Mumps bei Erwachsenen
Helena Serbentam 13.07.2018

Mumps ist vielen nur als gängige Kinderkrankheit bekannt. Doch auch Erwachsene können an dieser Virusinfektion erkranken. Während bei Kindern nach etwas Bettruhe und Medikamenten das Schlimmste schnell ausgestanden ist, kann Mumps bei Erwachsenen starke Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit haben. Doch wie sehen die aus und kannst du dich davor schützen?

Mumps: Das steckt dahinter

Mumps wird auch Ziegenpeter — oder von Ärzten Parotitis epidemica — genannt. Es handelt sich um eine akute Viruserkrankung, die oft eine schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüsen und Fieber mit sich bringt. Manche Patienten haben allerdings auch gar keine Beschwerden. Wenn Mumps in Pflegeheimen, Schulen oder Kindergärten auftritt, muss dies dem Gesundheitsamt von der Leitung gemeldet werden. Die meisten Patienten erkranken im Alter zwischen vier und 15 Jahren an Mumps. Danach sind sie zu 90 Prozent immun und erkranken mit hoher Wahrscheinlichkeit nie wieder an dem Virus.

So kannst du dich anstecken

Der Mumps-Virus wird meist durch eine Tröpfcheninfektion übertragen. Die Speicheltropfen eines Mumps-Patieten können durch Sprechen, Husten, Niesen oder Ähnlichem in die Luft gelangen. Wenn du diese einatmest, kannst du dich anstecken. Noch leichter kann der Virus durch direkten Speichelaustausch wie bei einem Kuss oder einem geteilten Trinkbecher übertragen werden. Sobald du dich infiziert hast, kann es zwischen zwölf und 25 Tage dauern, bis du die ersten Symptome von Mumps bemerkst. Ansteckend bist du aber schon ein bis vier Tage, bevor sich die ersten Symptome zeigen.

Patientin mit Fieber

Die meisten Mumps-Patienten fühlen sich vom Fieber schwach.

Mögliche Symptome

  • Appetitlosigkeit
  • Unwohlsein
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Fieber
  • Schwellung der Ohrspeicheldrüsen (äußert sich durch dicke Bäckchen nach etwa ein bis zwei Tagen)
  • Kauen und Drehen des Kopfes sind mit Schmerzen verbunden

Auch wenn Mumps bei Erwachsenen die gleichen Symptome verursacht wie bei Kindern, fallen sie im höheren Alter oft schwerer aus.

Folgen von Mumps bei Erwachsenen

Einfluss auf den Kinderwunsch

Mumps bei erwachsenen Männern kann im Laufe der Krankheit dazu führen, dass sich eine Hodenentzündung entwickelt.Wird diese nicht ausreichend behandelt, kann sie im schlimmsten Fall zur Unfruchtbarkeit führen. Die Chance ist grundsätzlich größer, wenn beide Hoden betroffen sind, was eher selten der Fall ist. Es kann aber immer auch zu einer anderen permanenten Schädigung der Hoden kommen. Diese macht sich meist durch Schmerzen im betroffenen Hoden bemerkbar, die bis in die Leistengegend ausstrahlen können. Ein Zusammenhang von Mumps und Fehl- oder Frühgeburten bei Frauen konnte jedoch noch nicht nachgewiesen werden.

Weitere Folgen von unbehandeltem Mumps

  • (meist vorübergehende) Schwerhörigkeit durch eine Entzündung von Hörnerven und Innenohr
  • Entzündung des Gehirns (Enzephalitis)
  • eine Nebenhodenentzündung
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)
Frau kühlt schmerzende Wange

Das bekannteste Symptom für Mumps sind die schmerzen Hamsterbacken.

Das kannst du gegen Mumps tun

Vorbeugung

In Deutschland können Kinder ab dem 11. Lebensmonat mit einer Dreifachimpfung gegen Mumps, Masern und Röteln geimpft werden. Laut der Süddeutschen Zeitung empfiehlt das Robert-Koch-Institut seit 2012 auch Erwachsenen, sich gegen Mumps impfen zu lassen. Mit dieser Impfung bist du ab dem zehnten Tag mindestens 20 Jahre lange gegen Mumps immun.

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Ausnahme: Bei einigen akuten und chronischen Erkrankungen, in der Schwangerschaft, sowie bei Allergien gegen Impfbestandteile oder Unverträglichkeit gegen Hühnereiweiß darf der Impfstoff gegen Mumps nicht verabreicht werden, da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt. Nach einer Impfung solltest du eine Schwangerschaft für einen Monat vermeiden.

Behandlung

Hast du dich bereits mit Mumps angesteckt, solltest du:

  • einen Arzt kontaktieren (erkläre ihm gleich, dass du Mumps im Verdacht hast, damit er dir sagen kann, ob in diesem Fall ein Hausbesuch von seiner Seite infrage kommt)
  • Mumps mit fiebersenkenden Medikamenten, Schmerzmitteln, kalten Wadenwickel oder warmen Öl-Wickeln behandeln (je nachdem, was der Arzt verschreibt)
  • Bettruhe einhalten
  • ausreichend Wasser trinken
  • Saures meiden
  • deine Ohrspeicheldrüsen kühlen

Du planst gerade eine Schwangerschaft? Dann solltest du das vorher wissen:

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Solltest du oder dein Partner nicht gegen Mumps geimpft sein, besteht die Möglichkeit, dass euch eine Erkrankung einen Strich durch die Kinderplanung macht. Schaut am besten in euren Impfpass, um sicherzugehen und sprecht mit einem Arzt über die Möglichkeiten. Wusstest du, dass Mumps Auswirkungen auf die Zeugungsfähigkeit hat? Lass es uns in den Kommentaren wissen.

Bildquelle:

iStock/Obencem, iStock/Tibanna79, iStock/diego_cervo

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Was denkst du?

  • Lovelyn007 am 08.08.2014 um 00:08 Uhr

    Nun, in jungen Jahren stellt man sich so manches anders vor. Und dann stellt man fest, die Zeit vergeht immer schneller. Früher dachte ich - mit 25 heiraten und Familie gründen. Mit 30 stellte ich fest, hoppla, den Richtigen brauche ich auch dazu und den zu finden und zu halten 😉 ist gar nicht so einfach. Also zu allen Jüngeren: Genießt es und freut euch, wenn es früher geklappt hat. Aber "Manches kommt eben anders - als man sich denkt" und dann ist es toll, wenn man auch mit knapp 40 glückliche Mama sein darf, ohne von manch anderen dafür "verbal gesteinigt" zu werden 🙂

    Antworten
  • Wohnwagenmami am 06.08.2014 um 12:48 Uhr

    Es war mir gar nicht klar, dass Mumps bei Erwachsenen eine Rolle beim Kinderwunsch spielt!

    Antworten
  • sportymom am 04.08.2014 um 13:13 Uhr

    Weiß noch, dass ich als Kind mit Mumps bei meiner Oma einige Tage im Bett lag.

    Antworten
  • Awit am 25.07.2014 um 17:16 Uhr

    Wenn Mumps bei Erwachsenen so gefährlich ist, sollte es zumindest ne Impfpflich ab einem gewissen Alter geben. Sollen ja alle gerne ihre Kinder bis zu nem gewissen Alter natürlich krank werden lassen, aber irgendwann wird das doch einfach zu gefährlich.

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  • Brausesause am 22.07.2014 um 12:34 Uhr

    Ich wusste gar nicht, dass Mumps bei Erwachsenen zu Unfruchtbarkeit führen kann!

    Antworten