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Helikoptereltern

Loslassen lernen

Helikoptereltern

Eltern, die ständig um ihre Kinder herumkreisen und sie immerzu kontrollieren, werden Helikoptereltern genannt. Hier erfährst Du, warum manche Eltern sich zu solchen entwickeln und welche Alternativen es zu diesem Erziehungsstil gibt.

Der Begriff „helicopter parents“ wurde in den USA geprägt und wird seit einiger Zeit auch in Deutschland verwendet. Als Helikoptereltern bezeichnet man Eltern, die sich ständig in der Nähe ihres Kindes aufhalten, um es fortwährend behüten und überwachen zu können. Ihr Erziehungsstil zeichnet sich somit durch eine Überbehütung und eine übertriebene Einmischung in die Angelegenheiten des Kindes aus: Sie überwachen es bei seinen Aktivitäten, begutachten kritisch seinen Freundeskreis und versuchen, es vor jedem erdenklichen Übel zu schützen. Zugleich sind sie darauf bedacht, ihrem Kind jeden Wunsch zu erfüllen und sich unermüdlich für sein Wohlergehen einzusetzen. Da das Wohl ihres Kindes für Helikoptereltern an oberster Stelle steht, ist es ihnen ein Anliegen, es bestmöglich zu fördern. Daher stellen sie oftmals besonders hohe Anforderungen an ihr Kind, was nicht selten mit Bildungs- und Leistungsdruck einhergeht. Neben der Schule muss das Kind meist noch zusätzliche Bildungsangebote, Sport- und Musikkurse oder andere Freizeitangebote wahrnehmen. Aufgrund der starken Förderung durch die überambitionierten Eltern haben Kinder von Helikoptereltern oftmals keine Zeit, ihre Umwelt in ihrem eigenen Tempo zu erkunden.

Helikoptereltern: Mutter mit Kind
Helikoptereltern kreisen wie ein Helikopter ständig um ihr Kind herum, um es immerzu überwachen zu können.

Warum werden Eltern zu Helikoptereltern?

Es gibt viele Gründe, warum Eltern zu Helikoptereltern werden. Die meisten Eltern haben heutzutage eine sehr enge Bindung zu ihren Kindern. Einigen fällt es deshalb schwer, ihre Kinder loszulassen. Zudem spielen oftmals auch die gesellschaftlichen Erwartungen eine Rolle. Erziehungsfragen werden zunehmend in der Öffentlichkeit diskutiert. Einige Erziehungsberechtigte werden dadurch verunsichert, sodass sie aus Angst, etwas falsch zu machen, eine Überbehütung entwickeln. Unsicherheiten und Ängste spielen somit bei Helikoptereltern eine nicht unbedeutende Rolle. Sie befinden sich in ständiger Sorge um ihren Nachwuchs, weshalb sie versuchen, so viel Zeit wie möglich mit ihrem Kind zu verbringen und es immerzu zu überwachen, um ihn jede unangenehme Erfahrung ersparen zu können. Einige Experten vermuten zudem, dass die Überhütung auch darauf zurückzuführen ist, dass viele Helikoptereltern in ihrem Leben einen Mangel an Anerkennung erfahren haben. Die daraus resultierenden Defizite versuchen sie durch die Fokussierung auf das Leben ihrer Kinder zu kompensieren.

Helikoptereltern übertragen ihre Ängste auf ihre Kinder

Vor allem Angst um den Nachwuchs ist häufig dafür verantwortlich, dass Eltern sich zu Helikoptereltern entwickeln. Ob sie nun fürchten, dass die Kinder sich beim Spielen verletzen, sich verlaufen, wenn sie alleine unterwegs sind, oder Angst haben, dass ihnen etwas im Straßenverkehr zustößt – Kinder spüren die Ängste ihrer Eltern. Wenn Helikoptereltern ihr Kind ständig kontrollieren, geben sie damit nicht nur ihre eigene Unsicherheit preis, sondern vermitteln ihrem Kind auch das Gefühl, dass es nicht in der Lage ist, etwas alleine zu schaffen. Zwar können Eltern ihr Kind dadurch zumindest für den Augenblick vor einer vermeintlichen Gefahr schützen, doch auf der anderen Seite führt dieses Verhalten auch dazu, dass die Kinder sich selbst nichts zutrauen. Es ist jedoch wichtig, dass Kinder die Chance erhalten, den Umgang mit Risiken zu lernen, damit sie später Verantwortung übernehmen können und wissen, wie sie sich in schwierigen Situation zu verhalten haben.

Helikoptereltern: Welche Probleme können durch die Überbehütung entstehen?

Das Hauptproblem des Erziehungsstils der Helikoptereltern ist, dass die Kinder durch die Überbehütung nicht lernen, selbstständig zu werden. Indem ihre Eltern alle Entscheidungen für sie fällen und ihren Kindern kaum Handlungsspielraum gewähren, werden diese am eigenständigen Denken und Handeln gehindert. Dadurch, dass Helikoptereltern versuchen, jede unangenehme Erfahrung von ihren Kindern fernzuhalten, können diese wichtige soziale Kompetenzen wie Selbstvertrauen, den Umgang mit Konflikten und Problemen sowie Durchhaltevermögen nur schwer entwickeln. Durch die gleichzeitig stattfindende Verwöhnung werden viele Kinder sehr anspruchsvoll und stellen übertriebene Anforderungen an ihre Umwelt. Mangelnde Leistungsbereitschaft sowie die Unfähigkeit, Kompromisse einzugehen, sind oftmals die Folge. Nicht selten ist bei Kindern von Helikoptereltern auch eine starke Rebellion in der Pubertät zu beobachten: Um sich aus den Fängen ihrer Eltern befreien zu können, lehnen sich solche Kinder in der Pubertät oftmals sehr stark auf.

Helikoptereltern: Alternative Erziehungsmodelle

Dass Du Dein Kind nicht sich selbst überlassen sollst, steht außer Frage. Vor allem Kleinkinder bedürfen eines besonderen Schutzes. Doch ein Übermaß an Kontrolle wirkt sich kontraproduktiv aus. Helikoptereltern nehmen ihrem Kind die Chance, selbstständig zu werden. Versuche, zu akzeptieren, dass der Einfluss auf das Leben Deines Kindes begrenzt ist. Damit es sich zu einer selbstständigen Persönlichkeit entwickeln kann, ist es wichtig, dass Du Deinem Kind eine gewisse Autonomie zugestehst. Gib Deinem Kind Freiräume und lasse es auch Fehler machen. Nur so kann es lernen, Verantwortung zu übernehmen. Sieh von der Überbehütung und Kontrolle, wie sie von Helikoptereltern praktiziert wird, ab, aber zeige Deinem Kind gleichzeitig, dass es sich jederzeit an Dich wenden kann, wenn es ein Problem hat und Deinen Rat braucht.

Als Helikoptereltern werden Elternteile bezeichnet, die ihre Kinder in einem Übermaß kontrollieren und ihnen so gut wie keine Freiräume zugestehen. Oftmals ist die Sorge um das Wohl des Kindes dafür ausschlaggebend, dass Eltern sich zu Helikoptereltern entwickeln. Damit Dein Kind sich zu einer selbstständigen Persönlichkeit entwickeln kann, ist es jedoch wichtig, dass Du lernst, loszulassen und ihm eine gewisse Autonomie zugestehst. So lernt Dein Kind, wie es auch mit schwierigen Situationen fertig wird und wie es Probleme eigenständig lösen kann.

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