Wissenswertes zum Besuchsrecht

Nach einer Trennung oder Scheidung muss geklärt werden, wo die Kinder wohnen, wer das Sorgerecht hat und wie das Besuchsrecht geregelt ist. Rechtliche Rahmenbedingungen hierzu liefert das Umgangsrecht, das zwar keine konkreten Regeln für die Dauer oder die Häufigkeit von Besuchen vorgibt, aber sicherstellen soll, dass Dein Kind eine Bindung zu beiden Elternteilen aufbauen kann.

Der rechtliche Rahmen beim Besuchsrecht

Trennungen sind hart. Sie bedeuten einen großen Schritt ins Unbekannte, nicht nur für das ehemalige Paar, sondern auch für die Kinder. Rechtliche Rahmenbedingungen für die Organisation des gemeinsamen Alltags liefert das Besuchsrecht, auch Umgangsrecht genannt. Das Besuchsrecht ist nicht nur das Recht des Elternteils, der die minderjährigen Kinder nicht betreut, auf Umgang mit den gemeinsamen Kindern, sondern insbesondere auch das Recht des Kindes auf Umgang mit seinen Eltern. Durch das Recht soll sichergestellt werden, dass die Beziehung und Bindung des Kindes zu dem anderen Elternteil fortgesetzt und vertieft werden kann. Das Gesetz besagt also, dass das Kind das Recht auf den Umgang mit beiden Elternteilen hat und die Eltern die Pflicht auf den Umgang mit dem Kind haben. So soll das Gesetz gewährleisten, dass Dein Kind beispielsweise auch dann eine Bindung zu seinem Vater aufbauen kann, wenn Du von diesem getrennt lebst. Im Gesetz ist nicht konkret verankert, wie dieser Besuch beziehungsweise Umgang zu gestalten ist. An oberster Stelle steht jedoch immer das Wohl des Kindes. Daher sind bei kleineren Kindern häufigere, kürzere Kontakte sinnvoll, während sich bei älteren Kindern längere Kontakte empfehlen.

Besuchsrecht: Vater mit Kind auf dem Arm

Das Besuchsrecht regelt bei einer Trennung den Umgang mit dem Kind.


Besuchsrecht und Sorgerecht: Wo ist der Unterschied?

Grundsätzlich bezeichnet das Sorgerecht die Verantwortung und die Fürsorge im formellen und im rechtlichen Sinne für das Kind. Das Recht ermöglicht es den Eltern überdies, Entscheidungen für ihr Kind zu treffen. Das Sorgerecht kann beiden Eltern oder aber einem Elternteil alleinig zugesprochen werden. Das Besuchsrecht beziehungsweise Umgangsrecht besteht hingegen auch ohne Sorgerecht. Das bedeutet, dass auch der Elternteil ohne Sorgerecht ein Besuchsrecht und damit ein Recht auf Umgang mit dem Kind hat.

Ist eine konkrete Besuchsregelung notwendig?

Gerade wenn Paare im Streit auseinander gehen und dementsprechend ein neutraler Umgang nicht möglich ist, sollten feste Regelungen getroffen werden. So werden Missverständnisse und Unstimmigkeiten von vorneherein ausgeschlossen. Wenn Ihr Euch auch nach der Trennung noch gut versteht, ist es völlig ausreichend, eine lockere Regelung der Besuchszeiten zu vereinbaren, die an die Interessen Eures Kindes angepasst werden kann. Bei älteren Kindern ist eine Regelung in vielen Fällen gar nicht mehr nötig. Wie Ihr das Besuchsrecht handhabt, hängt natürlich auch von Eurer jeweiligen Arbeitssituation ab. Wenn zum Beispiel Du oder der Vater Eures Kindes im Schichtdienst arbeitet, sollte dies bei der Regelung des Berufsrechts berücksichtigt werden, damit Ihr das Umgangsrecht darauf abstimmen könnt. Auch Euer Wohnort spielt eine entscheidende Rolle. Wenn der Vater Deines Kindes etwa weit von Euch entfernt wohnt, könnt Ihr das Besuchsrecht beispielsweise so handhaben, dass Euer Kind seinen Vater zwar nicht so häufig, aber dafür umso länger, zum Beispiel für eine ganze Woche, sieht, sofern das mit der Schule vereinbar ist. Der Umfang des Besuchsrechts ist nämlich nicht befristet. So kann der Umgang nur einmal im Monat stattfinden, aber auch so eingeteilt sein, dass Euer Kind zur Hälfte bei Dir und zur Hälfte bei seinem Vater ist. Hierfür eignen sich wöchentliche oder tageweise Zeitblöcke. Wenn Ihr Euch das Besuchsrecht teilt, hat das Einfluss auf den Unterhalt, da die Betreuung des Kindes zu gleichen Teilen gegeben ist.

Kann das Besuchsrecht ganz eingeschränkt werden?

Dass das Besuchsrecht vollends aufgehoben wird, ist nur unter strikten Voraussetzungen durchsetzbar. Hierbei muss eine konkrete Gefährdung des Kindeswohls vorliegen. Dazu zählen beispielsweise belastende Stresssituationen, in die das Kind bei der Übergabe durch die Eltern gerät, oder Gefährdungen des Kindes durch den Umgang mit einem Elternteil – etwa, wenn ein Elternteil ein Suchtproblem hat, aufgrund dessen es das Kind vernachlässigt. Bevor das Besuchsrecht einem Elternteil entzogen wird, wird jedoch genauestens geprüft, ob nicht ein milderes Mittel, etwa ein beschützter Umgang, in Betracht kommt. Der beschützte Umgang ist eine Maßnahme, die zum Schutze des Kindes getroffen wird. Besuche dürfen dann nur noch im Haus und unter Aufsicht einer Drittperson stattfinden.

Besuchsrecht: Diese Ansprechpartner helfen Dir

Wenn es zwischen Dir und dem Vater Deines Kindes bezüglich des Besuchsrechts zu Streitigkeiten kommt, könnt Ihr Euch an das Jugendamt wenden. Es hat den gesetzlichen Auftrag, in solchen Fragen und Konflikten zu vermitteln und kann Euch sicherlich weiterhelfen. Falls die Einschaltung des Jugendamtes allerdings doch nicht die gewünschten Erfolge erzielen sollte, kannst Du auch einen auf Familienrecht spezialisierten Anwalt einschalten. Dieser kann das Besuchsrecht im Zweifelsfall gerichtlich durchsetzen oder aber in extremen Fällen für dessen Einschränkung sorgen.

Das Besuchsrecht nach der Trennung, auch Umgangsrecht genannt, regelt den Anspruch auf den Umgang eines minderjährigen Kindes mit seinen Eltern sowie jedes Elternteils mit dem Kind. Es soll sicherstellen, dass das Kind auch bei einer Trennung der Eltern sowohl zu seiner Mutter als auch zu seinem Vater eine Bindung aufbauen kann. Die zeitliche Handhabung des Besuchsrechts ist gesetzlich nicht festgelegt, sodass Ihr selbst entscheiden könnt, wer wann für die Betreuung des Kindes zuständig ist. An erster Stelle sollte jedoch immer das Wohl des Kindes stehen.


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Was denkst du?

  • PikaPi25 am 10.02.2014 um 16:41 Uhr

    Es ist echt schade, dass ein Besuchsrecht manchmal lieber zur Besuchspflicht werden sollte.

    Antworten
  • DaisyDee1984 am 04.09.2013 um 17:28 Uhr

    Ich finde es super, wenn die Eltern das Besuchsrecht gar nicht brauchen sondern das freundschaftlich regeln. Das Besuchsrecht sollte nur für Härtefälle rangezogen werden. Man kann sich doch auch verständigen.

    Antworten
  • MadameBovary am 27.08.2013 um 14:08 Uhr

    Das Besuchsrecht sollte man nach Möglichkeit immer friedlich und außergerichtlich regeln. Ich finde es schlimm, wenn das Besuchsrecht von außen bestimmt wird und sich eigetnlich keiner damit wohl fühlt.

    Antworten
  • FlotteJane am 28.03.2013 um 15:57 Uhr

    Das Besuchsrecht sollte immer zum Wohle des Kindes sein. Wenn sich die Eltern nicht auf ein Besuchsrecht einigen können, muss da eben eine außenstehende Stelle eingreifen. Das Besuchsrecht darf nie auf dem Rücken des Kindes verhandelt werden.

    Antworten
  • Lego_Mami am 12.04.2012 um 12:44 Uhr

    Ich finde es aber auch gut, dass manche Elternteile kein Besuchsrecht bekommen. Das Besuchsrecht darf dem Kind nicht schaden!

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  • Kleine_Kleckse am 21.10.2011 um 17:36 Uhr

    Im Idealfall trennt sich ein paar natürlich friedlich, aber wenn das nicht klappt, ist es gut, dass es das Besuchsrecht nach der Trennung gibt, damit es eindeutige Regelungen gibt und sich niemand übervorteilt fühlt.

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  • maria_angela am 30.09.2011 um 16:27 Uhr

    bin so froh, dass mein schatz und ich uns mit sowas nicht auseinandersetzen müssen. schade wenn ehemalige partner vor gericht gegeneinander stehen

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  • KruemelsMami am 17.08.2011 um 18:36 Uhr

    Bin vom Vater meiner Tochter getrennt, leider im Streit und es sind viele Dinge vorgefsllen, wo ich nicht will, dass er sie allein hat. Er hat mich psychisch fertig gemacht und sagt jetzt er ist der Vater des Kindes hat sich aber die letzten 4 Wochen nicht gemeldet wie es ihr geht, noch wo wir noch zusammen waren sich um das kind gekümmert. Jetzt geht die Sache vor Gericht. Kann mir jemand etwas Mut zusprechen? Hab echt angst denn er ist unberechenbar.

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  • Monika303 am 29.06.2011 um 12:44 Uhr

    Wenn Väter sich auf eimal gegen Mutter und Kind entscheiden sollte das Besuchsrecht verboten sein. Ein Baby versteht noch nicht warum der Papa gleich wieder geht und ob Kinder das verabeiten können kann auch keiner vom Jugendamt sagen. Ich sehe da schwarz.

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  • peanut2010 am 26.11.2010 um 16:07 Uhr

    Meine beste Freundin hatte sich auch getrennt. Das mit dem Besuchsrecht konnten die beiden aber schnell regeln.

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