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Menstruationszyklus: Die fruchtbaren Tage bestimmen

Menstruationszyklus: Die fruchtbaren Tage bestimmen

Jede gesunde Frau zwischen 12 und 50 Jahren erlebt sie regelmäßig. In einigen Kulturen wird ihr Eintreten mit einem rauschenden Fest gefeiert. Manche Mädchen sind stolz darauf, wenn es endlich passiert, andere schämen sich oder empfinden sie als Qual. Ob es „die Tage“, Periode oder Regel genannt wird, der Menstruationszyklus gehört zum Leben einer Frau einfach dazu.

Die Menstruation macht ein Mädchen zur Frau und hat jeden Monat, vor allem aber, wenn es um Verhütung und Familienplanung geht, ihre Finger im Spiel. Leider wissen aber viele Frauen und gerade junge Mädchen zu wenig über den Mentruationszyklus Bescheid. Dabei sollten alle Frauen wissen, was jeden Monat in ihrem Körper vor sich geht. Schließlich ist es geradezu ein Wunder, wie sensibel diese Abläufe aufeinander abgestimmt sind.

Ist der Menstruationszyklus regelmäßig?

Die Periode heißt Periode, weil sie periodisch auftritt – zumindest im Idealfall. Die Wirklichkeit sieht aber oft anders aus. In den ersten Jahren nach der Menarche, der allerersten Periode, ist es ganz normal, dass der Menstruationszyklus zeitlichen Schwankungen unterliegt. Gerade junge Mädchen, die ihre Tage noch nicht lange haben, befürchten dann oft, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Aber mit der Zeit pendelt sich der Menstruationszyklus auf einen Zeitraum von 22 bis 32 Tagen ein, wobei Tag eins immer dem ersten Tag der Blutung entspricht. Ein natürlicher Zyklus von genau 28 Tagen ist sehr selten und tritt bei Frauen meist nur ein, wenn sie mit der Pille nachhelfen. Wichtig ist jedoch auch nicht, dass die Periode immer die gleiche Dauer hat, sondern dass sie regelmäßig eintritt. Wenn Deine Menstruation einmal für länger als einen Monat ausbleibt, solltest Du auf jeden Fall Deinen Frauenarzt aufsuchen. Dabei muss die Periode nicht immer nur wegen einer Schwangerschaft ausbleiben, auch Über- oder Untergewicht, Stress sowie Hormonschwankungen können sich auf den Menstruationszyklus auswirken. Erst in den Wechseljahren bleibt die Menstruation komplett aus. Nach der sogenannten Menopause kann die Frau dann keine Kinder mehr bekommen.

Was passiert während des Menstruationszyklus?

Der Menstruationszyklus wird grundsätzlich in zwei Phasen eingeteilt, in deren Übergang die Ovulation, also der Eisprung, stattfindet.

1. Die Follikelphase – ein Ei reift heran:

Der erste Tag Deines Menstruationszyklus beginnt immer am ersten Tag Deiner Periode. Hierbei wird die Gebärmutterschleimhaut, die sich im Laufe Deines Zyklus aufgebaut hat, abgestoßen. Gleichzeitig reifen mit Hilfe des Follikelstimulierenden Hormons (FSH) circa 5 bis 15 Primordialfollikel heran. Von diesen wächst im Laufe des Menstruationszyklus in der Regel nur einer zu einem sprungbereiten Tertiärfollikel heran. Obwohl einige Frauen dies denken, wechseln sich die Eierstöcke bei der Produktion der Eizellen nicht ab. Welcher Eierstock während eines Menstruationszyklus aktiv ist, ist vielmehr Zufall. Das Östrogen, welches in diesem Abschnitt des Zyklus vermehrt ausgeschüttet wird, regt auch den erneuten Aufbau der Gebärmutterschleimhaut an.

2. Die Ovulation – die Eizelle kann befruchtet werden:

Der Eisprung findet etwa nach 12 bis 14 Tagen, also in der Mitte des Menstruationszyklus, statt. Die reife Eizelle wird hierbei aus dem Eierstock ausgestoßen und macht sich auf den Weg durch den Eileiter in die Gebärmutter. Da die Spermien eine Weile brauchen, um bis zur Eizelle im Eileiter zu gelangen, diese jedoch nur gut 12 bis 24 Stunden befruchtbar ist, ist kurz vor Deiner Ovulation der beste Zeitpunkt, um schwanger zu werden. Findet eine Befruchtung statt, wird sich die Eizelle im Laufe der Zeit in der aufgebauten Gebärmutterschleimhaut einnisten. Nistet sich jedoch keine Eizelle ein, wird die Gebärmutterschleimhaut wieder ausgestoßen.

3. Die Gelbkörperphase – die Schleimhaut wird abgebaut:

In der zweiten Phase des Menstruationszyklus wird die Gebärmutterschleimhaut unter dem Einfluss des luteinisierenden Hormons (LH) noch einige Zeit weiter aufgebaut.Wenn keine Befruchtung stattfindet, stirbt die Eizelle ab und die Bildung des Hormons Progesteron wird eingestellt. Ohne dieses Hormon kann sich die Gebärmutterschleimhaut nicht länger aufrecht halten. Darum wird diese nun abgebaut und mit der Regelblutung aus dem Körper ausgestoßen. Diese Blutung dauert etwa vom 1. bis zum 5. Zyklustag. Damit fängt ein neuer Menstruationszyklus an und eine neue Eizelle reift bereits in Deinem Eierstock heran.

Der Menstruationszyklus: Ein Zykluskalender
Der Menstruationszyklus verläuft in zwei Phasen mit der Ovulation in der Mitte der Phasen.

Regelschmerzen im Menstruationszyklus

So faszinierend der Menstruationszyklus ist, so schwerwiegende Folgen hat er doch für einige Frauen. Da die Gebärmutterschleimhaut ausgestoßen werden muss, zieht sich die Gebärmutter während der Periode immer wieder zusammen und ist dadurch schwächer durchblutet. Dies kann bei vielen Frauen zu krampfartigen Schmerzen im Unterleib führen. Die Art und Intensität der Schmerzen ist jedoch von Frau zu Frau unterschiedlich. Während manche die Krämpfe kaum spüren, leiden andere darüber hinaus noch unter starken Unterleibs-, Kopf- und Rückenschmerzen sowie unter Übelkeit, Durchfall und Stimmungsschwankungen. Entspannungsübungen, Massagen, heiße Tees aus Frauenmantel und Schafgarbe und eine Wärmflasche können starke Menstruationsschmerzen lindern. Einigen Frauen hilft es auch, ein wenig Sport zu treiben. Wenn Du jedoch unter starken Schmerzen während dieser Phase Deines Menstruationszyklus leidest und einfach nichts die Leiden lindern will, solltest Du unbedingt Deinen Frauenarzt aufsuchen. Dieser kann Dir Schmerzmittel verschreiben, die speziell gegen Menstruationsbeschwerden helfen. Vielleicht ist auch die Pille für Dich eine Möglichkeit. Diese hat nicht nur den Vorteil, einer ungewollten Schwangerschaft vorzubeugen, sondern hält den Progesteronspiegel im Blut konstant hoch, was in den meisten Fällen die Schmerzen lindert.

Der Menstruationszyklus ist ein ausgesprochen faszinierender Vorgang. Mit einem genauen Wissen darüber, was jeden Monat in Deinem Körper abläuft, kannst Du Dir nicht nur leichter einen möglichen Kinderwunsch erfüllen, sondern erhältst auch ein größeres Verständnis dafür, wie die regelmäßigen Veränderungen in Deinem Körper Deine Stimmung und Dein körperliches Befinden beeinflussen.

Bildquelle: Nigel Carse/iStock/Thinkstock

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