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Kinderwunsch erfüllen

Gebärmutter-Transplantation in Schweden

Gebärmutter-Transplantation in Schweden

In Schweden leben mehr als 2.000 Frauen ohne Gebärmutter. Vergangene Woche bekamen zwei davon eine neue Gebärmutter eingesetzt. Dabei war es weltweit das erste Mal, dass eine Gebärmutter von zwei Müttern an ihre Töchter weitergegeben wurde. Jetzt haben beide Frauen die Chance, selbst Kinder zu bekommen.

Am letzten Wochenende wurden an der Sahlgrenska-Universitätsklinik in Göteborg zwei Frauen die Gebärmütter ihrer Mütter eingesetzt. Wie die Universität mitteilte, verliefen beide Eingriffe ohne Komplikationen. Durch die Transplantationen sei es den beiden Frauen nun möglich, schwanger zu werden. Wenn dies gelinge, sei der Engriff als Erfolg zu werten, so die Ärzte. Eine der Frauen war ohne Gebärmutter geboren worden. Die andere hatte ihre Gebärmutter durch eine Krebserkrankung verloren.

Schwanger durch Gebärmutter der eigenen Mutter

Die Patientinnen müssten aber zunächst ein Jahr abwarten, damit keine Komplikationen an den transplantierten Gebärmüttern auftreten. Wenn keine Probleme auftreten, bekommen die Frauen ihre eigenen Eizellen, die zuvor eingefroren wurden und dann im Reagenzglas befruchtet werden, eingesetzt. Wie hoch die Chancen tatsächlich stehen, konnte Mats Braennstroem, Leiter des Chirurgenteams der Klinik, nicht sagen. Er erklärte nur, dass sie bei einer normalen künstlichen Befruchtung zwischen 25 und 30 Prozent lägen. Das Risiko, dass die Frauen die eingepflanzten Gebärmütter abstoßen, liege bei etwa 20 Prozent, wie bei anderen Transplantationen auch. Da die Frauen Medikamente einnehmen müssen, um eine Abstoßung zu vermeiden, werden die Gebärmütter nach den etwaigen Schwangerschaften wieder entfernt.
Weltweit ist es das erste Mal, dass eine Frau die Gebärmutter ihrer Mutter eingesetzt bekam. Über zehn Jahre lang hatten sich die Forscher auf diesen Eingriff vorbereitet und den Eingriff zuvor an Mäusen und Primaten durchgeführt.

Gebärmutter-Transplantation
In Schweden wurde erstmals die Gebärmutter einer Mutter bei ihrer Tochter eingesetzt.

Kritik an Gebärmutter-Transplantationen

Christian Thaler, von der Deutschen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin, sieht die Transplantation einer Gebärmutter mit Sorge. Eine Gebärmutter durchlaufe während einer Schwangerschaft große Veränderungen, die für das Wohl des Kindes wichtig seien. Es sei nicht vorhersehbar, ob und wie dies bei einer transplantierten Gebärmutter geschehe. Thaler erklärte weiter, dass es sich um ein Experiment mit Mutter und Baby handele und eine einmal begonnene Schwangerschaft unumkehrbar sei. Daher halte er die Transplantationen für „ethisch absolut grenzwertig“, auch wenn er Verständnis für den Kinderwunsch der Frauen habe.

Mit dem Forschungsprojekt soll Frauen geholfen werden, die keine Gebärmutter haben. In Schweden sind es zwischen 2.000 und 3.000 Frauen. Zunächst war der schwedische Ethikrat gegen die Transplantation. Nachdem ein Komitee gegründet wurde, das die Eingriffe und deren Folgen beobachtet, wurde die Operation im Mai genehmigt. Demnächst soll acht weiteren Frauen eine Gebärmutter eingepflanzt werden.

In Schweden wurde dank der Transplantation, zwei Frauen die Möglichkeit gegeben, vielleicht selbst eine Schwangerschaft zu erleben. Doch es ist nicht klar, ob der Eingriff den gewünschten Erfolg bringen wird. Kritiker stellen deshalb die Frage, was ist wichtiger- Kinderwunsch oder Ethik?

Bildquelle: Merzavka/dreamstime.com

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