Vorhautverengung

Vorhautverengung, auch Phimose genannt, bezeichnet die Verengung der Vorhaut an der Öffnung des Penis. Bei einer Vorhautverengung lässt sich die Vorhaut entweder gar nicht oder nur unter starken Schmerzen zurückziehen, was nicht selten zu Entzündungen und Infektionen führt. Phimose ist jedoch behandelbar. Sogar ohne Operation kann sie sehr effektiv und kostengünstig behoben werden.

Vorhautverengung – Was genau ist das?

Bei einer Vorhautverengung lässt sich die Vorhaut nicht ohne Anstrengung und ohne Schmerzen oder sogar überhaupt nicht über die Eichel schieben. Der Begriff „Phimose“ leitet sich von dem griechischen Wort „phimos“ ab, das so viel wie „Maulkorb, Verengung“ bedeutet. Da sich die Vorhaut am Penis des Jungen gar nicht oder nur mit großen Schwierigkeiten über die Eichel ziehen lässt, bekommt die Eichel also im übertragenen Sinne einen Maulkorb verpasst. In den ersten Lebensjahren eines Jungen ist es völlig normal, wenn sich die Vorhaut noch nicht zurückziehen lässt. In diesem Fall spricht man von einer physiologischen Phimose. Die Vorhaut ist entwicklungsbedingt einfach noch verklebt. Es muss jedoch schon bei Kleinkindern zwischen verklebt und verschlossen unterschieden werden. Sollte die Vorhaut Deines Kindes also tatsächlich verschlossen sein, liegt bei Deinem Kind eine Vorhautverengung vor. Der Grund dafür ist ein Missverhältnis zwischen der Größe der Eichel und der Dehnbarkeit der Vorhautöffnung. Die Verengung des äußeren Vorhautringes kann angeboren oder erworben sein. Oft sind Entzündungen der Eichel oder der Vorhaut und daraus resultierende Vernarbungen oder Verhärtungen für die Phimose verantwortlich. Bei 50 Prozent der Babys kann die Vorhaut bis nach Abschluss des ersten Lebensjahres zurückgeschoben werden. Nach dem dritten Lebensjahr lässt sich die Vorhaut bereits bei 90 Prozent der Kinder zurückschieben. Bei 16- bis 17-jährigen Jugendlichen sind es sogar 99 Prozent.

So erkennst Du, ob Dein Sohn eine Vorhautverengung hat

Für eine Vorhautverengung gibt es eine Reihe typischer Symptome. Neben dem Umstand, dass sich die Vorhaut gar nicht oder nur sehr schwer und unter starken Schmerzen über die Eichel ziehen lässt, ist das Aufblähen der Vorhaut beim Wasserlassen ein weiteres Anzeichen für eine Phimose. Außerdem können häufige Entzündungen von Vorhaut und Eichel ein Hinweis auf eine Vorhautverengung sein. Des Weiteren deuten ein besonders dünner und immer ein wenig abgelenkter Harnstrahl sowie Schmerzen beim Wasserlassen und ein nachhaltiger Harnstau auf eine Vorhautverengung hin. Wenn Dein Sohn also eines dieser Symptome aufweist, solltest Du einen Arzt aufsuchen und ihm von den Symptomen und Deinem Verdacht berichten. Du solltest jedoch nie selbst bei Deinem Kind versuchen, die Vorhaut zurückzuschieben, da es dabei zur Abschnürung der Eichel durch den engen Ring der Vorhaut kommen kann. Diesen Vorgang nennen Mediziner Paraphimose. Dabei tritt eine Störung des Blutabflusses auf, sodass Vorhaut und Eichel schmerzhaft anschwellen.

Die therapeutische Behandlung der Vorhautverengung

Eine Vorhautverengung sollte auf jeden Fall behandelt werden, da es ansonsten zu einigen Komplikationen wie zum Beispiel chronischen Entzündungen oder Harnwegsinfekten kommen kann. Besteht die Phimose über Jahre hinweg, kann sich die Vorhaut sogar irreversibel verändern, was wiederum eine Beschneidung notwendig macht. Ärzte raten jedoch dazu, sich vor dem fünften Geburtstag des Kindes bezüglich einer Behandlung überhaupt nicht festzulegen. Erst, wenn bei Deinem Sohn nach Vollendung des fünften Lebensjahres ein Zurückziehen der Vorhaut immer noch nicht möglich ist, solltest Du also in Erwägung ziehen, dass er möglicherweise an einer krankhaften Phimose leidet. Spätestens bei der U9 – im Alter von etwa fünf bis fünfeinhalb Jahren – sollte dann eine Behandlung erfolgen. Die Behandlung der Vorhautverengung kann sowohl therapeutisch als auch operativ geschehen. Ziel der Behandlung ist es, die Harnentleerung Deines Sohnes zu normalisieren und ihm eine angemessene Körperhygiene sowie später eine ungestörte sexuelle Funktion zu ermöglichen. Die Behandlung einer Vorhautverengung besteht darin, die zu enge Vorhaut entweder zu erweitern oder – wenn dies wirklich überhaupt nicht möglich ist – zu entfernen. Oft ist aber eine operative Behandlung der Vorhaut gar nicht notwendig. So gibt es beispielsweise die Möglichkeit, eine Therapie mit Kortisonsalben auszuprobieren. Wenn die Phimose nicht allzu stark ausgeprägt ist, ist es durchaus wahrscheinlich, dass das Problem nach einigen Wochen behoben ist. Die Kortisonsalben-Behandlung führt bei einem Großteil der Patienten zum Erfolg. Bei dieser Methode solltest Du darauf achten, dass Dein Sohn die vom Arzt verordnete Salbe mehrmals täglich auf seine Penisspitze aufträgt. Durch vorsichtiges Zurückschieben der Vorhaut kann diese so langsam gedehnt werden.

Die operative Behandlung der Vorhautverengung

Vorhautverengung: Nachdenklicher Junge

Bei einer Vorhautverengung lässt sich die Vorhaut nicht über die Eichel schieben. Die Verengung kann jedoch behandelt werden.


Führt eine therapeutische Behandlung zu keinem Erfolg, kann eine OP die Vorhautverengung beheben. Die Operation geht in der Regel in wenigen Minuten vonstatten. Meist findet sie ambulant unter einer kurzen Narkose statt. Trotzdem solltest Du ganz sicher gehen und darauf achten, dass Du diesen operativen Eingriff bei Deinem Sohn in einer Einrichtung durchführen lässt, die auch für postoperative Notfälle gerüstet ist. Nach der Vorhautoperation darfst Du Deinen Sohn wieder mit nach Hause nehmen. So kann er sich in vertrauter Umgebung erholen. Die meisten Kinder überstehen die Operation sehr gut und haben danach keine Probleme mehr mit einer Vorhautverengung. Zu Komplikationen wie Nachblutungen oder Infektionen kommt es nur in sehr seltenen Fällen. Trotzdem solltest Du nach der OP auf eine sorgfältige Wundbehandlung achten.

Bei einer Vorhautverengung kann die Vorhaut gar nicht oder nur sehr schwer über die Eichel geschoben werden. Wenn Dein Sohn an einer sogenannten Phimose leidet, solltest Du auf jeden Fall dafür sorgen, dass er behandelt wird, da die Verengung der Vorhaut schmerzhaft ist und zu chronischen Entzündungen oder Harnwegsinfekten führen kann. Meist ermöglicht schon eine therapeutische Behandlung mit Kortisonsalben die Erweiterung der Vorhaut. Wenn diese Methode bei Deinem Sohn keinen Erfolg bringt, kann seine Vorhautverengung auch durch eine ambulante Operation behoben werden.

Bildquelle:Voyagerix/istock/Thinkstock


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