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„#EndShame“-Bewegung gegen Shaming Videos

Demütigung

„#EndShame“-Bewegung gegen Shaming Videos

Seit geraumer Zeit stellen einige Eltern in den USA Fotos und Videos von ihren Kindern ins Netz, in denen diese ihr schlechtes Verhalten der Öffentlichkeit präsentieren müssen. In den sogenannten Shaming Videos halten Kinder Plakate hoch, auf denen in der ersten Person Singular steht, was sie Schlimmes getan haben. Erziehungsexperten schlagen nun Alarm.

Die Verstöße, zu denen sich die Kinder öffentlich bekennen sollen, reichen von schlechten Noten in der Schule bis hin zu dem Verwenden von Schimpfwörtern. So steht auf den Plakaten, mit denen sich die Kinder in die Öffentlichkeit stellen müssen, etwa „Ich habe derzeit in all meinen Fächern ein F“ (ein F im amerikanischen Benotungssystem steht für „failure“ und bedeutet, dass die Prüfungen nicht bestanden wurden) oder „Ich wurde der Schule verwiesen, weil ich meinen Lehrer beschimpft habe“. Die Eltern, die ihre Kinder auf diese Weise öffentlich bloßstellen, erhoffen sich davon, dass ihr Nachwuchs aus dem Gefühl der Scham heraus lernt. Doch Erziehungsexperten beurteilen diese sogenannten Shaming Videos als äußerst gefährlich und merken an, dass jede Art von öffentlicher Bloßstellung schwerwiegende Folgen für die Psyche der Kinder haben und die Beziehung zu ihren Eltern dauerhaft schädigen kann.

In den sogenannten Shaming Videos werden Kinder, die gegen Regeln verstoßen haben, öffentlich gedemütigt.
In den sogenannten Shaming Videos werden Kinder, die gegen Regeln verstoßen haben, öffentlich gedemütigt.

Shaming Videos können fatale Folgen haben

Die klinische Psychologin Dr. Shefalt Tsabary gehört zu den stärksten Kritikern der sogenannten Shaming Videos. „Ich habe diese Shaming Videos schon vor Jahren online gesehen und mir drehte sich bereits damals der Magen dabei um“, berichtet sie dem Portal „Today.com“. Als sich ein 13-jähriges Mädchen aus Washington von einer Brücke stürzte, nachdem ihr Vater ein Shaming Video von ihr bei Youtube hochgeladen hatte, beschloss die Psychologin, etwas gegen diese Videos zu unternehmen. „Als mir klar wurde, was für einen zerstörenden Einfluss sie auf unsere Kinder haben, entschied ich mich dazu, endlich zu handeln.“

Die Bewegung „#EndShame“ soll das Posten von Shaming Videos verhindern

Unter dem Hashtag #EndShame drehte Tsabary zwei Vidoes, in denen sie die Menschen dazu auffordert, ihr dabei zu helfen, das öffentliche Bloßstellen von Kindern in den sozialen Medien zu beenden. Sie möchte die Eltern, die Shaming Videos von ihren Kindern posten, darauf aufmerksam machen, wie ihre Kinder sich fühlen, wenn sie öffentlich bloßgestellt werden. In einem weiteren Video gibt Tsabary Eltern Tipps, wie sie ihren Kindern aufzeigen können, dass ihr Verhalten falsch war, ohne sie dabei öffentlich bloßzustellen. „Scham und Kontrolle ist nicht mehr das Dogma. Es war vielleicht vor vielen Jahren das Dogma, aber heute geht es um eine bewusste, verbundene, tiefe und authentische Kindererziehung.“

Um den Trend des öffentlichen Bloßstellens der eigenen Kinder zu beenden, hat eine US-amerikanische Psychologin die „#EndShame“-Bewegung gegründet, die sich gegen die sogenannten Shaming Videos wendet, in denen Eltern ihre Kinder Plakate mit ihrem Fehlverhalten hochhalten lassen.

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