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Gleason-Score zur Diagnose

Bei Prostatakrebs

Gleason-Score zur Diagnose

Eine Krebsdiagnose in der Familie ist immer ein riesiger Schock! Wenn bei Deinem Partner ein Prostatakarzinom festgestellt wird, macht Ihr Euch natürlich beide erst einmal große Sorgen. Doch Prostatakrebs ist heutzutage relativ gut zu behandeln, wenn er in einem frühen Stadium erkannt wird. Der Gleason-Score hilft bei der Diagnose und der Prognose darüber, wie bösartig die Krebszellen sind.

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern und macht bei ihnen 30 Prozent aller Krebserkrankungen aus. Zwar trifft er meist Männer zwischen 60 und 80 Jahren, doch in seltenen Fällen sind auch jüngere Männer von einem Prostatakarzinom betroffen. Neben der Angst vor dem Krebs steht bei jüngeren Paaren dann oftmals auch die Sorge um die Fruchtbarkeit nach einer Behandlung des Prostatakrebs im Vordergrund. Doch keine Sorge, durch die immer besser werdenden Möglichkeiten zur frühen Diagnose mit dem PSA-Test und dem Gleason-Score kann der Prostatakrebs in den meisten Fällen erfolgreich behandelt werden und ist keinesfalls als Todesurteil zu verstehen. Dennoch kann eine Operation der Prostata zu Unfruchtbarkeit führen. Sollte bei Euch also noch ein Kinderwunsch bestehen, wenn die Krebsdiagnose eintrifft, solltet Ihr auch darüber offen mit dem Arzt reden. Doch was genau ist eigentlich die Funktion der Prostata? Und was sagen Gleason-Score und PSA-Wert über das Karzinom aus?

Gleason-Score zur Diagnose von Prostatakrebs
Der Gleason-Score hilft bei der Klassifizierung eines Prostatakarzinoms.

Was ist der Gleason-Score?

Beim Gleason-Score handelt es sich um eine Bewertungsmethode, die bei der Therapieplanung eines Prostatakarzinoms eine große Rolle spielt. Anhand einer Skala werden Aussagen darüber getroffen, inwieweit die erkrankten Zellen sich vom gesunden Gewebe unterscheiden. Während die Zellstrukturen bei gesundem Gewebe gut erkennbar („gut differenziert“) sind, ist dies bei stark veränderten Krebszellen weniger und weniger der Fall. Der Gleason-Score, also der Grad der Abweichung, wird anhand einer von Donald F. Gleason entwickelten Skala mit den Werten 1 bestimmt, wobei mit 1 die am besten differenzierten Zellen bewertet werden, bei denen also nur ein geringer Unterschied zum gesunden Gewebe besteht und mit 5 die am schlechtesten differenzierten, die den gesunden Zellen kaum noch ähneln. Als Messgrundlage dienen entweder Gewebeproben, die mittels einer sogenannten Stanzbiopsie vom Urologen entnommen werden, oder in einigen Fällen – bei weit fortgeschrittenem Prostatakrebs – die bereits vollständig entnommene Prostata (um Aussagen darüber zu treffen, ob die Bildung von Metastasen erfolgt sein könnte). Der Gleason-Score setzt sich aus zwei Werten zusammen. Der erste Wert ist der in der Probe am häufigsten vorkommende Gleason-Wert und der zweite der zweithäufigste. Liegt nur ein Wachstumsmuster vor, wird der Wert einfach verdoppelt. So ist ein Gleason-Score von 1 + 1 = 2 bis 5 + 5 = 10 möglich, wobei 2 auf einen eher harmlosen und 10 auf einen sehr gefährlichen Prostatakrebs hindeutet.

Gleason-Score erleichtert die Prognose der Krebsentwicklung

Sollte bei Deinem Partner ein Prostatakarzinom festgestellt werden, wird der Arzt auch bei ihm den Gleason-Score bestimmen. Doch was sagt dieser Wert nun eigentlich genau aus? Im Prinzip kann mit dem Wert eine Aussage darüber getroffen werden, wie bösartig der Tumor ist. Schließlich ist es mit die gefährlichste Eigenschaft eines bösartigen Tumors, dass er Metastasen bilden und so auch in andere Organe streuen kann. Um dies zu können, müssen die Tumorzellen in der Lage sein, sich schnell zu vermehren. Durch die Bestimmung, inwieweit das erkrankte Gewebe sich bereits verändert hat, kann die Wachstumsfähigkeit ermittelt werden, sodass der Gleason-Score vor allem für die Prognose der Krebsentwicklung wichtig ist. Daher werden im Rahmen einer Prostatakrebsbehandlung immer wieder Proben entnommen, um zu dokumentieren, wie der Krebs sich entwickelt und welche weiteren Therapiemethoden eingesetzt werden müssen.

Gleason-Score, Prostatakrebs und die Fruchtbarkeit

Natürlich ist der Krebs für sich schon eine absolute Schocknachricht, doch gerade Paare, die noch einen Kinderwunsch hegen, fragen sich vielleicht, inwieweit die Krebserkrankung und ein bestimmter Gleason-Score diesem Wunsch im Weg stehen können. Schließlich gehört die Prostata zu den männlichen Geschlechtsorganen und ist maßgeblich an der Fortpflanzung beteiligt. Die etwa kastaniengroße Drüse umschließt die Harnröhre direkt unterhalb der Blase und besteht aus 30 bis 50 Einzeldrüsen. Diese produzieren ein Sekret, das beim Orgasmus in die Harnröhre abgegeben wird und sich mit den Spermien vermischt. Mit seinem hohen pH-Wert sorgt das Prostatasekret unter anderem dafür, dass die Spermien im sauren Milieu der Vagina überleben. Außerdem stimuliert es die Beweglichkeit der Spermien und erhöht ihre Befruchtungsfähigkeit. Zusätzlich gilt die Prostata als männlicher G-Punkt und sorgt bei Deinem Partner für mehr Lust am Geschlechtsverkehr. Wie Du siehst ist das auch Vorsteherdrüse genannte Organ sehr wichtig für die Fruchtbarkeit des Mannes. Was heißt es also für Euren Kinderwunsch, wenn dort ein Tumor festgestellt wird und ein Gleason-Score von mindestens 2 vorliegt?

Gleason-Score 3 am häufigsten

Da unter anderem durch den Gleason-Score die Bestimmung und Prognose von einer Krebserkrankung der Prostata leichter geworden ist, bestehen relativ gute Heilungschancen. Zuerst einmal sei gesagt, dass vor allem Männer zwischen 60 und 80 Jahren an einem Prostatakarzinom erkranken. Für die meisten ist die Familienplanung zur Zeit der Ersterkrankung also bereits abgeschlossen. Sollte bei Deinem Partner jedoch bereits in einem jüngeren Alter ein solcher Tumor festgestellt werden, gilt es, mit Hilfe von Gleason-Score und PSA-Wert (Prostataspezifisches Antigen) die weitere Therapie zu planen und die Heilungschancen zu ermitteln. Bei geringen Gleason-Graden zwischen 2 und 4 ist es oftmals möglich, den Krebs ohne radikale Prostataektomie zu bekämpfen. Sollte dennoch eine Entfernung der Prostata nicht verhindert werden können, solltet Ihr darüber nachdenken, vorher Spermien Deines Partners einfrieren zu lassen, um eventuell später eine Schwangerschaft durch künstliche Befruchtung herbeizuführen. Wird Deinem Partner die Prostata nämlich entnommen, ist er leider nicht mehr fruchtbar. Doch schließlich geht es vor, dass Ihr den Krebs bekämpft!

Der Gleason-Score ist eine bereits 1966 entwickelte Bewertungsskala, die Aufschluss über die Bösartigkeit eines Prostatakarzinoms geben kann. Auch wenn die Prostata maßgeblich an der Fortpflanzung beteiligt ist, bedeutet die Diagnose Prostatakrebs nicht automatisch, dass Ihr Euren Kinderwunsch vergessen müsst. Je nach Behandlungsmöglichkeit kann Dein Partner entweder auch danach noch Kinder zeugen, oder Ihr lasst vor einer Entnahme der Vorsteherdrüse Spermien einfrieren. Bei einer frühen Diagnose und einem geringen Gleason-Score stehen die Heilungschancen bei Prostatakrebs relativ gut.

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