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Künstliche Befruchtung durch In-Vitro-Fertilisation

Künstliche Befruchtung

Künstliche Befruchtung durch In-Vitro-Fertilisation

Eine In-Vitro-Fertilisation (IVF) – oder auch Reagenzglasbefruchtung – ist für Paare eine große Herausforderung und das in vielerlei Hinsicht. Doch wenn medikamentöse und operative Behandlungen keine Wirkung zeigen, ist eine In-Vitro-Fertilisation für Paare mit Kinderwunsch oftmals die einzige Möglichkeit, ein eigenes Kind zu bekommen. Die Behandlung verläuft in mehreren Schritten und ist mit einer langen Vorbereitungsphase verbunden.

Die Vorbereitung auf die In-Vitro-Fertilisation

Wenn Dein Partner und Du auf natürlichem Wege kein eignes Kind bekommen könnt, ist eine künstliche Befruchtung oftmals die beste Lösung, um doch noch ein eigenes Baby austragen zu können. Kommt eine solche Behandlung für Euch in Frage, solltest Du zuerst Deinen Frauenarzt darauf ansprechen. Meist verweist dieser Dich dann an eine Kinderwunschklinik, in der alles Weitere in Angriff genommen wird. Jede In-Vitro-Fertilisation beginnt mit einem ausführlichen Beratungsgespräch, in dem Du und Dein Partner alle wichtigen Informationen erhaltet. Es werden wichtige Fragen geklärt sowie Medikamente und deren Anwendung erläutert. An dieser Stelle wird ebenfalls geklärt, ob gegebenenfalls noch vor der In-Vitro-Fertilisation bestimmte Untersuchungen, wie die Anfertigung eines Blutbildes oder eine zusätzliche Samenanalyse, durchgeführt werden müssen.

In-Vitro-Fertilisation: Befruchtung im Reagenzglas
Bei der In-Vitro-Fertilisation werden Deine Eizellen in einer Petrischale befruchtet.

Behandlungsplan für die In-Vitro-Fertilisation

Nach ausführlichen Gesprächen und eventuellen Voruntersuchungen, wird ein individueller Behandlungsplan für die In-Vitro-Fertilisation angefertigt. Es gibt Medikamente verschiedenster Art und mit unterschiedlichen Hormonzusammensetzungen und -dosierungen. Zunächst geht es jedoch darum, die eigene Hormonproduktion zu unterdrücken, damit es nicht zu einem spontanen Eisprung kommen kann. Auf diese Hormontherapie folgt die Stimulation der Eierstöcke. Tägliche Injektionen sollen bewirken, dass mehrere Eizellen heranreifen. Angestrebt wird zumeist eine Anzahl von zehn bis fünfzehn Zellen, die mit Hilfe der In-Vitro-Fertilisation in einem Reagenzglas befruchtet werden und daraufhin wieder in Deine Gebärmutter eingesetzt werden.

Kontrolluntersuchungen während der In-Vitro-Fertilisation

Während der Behandlung mittels In-Vitro-Fertilisation werden regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt. Hierbei werden insbesondere zwei Punkte beachtet, die den Erfolg der bisherigen Behandlung anzeigen können. Zum Einen ist das die Größe der Eibläschen, denn diese gilt als Maß für die Reife der Eizellen, zum Anderen die Dicke der Gebärmutterschleimhaut, denn auch diese gilt als Indikator für den geeigneten Zeitpunkt der Punktion. Beides wird im Rahmen der In-Vitro-Fertilisation per Vaginal-Ultraschall kontrolliert.

Die eigentliche In-Vitro-Fertilisation

Sind die Eizellen nahezu vollständig gereift, wird der Eisprung mittels einer Injektion mit humanem Choriongonadotropin künstlich eingeleitet. Dies ist der erste Schritt der eigentlichen In-Vitro-Fertilisation. Es ist extrem wichtig, dass die Injektion pünktlich durchgeführt wird, denn nur so kann die letzte Phase der Eizellenreifung beginnen. 35 Stunden später werden die Eizellen durch eine Punktion entnommen. Die Entnahme kann nur geschehen, wenn die Zellen noch nicht vollständig gereift sind, sonst kann eine In-Vitro-Fertilisation nicht erfolgreich durchgeführt werden. Die Follikelpunktion, bei der mit Hilfe einer Hohlnadel die Eizellen entnommen werden, erfolgt meist unter lokaler Betäubung und kann am Bildschirm verfolgt werden. Für diesen ersten Eingriff der In-Vitro-Fertilisation wird in der Regel eine halbe Stunde eingeplant, wobei die Punktion selbst nur fünf bis maximal zehn Minuten dauert. Anschließend werden die Eizellen und die sie umgebende Flüssigkeit in ein Reagenzglas abgesaugt und in ein Embryokulturlabor gebracht. Dort wird unmittelbar kontrolliert, ob Eizellen gewonnen werden konnten und wenn ja, wie viele es sind.

Vor der In-Vitro-Fertilisation: Entnahme der Eizellen

Die Entnahme der Eizellen ist der Start der eigentlichen In-Vitro-Fertilisation. Manche Frauen empfinden Schmerzen oder ein unangenehmes Gefühl bei der Punktion. Im Allgemeinen ist dieser Eingriff jedoch gut verträglich. Es kann auch sein, dass nach dem Eingriff noch einige Beschwerden auftreten. Aus diesem Grund ist es ratsam, am Tag der Entnahme keine weiteren Verabredungen zu treffen. Wie jeder andere operative Eingriff geht auch die Punktion bei der In-Vitro-Fertilisation mit einer geringen Wahrscheinlichkeit von Komplikationen einher. Blutungen und Infektionen sind zwei mögliche Komplikationen, die jedoch recht selten auftreten. Die behandelten Frauen erholen sich im Allgemeinen rasch von dem Eingriff.

In-Vitro-Fertilisation: Befruchtung im Reagenzglas

Im Embryokulturlabor werden die gewonnenen Eizellen nach ihrem Reifegrad klassifiziert. Wenn sie für die In-Vitro-Fertilisation bereit sind, wird der Partner um eine Samenprobe gebeten. Die Spermien werden analysiert und mit einer speziellen Nährlösung gewaschen, um die beweglichen Samenzellen zu isolieren. Dann erfolgt der Befruchtungsprozess der In-Vitro-Fertilisation, bei dem jede Eizelle mit mindestens 50.000 Samenzellen in eine Petrischale gesetzt wird. Innerhalb von 18 Stunden kann der Embryologe dann feststellen, ob es zu einer Befruchtung gekommen ist. Nach weiteren 24 bis 72 Stunden ist erkennbar, ob der Embryo wächst.

Nächster Schritt bei der In-Vitro-Fertilisation: Der Embryotransfer

Bereits nach der Punktion werden der Frau Medikamente verabreicht, um ihre Gebärmutter auf den Transfer der Embryonen vorzubereiten, der in der Regel drei bis fünf Tage nach der In-Vitro-Fertilisation stattfindet. Mittels eines Katheters werden maximal drei Embryonen in die Gebärmutter transferiert. Die maximale sichere Anzahl an Embryonen, die bei der In-Vitro-Fertilisation tatsächlich genutzt werden, hängt vom Lebensalter der Frau, der Beschaffenheit der Embryonen und den Erfolgsraten des betreffenden Verfahrens ab.

Nach der In-Vitro-Fertilisation: Die Kryokonservierung

Wenn nach der In-Vitro-Fertilisation noch entnommene Eizellen übrig sind, kann man diese kryokonservieren lassen. Als Kryokonservierung bezeichnet man das Einfrieren der Eizellen im sogenannten Vorkernstadium. In diesem sind die Zellen so weit entwickelt, dass das männliche Spermium bereits in die Eizelle eingedrungen ist, das Erbgut beider Seiten aber noch nicht miteinander verschmolzen ist. Das heißt die eigentliche Befruchtung ist noch nicht vollzogen. Die eingefrorenen Embryonen können nach dem Auftauen in einem gewöhnlichen Menstruationszyklus oder in einem so genannten Kryozyklus, bei dem die Frau Hormontabletten einnimmt, um die Gebärmutter auf eine mögliche Einnistung vorzubereiten, transferiert werden. Die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Transfers von eingefrorenen Embryonen ist zwar geringer als die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Transfers von „frischen“ Embryonen bei einer früheren In-Vitro-Fertilisation, stellt jedoch eine zusätzliche Möglichkeit mit einer geringeren Belastung für die Frau dar.

Eine In-Vitro-Fertilisation ist keine Sache, die mal eben so gemacht werden kann und bietet auch keine hundertprozentige Chance auf ein Baby. Wenn Du also die Entscheidung getroffen hast, diesen Weg zu gehen, brauchst Du viel Disziplin, Mut und vor allem ganz viel Geduld! Dann aber ist es eine weitere Möglichkeit, um endlich schwanger zu werden.

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