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Wenn Kinder zu früh gehen

Plötzlicher Kindstod

Plötzlicher Kindstod

Das plötzliche und unerklärliche Versterben eines Babys oder Kleinkinds, das als Plötzlicher Kindstod bezeichnet wird, ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz die häufigste Todesursache bei Kleinkindern. Aber wie hoch ist eigentlich das Risiko, dass ein Plötzlicher Kindstod eintritt? Wie kann man einem Plötzlichen Kindstod vorbeugen? Und: Welche Hilfe steht betroffenen Eltern zur Verfügung?

Plötzlicher Kindstod: Wenn Eltern ihr Kind viel zu früh verlieren

Unter Plötzlicher Kindstod (lateinisch: mors subita infantium) – auch bekannt als Krippentod, Plötzlicher Säuglingstod oder SIDS (Sudden Infant Death Syndrome) – versteht man das plötzliche und unerklärliche Sterben eines Babys oder Kleinkindes im Schlaf. Plötzlicher Kindstod ist somit immer eine Ausschlussdiagnose, die dann gestellt wird, wenn nach dem Versterben eines Babys keinerlei Ursache gefunden wird, also weder eine Krankheit noch ein Unfall für den Tod des Kindes verantwortlich gemacht werden kann. Obwohl Aufklärungskampagnen in den letzten Jahrzehnten dazu geführt haben, dass ein Plötzlicher Kindstod sehr viel seltener eintritt, ist er in den Industrienationen immer noch die häufigste Todesursache bei Kleinkindern.

Wie häufig ist ein Plötzlicher Kindstod?

In Deutschland tritt ein Plötzlicher Kindstod bei etwa 0,05 Prozent der Babys und Kleinkinder auf – das entspricht ca. 300 Todesfällen pro Jahr. Tendenziell scheinen männliche Babys etwas stärker betroffen zu sein als weibliche. Zwei Drittel der Todesfälle ereignen sich zudem in den Wintermonaten. Besonders häufig tritt ein Plötzlicher Kindstod zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat auf. Nur 20 Prozent der Todesfälle ereignen sich hingegen nach dem sechsten Lebensmonat.

Plötzlicher Kindstod: Ursachen und Risikofaktoren

Bisher ist immer noch unklar, wodurch ein Plötzlicher Kindstod verursacht wird. Wissenschaftlern ist es jedoch gelungen, einige Risikofaktoren zu ermitteln: Besonders häufig tritt ein Plötzlicher Kindstod beispielsweise bei Kindern auf, die vor der 33. Schwangerschaftswoche geboren wurden oder ein sehr niedrigeres Geburtsgewicht hatten. Ebenso wurde beobachtet, dass bei Kindern, deren Mutter während der Schwangerschaft Drogen konsumiert hat, ein besonders hohes Risiko besteht, am Plötzlichen Kindstod zu versterben. Auch Kinder, bei deren Geschwisterkind ein Plötzlicher Kindstod eingetreten ist, und Kinder, die bereits eine Frühgeborenenapnoe erfahren haben, sind gefährdet. Bei einer Frühgeborenen- oder Säuglingsapnoe (englisch: apparently lifethreatening event, ALTE) handelt es sich um das plötzliche Eintreten eines lebensbedrohlichen Zustands im Säuglingsalter. Dieser Zustand ist gekennzeichnet durch einen Atemstillstand (Apnoe), Leblosigkeit sowie eine dadurch bedingte Blässe und – im weiteren Verlauf – eine Blauverfärbung der Haut. Oft kann die Säuglingsapnoe durch Stimulation des Babys durchbrochen werde. In jedem Fall sollte aber ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Wenn das Babybett plötzlich leer ist...
Das leere Babybett - der Plötzliche Kindstod lässt Eltern in tiefer Trauer und Verzweiflung zurück.

Plötzlicher Kindstod: Risiken vermeiden!

Während Eltern wenig Einfluss auf die bisher genannten Risiken nehmen können, gibt es auch Risikofaktoren, die sich vermeiden lassen. Viele Kinder, bei denen ein Plötzlicher Kindstod eintritt, haben beispielsweise während der Schwangerschaft und nach der Geburt passiv geraucht. Auch das Schlafen in Bauch- oder Seitenlage und die Überwärmung des Kindes gehören zu den Risikofaktoren und sollten auf jeden Fall vermieden werden. Die ideale Raumtemperatur im Schlafzimmer liegt zwischen 16 und 18 Grad. Ebenso sollten Eltern darauf achten, dass immer eine ausreichende Luftzirkulation gewährleistet ist. Hier empfiehlt sich, das Kind in einem Schlafsack in einem ansonsten leeren Bettchen auf einer festen und luftdurchlässigen Matratze schlafen zu lassen. Zudem wurde beobachtet, dass bei Kindern, die nicht gestillt werden, häufiger ein Plötzlicher Kindstod eintritt als bei Stillkindern. Experten empfehlen Müttern daher, mindestens sechs Monate zu stillen. Ein weiterer Risikofaktor, der allerdings sehr umstritten ist, ist das sogenannte Bedsharing oder auch Familienbett, bei dem das Baby mit im Bett der Eltern schläft. Da das Bedsharing einige andere Risikofaktoren – wie Überwärmung und mangelnde Luftzirkulation – begünstigt, erscheint es jedoch nachvollziehbar, dass Mediziner statt des Familienbettes zu einem separaten Kinderbett im Elternschlafzimmer raten.

Plötzlicher Kindstod: Hilfe für betroffene Eltern

Wenn ein Kind am Plötzlichen Kindstod verstirbt, bleiben die geschockten Eltern mit ihrer Trauer oft allein zurück. Aufgrund des unerklärlichen Versterbens des Kindes wird die Trauer durch gegenseitige Anschuldigungen und Selbstvorwürfe oft noch verstärkt. Wenn ein Plötzlicher Kindstod eingetreten ist, sollten Eltern sich daher möglichst Hilfe von außen suchen. Inzwischen gibt es viele Initiativen, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen, die sich mit dem Thema „Plötzlicher Kindstod“ auseinandersetzen und betroffene Familien während dieser schweren Zeit bestmöglich unterstützen.

Der Begriff „Plötzlicher Kindstod“ bezeichnet das unerwartete und unerklärliche Versterben eines Babys oder Kleinkinds und ist in den Industrieländern die häufigste Todesursache bei Kleinkindern. Um dem Plötzlichen Kindstod vorzubeugen, sollten Eltern ihr Baby grundsätzlich auf dem Rücken schlafen lassen, für eine ausreichende Luftzirkulation im Babybett sorgen und eine Überwärmung des Kindes vermeiden.

Bildquelle: Lomachevsky | Dreamstime.com

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