Fotoprojekt will den Beruf Hebamme retten

Der Beruf Hebamme ist in Gefahr. Vor allem in der Freiberuflichkeit ist die Situation für die Geburtshelferinnen seit den drastischen Anhebungen der Haftpflichtversicherung kaum noch haltbar. Das Projekt „Das erste Gesicht“ des Berufsfotografen Björn Schönfeld, soll dabei helfen, den Beruf Hebamme zu erhalten und den Frauen dahinter ein Gesicht zu geben.

Für eine schwangere Frau ist die Hebamme in der Zeit vor der Geburt und während der Stillzeit eine zentrale Bezugsperson. Der Beruf Hebamme könnte jedoch über kurz oder lang aussterben, denn hohe Versicherungsgebühren, niedrige Stundenlöhne und mangelnde Unterstützung von Politik und Krankenkassen erschweren es den Frauen, ihren Traumjob auszuüben. Mehr Wertschätzung für die Frauen und den Berufsstand der Hebamme soll jetzt ein Fotoprojekt des Lüneburger Fotografen Björn Schönfeld bringen. Seit Dezember 2013 fotografiert er Frauen, „die Mumm haben und mit Leidenschaft ihre Arbeit machen”, so Schönfeld. Er verzichtet dabei auf negative oder schockierende Bilder, die die Arbeit für Hebammen durchaus mit sich bringen kann. „Mit schönen Bildern von starken Frauen“, so sein Plan, will er auf sein Projekt aufmerksam machen und dazu beitragen, den Beruf Hebamme zu retten. „Das erste Gesicht“ nennt sich das Projekt, das inzwischen 14.000 Fans bei Facebook hat, da die Hebamme das erste Gesicht auf Erden ist, das ein neugeborenes Baby sieht. Er hat bereits über 200 Hebammen abgelichtet.

Wie kann ein Fotoprojekt den Beruf Hebamme retten?

Die Nürnberger Versicherung hat angekündigt, Hebammen ab Juni 2015 nicht mehr in Haftpflicht zu versichern. Noch ist nicht klar, wie die Versicherungssituation für die Geburtshelferinnen ab nächstem Jahr aussehen wird. Für den Beruf Hebamme könnte das bedeuten, dass freiberufliche Arbeit nicht mehr möglich ist. Björn Schönfelds Fotoprojekt macht auf diese Missstände aufmerksam und zieht dabei bereits große Kreise. Neben dem großen Erfolg auf Facebook lesen Tausende seinen Blog, auf dem man das Projekt auch finanziell in Form von Spenden unterstützen kann. Außerdem hat sich ein Sponsor für eine deutschlandweite Plakataktion gefunden, die ab dem 6. Mai 2014 startet. Die Portraits der Frauen mit dem Beruf Hebamme werden demnächst also im Großformat überall im Land zu sehen sein. Auch andere Aktionen sind vorgesehen, doch langsam kommt Björn Schönfeld als alleiniger Initiator des Projekts ganz schön an seine Grenzen. Das Feedback ist groß, was den zweifachen Familienvater freut: “Damit habe ich nie gerechnet. Mittlerweile ist es sogar so viel, dass ich schauen muss, wie ich das überhaupt allein schaffe”. Trotzdem sind Ausstellungen und ein Buch geplant, um noch mehr Aufmerksamkeit für den Beruf Hebamme zu erlangen und ihn hoffentlich noch lange zu erhalten.

Beruf Hebamme: Fehlende Wahlfreiheit?

Traum-Beruf Hebamme: Damit könnte es bald vorbei sein

Dank Wahlfreiheit haben die meisten Frauen einen guten Draht zu ihrer Hebamme. Doch den Beruf Hebamme könnte es schon bald nicht mehr geben.


„Fehlende Hebammenhilfe während der Geburt ist gesetzwidrig, fehlende Wahlfreiheit menschenrechtswidrig,“ ist auf der Internetseite zum Projekt „Das erste Gesicht“ zu lesen. Wenn es keine Freiberufler im Beruf Hebamme mehr gibt, weil die Gehälter einfach nicht mehr die Kosten decken, können schwangere Frauen ihre Hebamme nicht mehr frei wählen. Außerdem würde die individuelle Betreuung nach der Geburt sehr darunter leiden, wenn es keine freiberuflichen Hebammen mehr gäbe. Seit 2009 haben bereits 25 Prozent von ihnen den Beruf Hebamme an den Nagel hängen müssen. Schwangere müssten dann auf große Einrichtungen zurückgreifen, statt in der Nähe eine Geburtshelferin zu finden, bei der die Chemie stimmt. Die liebevolle Betreuung, die jede Frau sich von ihrer Hebamme wünscht, wäre nicht mehr im gleichen Maße möglich. Ein Projekt wie dieses kann auf die fehlende Unterstützung seitens Politik und Krankenkassen für den Beruf der Hebamme aufmerksam machen und ins Bewusstsein rufen, dass auch freiberufliche Hebammen gebraucht werden.

Es ist traurig, dass viele freiberufliche Hebammen um ihre Existenz bangen müssen, weil Politik, Krankenkassen und Versicherungen sich nicht für sie stark machen. Ein Projekt wie „Das erste Gesicht“ ist daher ein gutes Mittel um Aufmerksamkeit für das Problem zu generieren und die Wertschätzung für den Beruf Hebamme zu steigern. Hoffentlich hilft das dabei, diesen Berufsstand vorm Aussterben zu bewahren.


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