Babyklappe abschaffen?

Im Deutschen Ethikrat wird die Abschaffung von Babyklappe und anonymer Geburt diskutiert. Grund dafür sind die Zahlen, die das Deutsche Jugendinstitut (DJI) vorlegte. Demnach ist der Verbleib der in Babyklappen abgegebenen Kinder zum Teil ungeklärt.

Nachdem eine neue Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) veröffentlicht wurde, die sich mit dem Verbleib der in einer der deutschen Babyklappen abgelegten Kinder auseinandersetzt, mehren sich die Stimmen für eine allgemeine Abschaffung der Babyklappe.

Was passierte mit den Kindern aus der Babyklappe?

Aus der Studie geht hervor, dass insgesamt bislang 973 Kinder in Deutschland in einer Babyklappe abgelegt wurden, wobei jedoch bei gut einem Fünftel der Fälle unklar ist, was aus den Kindern wurde. Dies liegt wohl zum Teil darin begründet, dass das DJI sich in seiner Studie nur auf freiwillige Angaben der Jugendämter und anderer Träger stützen konnte und daher nicht über ausreichende Informationen verfügte. Ein anderer Grund könnte sein, dass die Dokumentation der teils eher kleinen gemeinnützigen Vereine nur unzureichend ist. Beides findet der Deutsche Ethikrat alarmierend. Es sei nicht hinzunehmen, dass der Verbleib von fünf Prozent der in einer Babyklappe abgegebenen Kinder nicht geklärt sei, so die stellvertretende Vorsitzende des Ethikrats, Medizinethikerin Christiane Woopen. Der deutsche Staat trage die Verantwortung für diese Kinder und müsse sie schützen – notfalls mithilfe der Abschaffung von Babyklappe und anonymer Geburt.

Babyklappe kann ein Ausweg für Mütter sein.

In Deutschland wurden bislang 973 Babys in einer Babyklappe abgelegt.


Pro und Contra Babyklappe

Der Deutsche Ethikrat plädiert für eine Abschaffung der Babyklappe unter anderem auch deshalb, weil seit Einführung der Babyklappe die Zahl der Fälle, in denen ein Neugeborenes getötet wurde, nicht gesunken sei. Darüber hinaus sei es für ein Kind nicht zumutbar, dass es möglicherweise nie etwas über seine Herkunft erfahren könne. Als Alternative schlägt der Ethikrat vor, das Angebot für Schwangere und Mütter, die sich in einer Notlage befinden, zu erweitern und öffentlich sichtbarer zu machen. Dafür spricht sich auch die Ressortchefin im bayerischen Justizministerium, Beate Merk (CSU), aus, die mit ihren Kollegen am Entwurf einer gesetzlichen Grundlage für die vertrauliche Geburt arbeitet. Allerdings ist von dieser Seite keine Abschaffung der Babyklappe oder der anonymen Geburt vorgesehen, da, laut Merk, alles dafür getan werden müsse, dass das Baby überhaupt auf die Welt kommen dürfe.

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