Kinderbetreuung statt Betreuungsgeld

Heute veranstaltet der Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine Anhörung zum geplanten Betreuungsgeld. SPD, Grüne sowie BDA und DGB fordern bessere Betreuung statt Betreuungsgeld.

Bessere Kinderbetreuung statt Betreuungsgeld

Betreuungsgeld statt bessere Kinderbetreuung?

Betreuungsgeld: Schafft es falsche Anreize?

2013 soll das Betreuungsgeld in Deutschland eingeführt werden, so der Plan von CDU, CSU und FDP. Ziel dieser geplanten Gesetzesänderung ist es, die Leistung der Eltern bei der Kinderbetreuung stärker zu würdigen und den Eltern mehr Freiheit bei der Art der Kinderbetreuung zu ermöglichen. SPD und Grüne wollen das Gesetz verhindern und werden hierzu in der heutigen Sitzung Stellung nehmen. Kritisiert wird vor allem, dass die Auszahlung eines Betreuungsgeldes falsche Anreize schaffe. Vor allem sozial schwächere Familien könnten ihren Kindern so eine Betreuung durch den Kindergarten oder eine Kita vorenthalten, um zusätzliche Gelder vom Staat zu beziehen, so die Argumentation der Grünen.

Auch BDA und DGB sprechen sich in einer gemeinsamen Pressemitteilung gegen die Einführung des Betreuungsgeldes aus. Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende, erklärt: „Die Einführung des Betreuungsgeldes wäre eine bildungspolitische Katastrophe. Gerade für Eltern aus einkommensschwachen Haushalten ist das ein starker finanzieller Anreiz, ihre Kinder nicht in eine Kita zu schicken. Das belegen die Erfahrungen aus Norwegen und Thüringen. Das nimmt aber gerade den Kindern Chancen einer frühen Förderung, auf die viele angewiesen sind. Mit dem Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz hingegen haben Mütter und Väter endlich echte Wahlfreiheit, sich auch für Familie und Beruf zu entscheiden. Doch der Ausbau der Kitaplätze geht nur schleppend voran. Die Bundesregierung muss deshalb die jährlich für das Betreuungsgeld vorgesehenen 1,9 Milliarden Euro in den Krippenausbau investieren.“

Auf die Studien zum Effekt des Betreuungsgeldes in Norwegen und Finnland und die Erfahrungen in Thüringen, wo es bereits ein Betreuungsgeld gibt, beruft sich auch die SPD. Die Studien zeigten eine sinkende Zahl der Kleinkinder, die in öffentlichen Betreuungseinrichtungen angemeldet wurden, kombiniert mit einer sinkenden Erwerbsbeteiligung der Mütter. Fazit der Betreuungsgeld-Gegner ist daher: Lieber mehr Geld in den Ausbau professioneller Kinderbetreuung investieren, als ein Betreuungsgeld an Eltern auszuzahlen.


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