Anna-Maria von Kentzinsky am 25.09.2015

Junge Mütter haben es nicht immer leicht. Schreit das Baby vor Hunger in der Öffentlichkeit, sind manche Menschen schnell genervt. Wird es dann allerdings gefüttert und das Baby ist ruhig, fühlen sich viele durch den Anblick belästigt. Das durfte jetzt auch Kathlin S. erfahren, die im ICE des Bordrestaurants verwiesen wurde, als sie ihr Kind stillen wollte.

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, befand sich Kathlin S. im ICE der Deutschen Bahn auf dem Weg von Hannover nach Frankfurt, als ihre drei Monate alte Tochter Hunger bekam. Da das Kleinkindabteil voll belegt war, setzte sie sich mit dem Säugling in das Bordbistro, das etwas mehr Freiraum und Ruhe bietet. Nachdem sie für sich ein Getränk bestellt hatte, wollte sie auch ihr Kind stillen. Nur kurze Zeit später musste sie sich allerdings vor einer Mitarbeiterin verantworten: „Sofort stand eine Bistromitarbeiterin vor mir und sagte wörtlich: ‚Das muss jetzt nicht auch noch sein.‘“ Auf die Nachfrage, welche Gründe es gegen das Stillen im Bordbistro gebe, wurde die Mutter darauf hingewiesen, dass im Bistro mit Lebensmitteln gearbeitet werde. Kathlin S. musste gehen und ihre Tochter in den engen und nach ihrer Aussage voll belegten Wagen der zweiten Klasse stillen.

Stillen in der Öffentlichkeit ist oftmals problematisch

Stillen in der Öffentlichkeit ist oftmals problematisch

Die Deutsche Bahn als familienfreundliches Unternehmen

Laut Aussage einer Bahnsprecherin, so die „Süddeutsche Zeitung“ weiter, sei das Stillen „im Bordrestaurant grundsätzlich erlaubt … wir sind ein sehr familienfreundliches Unternehmen.“ Des Weiteren wies sie darauf hin, dass die Bistromitarbeiterin lediglich deutlich machen wollte, dass Kathlin S. ihr Kind auch im Kleinkindabteil stillen könne. Als zusätzlichen Grund gab die Bahnsprecherin zu verstehen, dass sich andere Fahrgäste über den Anblick der stillenden Mutter beschwert hätten. Doch daran zweifelt die Mutter, die Reaktion der Bistromitarbeiterin sei dafür einfach zu schnell erfolgt: „Ich habe das Baby noch nicht einmal angelegt, da stand die Mitarbeiter schon vor mir.“ Handelte es sich in diesem Fall also einfach um eine Fehlinformation seitens der Bahnangestellten, die Kathlin S. des Wagens verwies? Die einzige alternative Antwort auf den Rauswurf der Mutter wäre, dass eine Fahrgastbeschwerde ausreicht, um jemanden, der gegen keine Regeln verstoßen hat, aus dem Wagen zu bitten.

Viele Eltern werden die Zwickmühle Stillen kennen. An vielen öffentlichen Orten ist es verboten – immer mit der Begründung, dass sich andere Gäste dadurch gestört fühlen könnten. Das Stillverbot allerdings mit Lebensmittelhygiene zu begründen, ist hinfällig. Schließlich handelt es sich auch bei Muttermilch um ein Lebensmittel – auch wenn es nicht fein säuberlich in einer Plastikverpackung daherkommt.

Bildquelle_ iStock/Halfpoint


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Was denkst du?

  • SuicideSquad am 28.09.2015 um 10:51 Uhr

    Ich finde diesen Vorfall mal wieder sowas von abartig. Und statt einfach ehrlich dazuzustehen, dqass die Dame übers Ziel hinausgeschossen ist, werden dämliche Ausreden erfunden. Wenn sie gemeint hätte, dass sie ja im Kinderbateil stillen könne, hätte sie das wohl genau SO gesagt und dann hätte man ihr natworten können, dass das Abteil voll ist. Wenn mir jemals jemand mit sowas auf den Sack geht während ich stille, wird die Person eine Ladung Muttermilch direkt aus der Titte ins Gesicht bekommen!

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  • Anna-Maria von Kentzinsky am 25.09.2015 um 16:34 Uhr

    Stillen in der Öffentlichkeit - ja oder nein? Was meinst Du?

    Antworten