Kinder: Hilfe beim Trauern

Die Kinderkommission des Bundestages rät, dass Kinder bei einem Todesfall in der Familie mit zur Beerdigung gehen und aktiv bei ihrer Trauer unterstützt werden.

Experten und Abgeordnete diskutierten gestern bei einer öffentlichen Anhörung der Kinderkommission des Bundestages das Thema Trauer bei Kindern. Sie diskutierten die Frage, ob Kinder anders trauern als Erwachsene und wie man ihnen beim Trauern helfen kann. Jürgen Kurth vom Domino–Zentrum für trauernde Kinder betonte, dass Kinder in jedem Fall mit zur Beerdigung gehen sollten, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist. Es seien nicht die Kinder, die ein Problem mit dem Tod hätten, sondern die Erwachsenen.

Kinder und Beerdigungen

Wenn dem Kind die Teilnahme an der Beerdigung verwehrt wird, sei es nur noch schwieriger, seine Trauer zu verarbeiten. „Kinder, die wir betreut haben, waren ärgerlich, wenn sie nicht mit durften oder ihnen die wahren Umstände des Todes, zum Beispiel ein Suizid eines Elternteils, verheimlicht wurden“, so Kurth.

Kinder haben weniger Probleme mit dem Tod als Erwachsene.

Es seien nicht die Kinder, die ein Problem mit dem Tod hätten.


Auch die Unterstützung durch Freunde und Verwandte sei wichtig. Kurth fügte hinzu: „Stirbt ein nahes Familienmitglied wie der Vater oder die Mutter, dann sollten Verwandte dem Kind beistehen, denn eine um ihren Partner trauernde Mutter oder ein trauernder Vater können solch einen Verlust nur schwer allein bewältigen.“

Konkret mit Kindern über den Tod sprechen

Die Experten rieten weiterhin, Kinder zu ermutigen, sich nicht zurückzuziehen und mit Kindern nicht metaphorisch über den Tod zu sprechen. „Kinder denken sehr konkretistisch“, so Dr. Miriam Haagen, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und Psychotherapie. Mit Formulierungen wie „einschlafen“ oder „gegangen“ könnten Kinder oft wenig anfangen.


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