geringverdienerbonus

Hat man vor der Geburt monatlich weniger als 1000 Euro verdient, steht dem Elterngeld-Bezieher pro 20 Euro, die Dir zur Summe von 1000 Euro fehlen, 1 Prozentpunkt mehr Elterngeld zu. Das heißt, hat man beispielsweise 700 Euro verdient, erhält man 82 Prozent statt 67 Prozent seines Lohns.

Teilzeitarbeit

Arbeitet man nach der Geburt in Teilzeit unter 30 Wochenstunden, oder nimmt einen Minijob an, wird das neue Einkommen vom Einkommen vor der Geburt abgezogen, mit diesem Ergebnis berechnet man wie oben beschrieben den individuellen Elterngeldbetrag. Ein anrechnungsfreier Hinzuverdienst ist also nicht möglich. Arbeitet man mehr als 30 Stunden in der Woche, verfällt leider das Recht auf Elterngeld.

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