Kinderschutzgesetz polarisiert

Bund und Länder haben ein neues Kinderschutzgesetz auf den Weg gebracht, das für Diskussion sorgt. Sehen die Politiker darin einen großen Schritt in die richtige Richtung, zeigt sich die Deutsche Kinderhilfe enttäuscht.

Der Lösungsvorschlag für das Bundeskinderschutzgesetz, welchen Vertreter von Bund und Ländern am 13. Dezember 2011 dem Vermittlungsausschuss übermittelt haben, geht dem Vorsitzenden der Deutschen Kinderhilfe, Georg Ehrmann, nicht weit genug. Er forderte jetzt den Vermittlungsausschuss auf, das Gesetz zu stoppen.

Bund sieht Kinderschutzgesetz auf dem richtigen Weg

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Familie sieht die Einigung als Erfolg an, nachdem noch in der letzten Legislaturperiode eine solche gescheitert war. In dem neuen Kinderschutzgesetz möchte der Bund die psychosoziale Unterstützung von Familien dauerhaft sichern und hat dafür jeweils Mittel in Höhe von 45 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre zugesagt. Ab 2014 wird dieser Betrag noch einmal um sechs Millionen Euro jährlich erhöht.

Kinderschutzgesetz auf dem Weg

Das neue Gesetz soll Kinder besser vor Misshandlung und Missbrauch schützen


Kinderhilfe kritisiert neues Kinderschutzgesetz

Die Deutsche Kinderhilfe sieht in dem neuen Bundeskinderschutzgesetz einen „beschämenden“ Kompromiss. Der Vorsitzende Georg Ehrmann kritisiert, dass die Vorschriften, die das neue Gesetz mache, nicht weit genug gehen. So dürfen beispielsweise weiterhin ehrenamtliche Trainer und Betreuer auch ohne Vorlage eines Führungszeugnisses mit Kindern arbeiten. Ein weiterer großer Schwachpunkt des neuen Kinderschutzgesetzes besteht laut Ehrmann darin, dass insbesondere der Schutz behinderter Kinder nach wie vor unzureichend sei. Ehrmann fordert nun vom Vermittlungsausschuss, das Gesetz zu stoppen.

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