Eltern besorgt

„Original Play“: Spielmethode in Kitas sorgt für Entsetzen

„Original Play“: Spielmethode in Kitas sorgt für Entsetzen

„Original Play“: Was sich nach einer spaßigen Unterhaltung anhört, steht gerade in harscher Kritik bei Eltern und Politikern. Und das zurecht: Denn hierbei handelt es sich um eine Spielmethode in Kitas, bei der Wildfremde in Kontakt mit den Kindern kommen.

Was ist „Original Play”?

Richtig gehört: Fremde Personen können sich gegen eine Gebühr für dieses Spielchen in der Kita anmelden. Wie auf der Webseite der „International Foundation of Original Play“ erklärt wird, geht es bei der Spielmethode darum, „die Beziehungen zwischen Individuen und Gruppen zu verbessern, indem Aggression und Gewalt zwischen Menschen durch Freundlichkeit und Liebe ersetzt werden und jedes Kind sich sicher und geliebt fühlt.“

Das Angebot richtet sich unter anderem an „Erwachsene - Tutoren, Lehrer*innen aller Bildungsstufen, Eltern, Mitarbeiter*innen von Bildungs-, Kultur- und Schutzeinrichtungen für Kinder, Kindergärten, Einrichtungen für Kinder mit besonderen Bedürfnissen, Rehabilitationszentren für Kinder, Einrichtungen für jugendliche Straftäter und andere Zentren, in denen Bildung und Hilfe für Kinder angeboten wird, sowie für Polizist*innen, Bewährungshelfer*innen und Mitarbeiter*innen des Gesundheitswesens, die sich mit Situationen potentieller Konflikte befassen.“

Es können also eine Reihe an erwachsenen Personen an den Spieleinheiten für Kinder teilnehmen, in Absprache mit der jeweiligen Kita. Dass das jedoch auch eine potentielle Gefahr darstellen kann, zeigt ein neuer Bericht der TV-Sendung „Kontraste”, in der es um Missbrauchs- und Vergewaltigungsvorwürfe im Zusammenhang mit der Erziehungsmethode in einem evangelischen Kindergarten in Berlin geht.

Hier kannst du dir den Beitrag ansehen:

Die „Original Play”-Methode wurde übrigens in einem Zeitraum von über 40 Jahren vom US-Amerikaner Forscher Fred Donaldson entwickelt. Laut „Kontraste”-Bericht habe der 76-Jährige jedoch nie etwas mit Pädagogik gelernt bzw. studiert. Das lässt das Ganze natürlich nochmal dubioser wirken.

Pädagogisch wertvoll oder zu hohe Missbrauchsgefahr?

Missbrauchsvorwürfe gab es nicht nur in Berlin, auch in Hamburg kam es im vergangenen Sommer zu einer Anzeige gegen einen evangelischen Kindergarten. Beide Verfahren wurden jedoch laut Spiegel eingestellt. Die Angaben der „sehr jungen Anzeigenden” ließen sich nicht bestätigen, so die Staatsanwaltschaft Hamburg. Die Kita in Berlin bezieht hier auch selbst nochmal Stellung und weist alle Vorwürfe von sich.

Befürworter der Methode beschweren sich nun natürlich, dass „Original Play” zu Unrecht in Verruf geraten würde, schließlich werden die Kinder beim spielerischen Zusammensein zu nichts gezwungen. Doch macht es das besser, dass Erwachsene so in Kontakt mit Kindern kommen und ihnen womöglich spielerhaft suggerieren, dass sexuelle Handlungen gar nichts Schlimmes seien? Der Berliner Bildungssenat lehnt die Methode auf jeden Fall strikt ab und auch das bayerische Familienministerium sagt ganz klar, dass so „dem Missbrauch Tür und Tor“ geöffnet werde.

Warnend kann man also nur sagen: Höre dich auf jeden Fall in deiner Kita um, ob vor Ort „Original Play” angeboten wird. Denn so nett gemeint die spielerische Idee auch sein mag, so leicht macht sie es den falschen Personen, Zugang zu Kita-Kindern zu erhalten.

Bildquelle:

iStock/Rawpixel

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