Kinder in Krisengebieten

In ihrem Jahresbericht fasst die UNO auf 51 Seiten das Leiden von Kindern in Krisen- und Kriegsgebieten zusammen. Immer häufiger werden Kinder hier nicht nur zufällig verletzt, sonder auch missbraucht oder sogar getötet.

Die „Liste der Schande“ dokumentiert das Leiden von Kindern in Krisengebieten

Jedes Jahr erstellt Radhika Coomaraswamy, Sonderbeauftragte der UNO, die „Liste der Schande“. Auf dieser Liste werden Länder und Gruppierungen veröffentlicht, die gegen das Recht von Kindern im Krieg und in bewaffneten Auseinandersetzungen verstoßen. Spiegel online berichtet, dass dieses Jahr 23 Länder und insgesamt 52 Konfliktparteien auf der Liste stehen. Kinder in Zentralafrika sind besonders schlimm betroffen. Syrien, Libyen, der Jemen und der Libanon tauchen zum ersten Mal auf der „Liste der Schande“ auf.
Die UNO klassifiziert sechs Arten von Verbrechen an Kindern. Diese reichen von der Verweigerung humanitärer Hilfe über Entführung, sexuelle Übergriffe, den Missbrauch als Kindersoldaten oder Zwangsarbeiter bis hin zu Angriffen auf Schulen und Krankenhäuser und dem Verletzen und Töten von Kindern.
Ein besonders erschreckender Punkt ist, dass Kinder immer häufiger als Selbstmordattentäter eingesetzt werden. In Pakistan und Afghanistan wurden im vergangen Jahr elf solcher Fälle bekannt. Der jüngste Attentäter sei laut dem Bericht der UNO erst acht Jahre alt gewesen.

Lord Resistance Army entführt mehr als 600 Kinder

Besonders besorgt ist die UNO über das Vorgehen der Lord Resistance Army unter der Führung des Massenmörders Joseph Kony. Die etwa 300 bis 500 bewaffneten Männer ziehen ungehindert durch Zentralafrika, es ist bisher noch niemandem gelungen, erfolgreich gegen die Miliz vorzugehen. Allein in den letzten drei Jahren entführte die Lord Resistance Army etwa 600 Kinder und Jugendliche, wobei die UNO von noch einer deutlich größeren Dunkelziffer ausgeht. Etwa die Hälfte der entführten Kinder sind Mädchen, die sexuell missbraucht und zwangsverheiratet werden. Die Jungen werden als Kindersoldaten, Spione, Träger und Köche eingesetzt. Nicht selten werden sie gezwungen Angehörige und Freunde zu töten.

Spielklötze mit einem Soldatenhelm

Anstatt zu spielen, müssen viele Kinder in Kriesengebieten der Realität des Krieges ins Auge sehen.


Kinder leiden unter dem Bürgerkrieg in Syrien

Seit März 2011 ist Syrien von einem Bürgerkrieg betroffen. Befragungen der UNO vor Ort haben ergeben, dass besonders Kinder unter den Zuständen im Land leiden. Sie werden gezielt in staatlichen Gefängnissen misshandelt und getötet und von den Konfliktparteien als menschliche Schutzschilder missbraucht. Allein seit Anfang des Waffenstillstands im Mai dieses Jahres sind laut Spiegel online mehr als 50 Kinder getötet worden. In besonderer Kritik der UNO stehen die Assad-Armee, der staatliche Geheimdienst und die Schabiha-Miliz.

Positive Entwicklungen für Kinder

Doch bei all diesen schrecklichen Meldungen gibt es auch positive Entwicklungen. 2011 gelang es sechs Konfliktparteien von der „Liste der Schande“ gestrichen zu werden. Um das zu erreichen, musste sie ein speziell hierfür entwickeltes Programm der UNO durchlaufen. Coomaraswamys Fazit: „Wir machen Fortschritte. Doch die Liste wird immer zu lang sein“.

Bildquelle: Edward Fielding/Dreamstime.com

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