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Bioethik

Embryonenschutz

Bioethik

Die Bioethik befasst sich mit der Frage, wie der Mensch mit anderem menschlichen Leben und der Natur umgehen soll. Ein weites Themengebiet innerhalb dieser ethischen Reflexion stellt die Reproduktionsmedizin dar. Daher ist die Bioethik insbesondere für Paare mit Kinderwunsch von großem Interesse.

Die Bezeichnung Bioethik bezieht sich auf die ethische Reflexion des menschlichen Umgangs mit der belebten Umwelt. Sie befasst sich also – allgemein ausgedrückt – damit, wie der Mensch mit dem Leben anderer Menschen und der Natur umgeht. Ziel der Bioethik ist es, einen weitestgehenden gesellschaftlichen Konsens zu diesen Themengebieten zu finden, auf dessen Grundlage sich normative Regeln wie etwa Gesetze, Konventionen und Entscheidungsgrundlagen für Ethikkommissionen aufstellen lassen. Im Mittelpunkt steht dabei immer der verantwortungsvolle Umgang mit dem Leben. Für Paare, die sich ein Kind wünschen, ist die Bioethik vor allem deshalb von Interesse, weil sie sich insbesondere auch mit Fragen der Reproduktionsmedizin befasst. Wenn Du und Dein Partner über eine künstliche Befruchtung nachdenkt, solltet Ihr Euch daher mit der Bioethik auseinandersetzen.

Bioethik: Eizellen
Die Bioethik befasst sich mit entscheidenden Fragen der Reproduktionsmedizin.

Bioethik: Wann beginnt das menschliche Leben?

Ein besonders brisantes Thema, mit dem sich die Bioethik befasst, ist die Frage nach dem Beginn des menschlichen Lebens. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ab wann das menschliche Leben so weit entwickelt ist, dass ihm die volle Menschenwürde und somit auch der volle Lebensschutz zugestanden werden können. Diese Kontroverse spielt daher immer auch eine Rolle bei den verschiedenen Verfahren der künstlichen Befruchtung. Denn die Menschenwürde beginnt in den Augen Vieler bereits ab der Verschmelzung von Samen- und Eizelle, da die befruchtete Eizelle schon das volle Potenzial zur Entstehung eines Menschen besitzt. Diese Ansicht wird vor allem durch christliche Ethiker vertreten. Aufgrund dessen sprechen sie sich ab dem Zeitpunkt der Verschmelzung der Zellkerne gegen jegliche Manipulation des Embryos aus. Präimplantationsdiagnostik, therapeutisches und reproduktives Klonen und teilweise auch der Abbruch einer Schwangerschaft sind in ihren Augen somit nicht vertretbar. Wesentliche Punkte dieser Richtung der Bioethik finden sich auch im deutschen Embryonenschutzgesetz. Andere Personen vertreten hingegen die Auffassung, dass die Menschenwürde erst später beginnt, beispielsweise mit der Geburt. Aber auch hier gehen die Meinungen auseinander. Während die einen der Ansicht sind, dass das menschliche Leben mit der Geburt beginnt, glauben andere, dass die Menschenwürde schon mit der Einnistung in der Gebärmutter oder mit der Entstehung des zentralen Nervensystems einsetzt. Ein wesentlicher Bestandteil der Diskussion über den Beginn der Menschenwürde ist auch die Frage, was mit den befruchteten Embryonen passiert, die bei einer künstlichen Befruchtung – wie etwa im Falle einer In-vitro-Fertilisation – nicht in die Gebärmutter eingepflanzt werden.

Bioethik und Präimplantationsdiagnostik

Ein wichtiger Punkt, mit dem sich die Bioethik befasst, ist die Präimplantationsdiagnostik (PID). Diese umfasst alle zellbiologischen und molekulargenetischen Untersuchungen, die der Entscheidung darüber dienen, ob ein Embryo, der durch die In-vitro-Fertilisation erzeugt wurde, in die Gebärmutter eingesetzt werden soll oder nicht. Die Präimplantationsdiagnostik wird ebenfalls kontrovers diskutiert. Vereinfacht lassen sich die beiden Hauptpositionen wie folgt zusammenfassen: Die Gegner der PID wollen verhindern, dass auf den Fortpflanzungsprozess in irgendeiner technischen Weise Einfluss genommen wird, da dies ihrer Meinung nach unnatürlich sei und/oder im Widerspruch zur christlichen Lehre stehe. Zudem werden die Embryonen von den Kritikern dieses Verfahrens bereits als Menschen angesehen. Daher sei es verwerflich, sie an ihrer Entwicklung zu hindern. Darüber hinaus sei es unvertretbar, die Anerkennung eines Embryos davon abhängig zu machen, ob er bestimmte genetische Fähigkeiten aufweise oder nicht. Die Befürworter der Präimplantationsdiagnostik halten dagegen, dass religiös bedingte Vorbehalte in einer säkularisierten Welt keine Allgemeingültigkeit beanspruchen könnten. Zudem sehen es die Befürworter der PID als positiv an, dass diese Methode Eltern mit einer genetischen Vorbelastung die Möglichkeit gibt, zu prüfen, ob auch bei ihrem Embryo eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine schwere Erbkrankheit vorliegt. Eltern seien dazu verpflichtet, ihren Kindern die bestmöglichen Startbedingungen für das Leben zu schenken. Dazu gehöre auch die Möglichkeit, sich gegen einen Embryo mit einem genetischen Defekt zu entscheiden. Ein weiteres Argument, das die PID-Befürworter in der Debatte der Bioethik vorbringen, bezieht sich auf das Risiko einer Tot- oder Fehlgeburt: Mithilfe des Verfahrens lasse sich bereits vor der Einpflanzung des Embryos sagen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für eine Tot- oder Fehlgeburt sei, sodass den Eltern diese Erfahrung von vornherein erspart werden könne.

Bioethik: Designerbabys und Rettungsgeschwister

Kontrovers diskutiert werden in der Bioethik auch die sogenannten Designerbabys. Dabei handelt es sich um Embryonen, die genetisch selektiert wurden, um bestimmte Eigenschaften wie beispielsweise ein besonderes Aussehen oder ein bestimmtes Talent aufzuweisen. In Deutschland ist diese Praxis durch das Embryonenschutzgesetz verboten. In anderen Ländern ist die Auswahl von Embryonen mit bestimmten genetischen Eigenschaften jedoch in besonderen Fällen erlaubt. In Spanien dürfen Embryonen durch In-vitro-Fertilisation künstlich gezeugt und mittels Präimplantationsdiagnostik von den Eltern ausgesucht werden, um später als Stammzellenspender für ein ansonsten unheilbar krankes Geschwisterkind in Frage zu kommen. Solche Kinder werden auch Rettungsgeschwister oder Rettungsbabys genannt. In der Bioethik sind Designerbabys und Rettungsgeschwister unter anderem deshalb umstritten, weil die gezielte Auswahl einer passenden befruchteten Eizelle zwangsläufig damit einhergeht, dass die anderen befruchteten Eizellen aussortiert werden und diese somit nicht die Chance auf ein weiteres Leben erhalten. Zudem sind Designerbabys umstritten, da sie das Prinzip der bedingungslosen elterlichen Liebe von vornherein gewissermaßen außer Kraft setzen oder zumindest in Frage stellen könnten.

Bioethik: Das Geschlecht im Vorfeld bestimmen

Ein weiteres Thema, das in der Bioethik kontrovers diskutiert wird, ist die Geschlechtsselektion, die in Israel und den USA bereits erlaubt ist. Neben der Möglichkeit, mehrere Embryonen im Reagenzglas zu züchten und später nur einen Embryo, der das von den Eltern gewünschte Geschlecht aufweist, in die Gebärmutter einzusetzen, gibt es in den USA zudem eine Technologie, die es den Eltern ermöglicht, die Spermien nach X- und Y-Chromosomen filtern zu lassen. Auch hierbei befasst sich die Bioethik wieder mit der Frage, was mit den Embryonen geschieht, die aussortiert werden. Zudem steht die Frage im Raum, ob der Menschen überhaupt das Recht dazu hat, Einfluss auf das Geschlecht zu nehmen. Darüber hinaus befürchten Kritiker, dass ein solches Verfahren in den Ländern, in denen es angewandt wird, zu einem Ungleichgewicht der Geschlechter führen könnte.

Die Bioethik bezeichnet die ethische Reflexion des menschlichen Umgangs mit anderem menschlichen Leben und der Natur. Einen zentralen Stellenwert innerhalb der bioethischen Reflexion nimmt die Frage nach dem Beginn des menschlichen Lebens ein. Während für die einen bereits eine befruchtete Eizelle ein menschliches Leben darstellt, beginnt für die anderen das Leben erst mit der Geburt. Insofern spielt die Bioethik eine wichtige Rolle für alle ethischen Fragen, die im Zusammenhang mit der Reproduktionsmedizin stehen. Insbesondere geht es um die Frage, was mit den im Zuge einer künstlichen Befruchtung erzeugten Embryonen, die nicht in die Gebärmutter eingepflanzt werden, geschehen soll.

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