Hebamme verurteilt

Eine Hebamme aus Leipzig wurde am Donnerstag wegen fahrlässiger Körperverletzung an einer Schwangeren zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Verfahren dauerte insgesamt drei Jahre.

Am Donnerstag fand der Prozess gegen eine Hebamme wegen fährlässiger Körperverletzung an einer schwangeren Frau statt. Die 49-jährige Hebamme wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 3.000 Euro verurteil. Vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung eines Neugeborenen wurde die Hebamme freigesprochen.

Hebamme nahm Patientin nicht ernst

Im September 2008 kam die Mutter des verstorbenen Kindes in der 35. Schwangerschaftswoche mit Wehen in die Universitätskliniken Leipzig. Die Mutter erlitt einen Riss der Gebärmutter und schwebte in Lebensgefahr. Die verurteilte Hebamme nahm die Schmerzen der Schwangeren nicht ernst und bezeichnete sie als „Heulsuse“. Eine Oberärztin erkannte den Ernst der Lage und stellte den Riss in der Gebärmutter fest. In einer zweistündigen Notoperation wurde das Kind per Kaiserschnitt zur Welt geholt. Nach dem Riss der Gebärmutter wurden die Kreisläufe von Mutter und Kind getrennt, sodass der Säugling auf Grund des Sauerstoffmangels während der Notoperation hirntot auf die Welt kam. Nach zehn Tagen verstarb das Baby in Folge der schweren Hirnschäden. Die Mutter des verstorbenen Kindes leidet seit dem Vorfall an psychischen Problemen, die die Hebamme verursachte.

Hebamme wegen Körperverletzung verurteilt

Eine Hebamme wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt.


Hebamme trotz Verurteilung nicht vorbestraft

Mit diesem Urteil gilt die Hebamme auch dann als nicht vorbestraft, wenn das Urteil rechtskräftig wird. Staatsanwaltschaft und Nebenklage forderten von der Hebamme eine Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen, während die Verteidigung auf Freispruch plädierte. Bei der Urteilsverkündung berücksichtigte Amtsrichterin Kosbab, dass die Hebamme in 29 Berufsjahren 4.000 Geburten begleitete und bisweilen nicht vorbestraft ist. Sie sprach die Hebamme vom fahrlässigen Tötungsdelikt frei, da das Kind zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht als Mensch bezeichnet werden könne. Kosbab richtete zudem schwere Vorwürfe gegen die Universitätsklinik Leipzig, da diese versucht hatte eine Aussage der damaligen Oberärztin vor Gericht zu verhindern. Die Amtsrichterin erklärte außerdem, dass die Klinik im zwischenmenschlichen Bereich versagt habe, da sie den Aufklärungswünschen der Eltern nach dem Tod ihres Kindes nicht nachkam.

Bildquelle: Dreamstime

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