Geburt: Termin keine Sache der Evolution

Wissenschaftler der University of Rhode Island in Kingston fanden heraus, dass mit fortschreitender Schwangerschaft der weibliche Organismus nicht mehr in der Lage ist, sich selbst und den Fötus mit ausreichend Nährstoffen und Energie zu versorgen. Dies sei der Grund dafür, warum der Säugling relativ früh und noch nicht vollständig ausgereift zur Welt kommt.

In einer neuen Studie fanden Wissenschaftler der University of Rhode Island in Kingston heraus, dass der Fötus im Mutterleib einen größeren Energiebedarf hat, je fortgeschrittener die Schwangerschaft ist. Der Stoffwechsel der Frau kann jedoch ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr genügend Energie zur Versorgung aufbringen, weshalb es zu einer natürlichen Einleitung der Geburt kommt. Bisher ging die Forschung davon aus, dass das eher enge weibliche Becken ein Grund für den relativ frühen Zeitpunkt der Geburt sei. Dass die Geburt eigentlich zu früh stattfindet, lässt sich am Gehirn von Babys feststellen. Bis zur Geburt erreicht das Gehirn des Säuglings nämlich nur etwa 30 Prozent der Gehirngröße eines Erwachsenen und wächst nach der Geburt noch in einem starken Maße weiter.

Energiebedarf des Fötus bestimmt Zeitpunkt der Geburt

Weiblicher Organismus leitet die natürliche Geburt ein, wenn Fötus nicht mehr mit Energie versorgt werden kann


Energiebedarf des Fötus bestimmt Zeitpunkt der Geburt

Die Wissenschaftler der University of Rhode Island in Kingston kamen in ihrer Studie zu dem Schluss, dass nicht die Breite des Beckens das Wachstum des Fötus im Mutterleib begrenzt und die Geburt bewirkt, sondern ein anderer wichtiger Faktor: der Stoffwechsel. Je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist, desto schwerer sei es für den weiblichen Organismus, den Fötus und sich selbst mit Nährstoffen und Energie zu versorgen, schreiben Wissenschaftler im Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS). Untersuchungen und Messungen der Energiebilanz zeigen, dass der Kalorienverbrauch schwangerer Frauen in den ersten beiden Trimestern ansteigt, dann jedoch ein Limit erreicht. Gleichzeitig wächst der Energiebedarf des Fötus so lange, bis der Stoffwechsel der Frau nicht mehr in der Lage ist, die Anforderungen zu decken und nach neun Monaten die natürliche Geburt eingeleitet wird.
Somit hat die Veränderung des Beckenknochens, die für den aufrechten Gang verantwortlich ist, keinen Einfluss auf die Dauer der Schwangerschaft, wie bisher angenommen.
Zwar könne es, laut der Forscher noch andere Faktoren geben, die den Zeitpunkt der Geburt beeinflussen, aber die Annahme, dass das weibliche Becken eine Kompromisslösung zwischen Geburt und aufrechtem Gang ist, sei falsch.

Bildquelle: Miroslav Beneda/dreamstime.com

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