Baby wird gewickelt
Jessica Kühneam 11.11.2018

Als Wochenbett versteht man in der Regel die ersten acht Wochen nach der Geburt, in der sich die Mutter von den Strapazen der Geburt erholen soll. Die meisten Neu-Mamas versuchen aber sofort wieder so zu funktionieren, wie vorher. Ich war genauso. Deswegen würde ich bei der Geburt eines zweiten Kindes in den ersten Wochen einiges anders machen.

Das Wochenbett dient der Frau als Erholung. Eventuelle Geburtsverletzungen sollen heilen und die Gebärmutter muss sich zurückbilden. Man soll sich als Frau an die neue Rolle als Mama gewöhnen und sich mit seinem Nachwuchs einspielen. Stillen, Wickeln, ein Neugeborenes versorgen – all das braucht Zeit. Und auch Ruhe. Doch genau die gönnen sich die wenigsten Frauen! Auch ich selbst war vor zwei Jahren, drei Tage nach der Geburt meiner Tochter, schon wieder auf Achse. Totaler Quatsch!

Diese drei Dinge würde ich bei einem zweiten Kind anders machen:

#1 Ich würde viel häufiger abpumpen

Ich habe gerne gestillt. Und doch würde ich beim zweiten Kind öfter und mehr abpumpen. Dennmit der abgepumpten Milch hätte ich meinen Freund viel mehr mit einbeziehen können. Mir selbst hätte ich Freiräume geschaffen. Aber irgendwie habe ich das damals noch nicht gesehen. Das Stillen hat geklappt, also habe ich gestillt. Außerdem hatte ich unheimliche Angst vor einer Saugverwirrung, die, wie ich jetzt weiß, vollkommen unbegründet war.

Eine elektrische Milchpumpe (Mein Favorit: Die Philips Avent Elektrische Komfort-Doppelmilchpumpe*) wird bei Kind Nummer 2 also viel häufiger im Einsatz sein. So lernt das Baby auch gleich, dass Papa, die Oma oder die große Schwester wichtig sind und es dort ebenfalls Geborgenheit finden kann. Und vielleicht lässt es sich dann auch, anders als meine Tochter, im ersten Jahr von jemand anderem beruhigen.

Mutter stillt ihr Baby

#2 Ich würde die Elternzeit mit meinem Partner anders aufteilen

In Deutschland gibt es verschiedene Varianten der Elternzeit. Mein Freund und ich entschieden uns, dass ich ein ganzes Jahr Elternzeit nehme und er mich zwei Monate unterstützt. Mein Wunsch war es, dass er die ersten Wochen, also die gesamte Zeit des Wochenbetts, mit mir zu Hause verbringt. In meiner Familie gibt es einige Fälle von Depressionen und auch während meiner Schwangerschaft hatte ich oft Probleme mit Müdigkeit, fehlender Motivation und schlimmen Stimmungsschwankungen. Sowohl meine Hebamme als auch meine Frauenärztin rieten mir also auf Nummer sicher zu gehen, da eine Wochenbettdepression nicht auszuschließen ist.

Zum Glück war dem nicht so. Viel mehr war es so, als hätte ich in meinem Leben noch nie etwas anderes gemacht. Das jedoch machte meinen Freund ein wenig „unnötig“. Die einzige Aufgabe meines Freundes bestand darin, ab und zu mal die Windel zu wechseln. Man muss an dieser Stelle aber wohl auch sagen, dass mein Freund kein besonders häuslicher Typ ist. Er hasst Putzen, kocht nicht gerne und bis auf seine Nudeln (die Besten der ganzen Welt!) verpflegte er mich eigentlich nur mit Nutella-Toasts, die ich mir auch selbst hätte machen können.

Beim zweiten Kind würden wir die Elternzeit also auf jeden Fall anders aufteilen. Außerdem würde ich meinem Freund auf jeden Fall einen ganzen Monat allein mit dem Baby geben. Hauptsache ihre Beziehung wird gestärkt. Denn wenn ich eins bei meiner Tochter gerade sehe, dann dass ihr Papa erst jetzt „wirklich wichtig“ für sie wird. Vorher war immer ich Bezugsperson Nummer 1 für sie. Sehr schade!

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#3 Ich würde große Familienfeiern ausfallen lassen

Ein weiterer Punkt, bei dem ich wirklich einen Fehler gemacht habe: Ich habe mir und der Kleinen zu viel zugemutet. Meine Tochter ist Ende Oktober geboren, also lag auch Weihnachten noch offiziell in meinem Wochenbett. Das war für mich aber kein Grund, das Fest etwas ruhiger angehen zu lassen. Nein! Stattdessen sind wir mit einem Neugeborenen über fünf Stunden 400 Kilometer zu meinen Eltern gefahren. Das war nicht nur für die Kleine, sondern für mich und meinen Freund ein unheimlicher Kraftakt.

Bei meiner Familie angekommen, freuten sich natürlich alle. Aber all die Menschen, neuen Eindrücke, Lichter und Gerüche waren für meine Tochter zu viel. Letztendlich verbrachte ich die Bescherung und den Großteil des Abends im abgedunkelten Schlafzimmer meiner Schwester und stillte. Bis die Kleine endlich eingeschlafen war, waren alle Geschenke ausgepackt, der Weihnachtsmann wieder weg und mein Teller mit Essen kalt. Weder für sie noch für mich also ein schönes Weihnachtsfest.

Beim zweiten Kind würde ich also auf jeden Fall erstmal alle großen Familienfeiern ausfallen lassen. Auch wenn das eine oder andere Familienmitglied dann enttäuscht oder sauer ist. Besser ein eingeschnappter Erwachsener als ein Baby, das bei jedem Geräusch zusammenzuckt oder eine Mama mit wunden Brustwarzen, weil sie ihr Kind dauergestillt hat.

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Das Wochenbett wörtlich nehmen

Beim zweiten Kind werde ich das Wochenbett auf jeden Fall sehr viel ruhiger, entspannter und gelassener angehen. Mein Ziel ist es, mir weniger Druck zu machen, mehr auf mein Bauchgefühl zu hören und diese ganz besondere Zeit viel mehr zu genießen. Ich werde mich wortwörtlich für Wochen mit dem kleinen Würmchen im Bett vergraben, Serien schauen, Mittagsschläfchen machen, Süßigkeiten essen und ganz viel kuscheln.

Ich möchte Muttermilch abpumpen, das Kleine beim Papa lassen und mit Freundinnen ausgehen, ohne schlechtes Gewissen. Ich werde der Hebamme nicht auf Teufel komm raus geduscht und geschminkt die Tür öffnen, wenn ich an dem Tag keine Lust auf Make-up habe und ich werde mir keine Sorgen um meinen After-Baby-Body machen. Für all das habe ich noch genug Zeit, wenn aus dem Neugeborenen auf einmal ein krabbelndes Kind wird, es beginnt zu laufen und zu sprechen. Denn die Zeit mit Kindern rast. Sie rast einfach so davon.

An alle werdenden Mamas, alle Schwangeren: Bitte nehmt das Wochenbett wörtlich. Gebt euch und eurem Körper Zeit zu heilen. Verarbeitet die Strapazen der Geburt und genießt die vielen Kuschelmomente einfach in vollen Zügen!

Bildquelle:

istock/NataliaDeriabina/NadiaCruzova/jgaunion

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