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Kinderbuch soll Waffenbesitz der Eltern erklären

„My Parents Open Carry“

Kinderbuch soll Waffenbesitz der Eltern erklären

Der Umgang mit Schusswaffen in den USA ist für viele Europäer mehr als nur unverständlich und doch tragen viele Amerikaner Pistolen zur eigenen Verteidigung mit sich. Während deutsche Eltern ihren Kindern jedoch beibringen, dass man mit Waffen nicht spielt, bekommen waffenvernarrte Eltern in den USA nun ein Bilderbuch an die Hand, das es ihnen erleichtern soll, den Kindern die Gründe für den Waffenbesitz zu erklären.

Kinderbuch über legalen Waffenbesitz

Viele Menschen in Amerika fühlen sich nicht sicher und bestehen daher auf dem Recht, eine Schusswaffe zu besitzen, das ihnen vom zweiten Zusatzartikel der Verfassung zugesprochen wird. Der Waffenbesitz der Eltern steht jedoch im krassen Gegensatz zu der Lektion, die viele Kinder sonst schon früh lernen: „Mit Waffen spielt man nicht!“ Das Kinderbuch „My Parents Open Carry“ (übersetzt in etwa: „Meine Eltern tragen [ihre Waffen] sichtbar“) von Brian Jeffs und Nathan Nephew soll Waffennarren nun ein kindgerechtes Mittel an die Hand geben, den Kleinen den Waffenbesitz zu erklären. So begeistert die Fraktion der Waffenbefürworter von dem Buch ist, so schockiert sind ihre Gegner von dem skurrilen Buch, wie „The Guardian“ berichtet.

Waffenbesitz in Haushalten mit Kindern?
Das Buch „My Parents Open Carry“ soll Kindern den Waffenbesitz der Eltern erklären.

Bilderbuch über offenen Waffenbesitz

Im Buch „My Parents Open Carry“ geht es laut den Aussagen der Autoren Jeffs und Nephew auf ihrer Webseite um die 13-jährige Brenna Strong, die mit ihren Eltern „einen typischen Samstag verbringt, Besorgungen macht und Spaß hat“. Nicht ganz so typisch ist hingegen der offene Waffenbesitz der Strongs. Auch auf dem Cover des von Lorna Bergman illustrierten Buchs sieht man die Waffen der Eltern deutlich an ihren Gürteln befestigt. Das Bilderbuch ist für die Autoren, die Mitbegründer der Initiative „Michigan Open Carry" sind, eine längst fällige Antwort auf den Mangel an „Pro-Waffen Büchern für Kinder“, wie der „Guardian“ berichtet. „Unser Ziel war es, ein förderliches Familienbuch abzuliefern, das die Sichtweise der meisten Amerikaner reflektiert, nämlich, dass Selbstverteidigung ein grundlegendes Recht ist und dass Schusswaffen das effektivste Mittel dieser Verteidigung darstellen“, geben die Verfasser des Buches bekannt. Das Thema Waffenbesitz ist jedoch auch in Amerika nach wie vor umstritten.

Kritik am Buch über Waffenbesitz

Obwohl die Autoren von „My Parents Open Carry“ auf ihrer Webseite viele begeisterte Zitate von Befürwortern ihres Bilderbuchs veröffentlichen, hagelt es auch kräftig Kritik an dem Werk. Der unabhängige Online-Nachrichtendienst „Raw Story“ widmet sich dem Buch über den offenen Waffenbesitz mit viel Sarkasmus. Die von Jeffs und Nephew angebotene Inhaltsangabe wird dort beispielsweise ein wenig umgetextet in „ein Tag im Leben einer typischen Familie von Waffennarren und Einführung für die Kinder von Waffennarren, die glücklich sein können, wenn sie ihren zehnten Geburtstag erleben“. Auch die Kinderbuchverlegerin Elizabeth Laws zeigt sich nicht gerade begeistert von dem Buch über das Recht auf Waffenbesitz und twittert, dass sie nach 25 Jahren erstmals „sprachlos“ durch ein Kinderbuch geworden sei.

Das Buch „My Parents Open Carry“ der amerikanischen Waffenbefürworter Brian Jeffs und Nathan Nephew soll es Eltern erleichtern, ihren Kindern zu erklären, warum Waffenbesitz ein fundamentales Grundrecht sei. Solch eine umstrittene Aussage in einem Bilderbuch für Kinder bringt natürlich ordentlich Kritik von Seiten der Waffengegner. Eventuell sollten die Waffennarren in den USA ihren Kindern lieber Bücher über gewaltfreie Konfliktlösung vorlesen, dann würden vielleicht nicht jedes Jahr 10,000 Kinder durch Schusswaffen verletzt oder sogar getötet.

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