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Umstritten

„Jedes Kind kann schlafen lernen“

„Jedes Kind kann schlafen lernen“

Der Elternratgeber „Jedes Kind kann schlafen lernen“ ist ein absoluter Bestseller und doch ist die Methode, die auch als „ferbern“ bezeichnet wird, unter Mamis und Experten gleichermaßen umstritten. Doch brauchst Du das Buch, um endlich wieder ein paar Stunden Schlaf am Stück zu genießen, oder solltest Du von der Ferber-Methode lieber die Finger lassen?

Frischgebackene Eltern kennen es nur zu gut: Sobald das Baby da ist, ist an eine ruhige Nacht nicht mehr zu denken. Statt die empfohlenen acht Stunden durchzuschlafen, wird der neue Erdenbürger mit präziser Genauigkeit anscheinend immer dann wach, wenn Du und Dein Partner gerade wieder eingeschlummert seid. Abhilfe bei diesem Problem verspricht der Ratgeber „Jedes Kind kann schlafen lernen“ gestressten Eltern bereits seit 1995. Die Diplom-Psychologin Annette Kast-Zahn und der Kinderarzt Dr. Hartmut Morgenroth beschreiben darin eine Methode, die schon ab dem sechsten Lebensmonat durchschlafende Babys verspricht und an einen Behandlungsplan von Professor Richard Ferber angelehnt ist. Daher wird die im Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ beschriebene Praxis auch als „ferbern“ bezeichnet. So schön das Versprechen ruhiger Nächte voll seligen Schlafes für junge Eltern auch klingt, so umstritten ist das Buch unter Mamis und Experten. Mehr und mehr Kritik wird wach an der Methode, die vorsieht, das Kind ohne Einschlafhilfen alleine in den Schlaf finden zu lassen und nur in kurzen, genau festgelegten Phasen zum verbalen Trösten zurückzukehren.

Baby schreit im Bett
Ist es in Ordnung, Dein Baby schreien zu lassen?

So funktioniert die Methode aus „Jedes Kind kann schlafen lernen“

Wenn Du Dich schon gar nicht mehr erinnern kannst, wann Du das letzte Mal durchgeschlafen hast, und Dein gewohnter Rhythmus längst aus dem Lot geraten ist, kommt ein Buch mit dem Titel „Jedes Kind kann schlafen lernen“ natürlich gerade Recht. Kast-Zahn und Morgenroth beschreiben darin ein Schlafprogramm, das Kinder schon frühzeitig daran gewöhnen soll, durchzuschlafen. Die Einschlafphilosophie sieht vor, das Baby nach einem ruhigen Abendprogramm alleine und ohne Hilfsmittel wie Flasche, Schnuller, Herumtragen oder Vorsingen ins Bett zu legen und dann den Raum zu verlassen. Sollte das Baby daraufhin schreien, wird den Eltern empfohlen, in immer größer werdenden Abständen für etwa ein bis zwei Minuten zu dem Kind zurückzugehen und es mit tröstenden Worten zu beruhigen. Auf Hochheben, Singen und die anderen Hilfsmittel soll nach wie vor verzichtet werden. Die Autoren des Buchs „Jedes Kind kann schlafen lernen“ gehen davon aus, dass der Schlaf des Kindes durch ungünstige Gewohnheiten bereits gestört sein könnte, die durch die vorgeschlagene Methode wieder abtrainiert würden. Sie sagen zum Beispiel, dass ein Baby, das beim Stillen oder Herumtragen einschläft, dieses auch erwartet, wenn es nachts wach wird. Da Säuglinge in den ersten Monaten jedoch mehrmals wach werden, um zu überprüfen, ob alles in Ordnung ist, reagieren sie mit Verunsicherung, weil sie sich nicht mehr in der selben Situation befinden, wie beim Einschlafen. Nach Ansicht der Autoren gewöhnt das Baby sich aber schnell daran, dass es keine Einschlafhilfen zu erwarten hat und so kann – wie der Titel es verspricht – jedes Kind schlafen lernen.

„Jedes Kind kann schlafen lernen“: Kritik an dem Bestseller

Ganz ohne Zweifel ist das Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ in sehr vielen Elternlektüren ein fester Klassiker. Zu einem Bestseller wird ein Ratgeber schließlich nicht, wenn er nicht auch gelesen wird. Dennoch werden immer mehr kritische Stimmen laut, die die Methode aus „Jedes Kind kann schlafen lernen“ nicht für Babys geeignet halten. Das kontrollierte Schreienlassen, so die Kritiker, nähme dem Säugling die einzige Kommunikationsmethode, die ihm zur Verfügung steht, und stünde dem Bonding zwischen Mutter und Kind im Weg. Außerdem werde suggeriert, dass es an Fehlern der Eltern liegt, wenn das Kind nicht selbstständig ein- und durchschlafen kann. Gegner des Bestsellers geben zu bedenken, dass ein Baby noch nicht versteht, warum es alleine und ohne Einschlafhilfe oder Kuscheleinheiten in einem abgedunkelten Raum liegt – und auch beim Schreien niemand kommt, um es aus dieser Situation zu befreien. Man könne ein Kind durch das Ferbern zwar zum Durchschlafen bringen, doch auch andere Methoden führen – eventuell nach einer etwas längeren Zeit – zu diesem Ziel.

Alternativen zum Ferbern

Auch wenn Dein Partner und Du Euch sicherlich nichts mehr wünscht, als eine ruhige Nacht, in der Ihr zur Abwechslung einmal acht Stunden Schlaf bekommt – das Ferbern ist nicht die einzige Lösung, um nachts ein wenig Ruhe zu finden. Inzwischen schwören immer mehr Eltern auf das sogenannte Familienbett. Entweder schläft das Baby einfach mit bei Euch im Bett, oder in einem an das Elternbett angrenzenden Beistellbettchen. So könnt Ihr das Kleine ganz einfach – und fast noch im Halbschlaf – zu Euch nehmen, wenn es nachts wach wird und schreit. Solltest Du Dein Baby stillen, kannst Du es „andocken“ lassen, ohne das Licht einzuschalten oder aufstehen zu müssen. So schläft nicht nur Dein Baby gut, sondern auch Du kannst viel leichter wieder einschlummern.

Die Methode, die im Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ von Annette Kast-Zahn und Dr. Hartmut Morgenroth beschrieben wird, verspricht gestressten Eltern ruhige Nächte, in denen das Baby nicht nur alleine einschlummert, sondern auch durchschläft. Dennoch ist die Methode eher umstritten, da sie verlangt, das Baby auch mal schreien zu lassen, um es so „umzuerziehen“.

Bildquelle: iStock/SanyaSM

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