Prolaktin

Prolaktin – auch als laktotropes Hormon oder Laktropin bekannt – ist ein Hormon, welches von Frauen während der Schwangerschaft und der Stillzeit ausgeschüttet wird. Es ist verantwortlich für das Wachstum der Brüste im Verlauf der Schwangerschaft sowie für die Milchproduktion während der Stillzeit und sorgt somit dafür, dass Du Dein Baby nach der Geburt stillen kannst.

Kann Prolaktin einen Kinderwunsch behindern?

Dass stillende Frauen nicht schwanger werden können, ist ein Mythos, der sich bereits seit Jahrhunderten hartnäckig hält. Zu Recht, denn beim Stillen wird das Hormon Prolaktin ausgeschüttet, welches unter anderem die Produktion der Hormone hemmt, die für einen Eisprung verantwortlich sind. Allerdings gibt es auch einige andere Gründe, weshalb Dein Prolaktinspiegel erhöht sein könnte. Sollte es mit Deinem Kinderwunsch also einfach nicht klappen, kann Dein Arzt anhand Deiner Blutwerte feststellen, ob zu viel Prolaktin dafür verantwortlich ist.

Die Funktion von Prolaktin

Prolaktin ist in der Schwangerschaft in erster Linie für das Wachstum der Brustdrüsen verantwortlich und nach der Geburt für die Milchproduktion. Darüber hinaus unterdrückt Laktropin ebenfalls den Follikelsprung, indem es die Produktion des Luteinisierenden Hormons (LH) und des Follikelstimmulierenden Hormons (LSH), die für die Ovulation benötigt werden, unterdrückt. Doch Prolaktin hat nicht nur Einflüsse auf den Körper der Frau, sondern ebenfalls auf die Psyche. Es löst das Brutpflegeverhalten aus und das nicht nur bei der werdenden Mutter, auch der zukünftige Vater erlebt einen Anstieg an Prolaktin, wenn seine Lebensgefährtin schwanger ist, auch wenn der Anstieg hier deutlich geringer ausfällt als bei der Mutter.

Ein Überschuss an Prolaktin

Ein zu hoher Wert Prolaktin kann im Extremfall zum Ausbleiben des Eisprungs und der Menstruation führen und ist deswegen in seltenen Fällen auch der Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch. Ein dauerhaft erhöhter Prolaktinspiegel, auch Hyperoprolaktinämie gennant, deutet häufig auf eine Krankheit hin. Es ist deswegen ratsam auch dann einen Frauenarzt aufzusuchen, wenn Deine Periode längere Zeit ausbleibt und Du keinen Kinderwunsch hegst. Häufige Gründe dafür, dass zu viel Prolaktin hergestellt wird, sind die Einname bestimmter Medikamente, eine Endometriose, bestimmte psychische Störungen, Stress, ein erhöhter Bierkonsum und eine sehr eiweißreiche Ernährung. Doch nicht nur Frauen können unter einer Überproduktion von Prolaktin leiden. Während der erhöhte Prolaktinspiegel bei Frauen zu einer vorrübergehenden Unfruchtbarkeit führt, ist die Wirkung bei Männern ähnlich. Sie können als Folge an einer erektilen Dysfunktion, also an Erektionsstörungen, sowie an einem Libidoverlust leiden. Auch die sogenannte postkoitale Müdigkeit wird durch zu viel Prolaktin im Körper ausgelöst.

Prolaktin: Eine Mutter beim Stillen.

Prolaktin ist während der Schwangerschaft für den Milcheinschuss verantwortlich.


Verhütung mit Prolaktin – die Laktationsamenorrhö-Methode

Aufgrund der Wirkung von Prolaktin, ist das Hormon nicht nur ein Hindernis für Frauen, die schwanger werden wollen, sondern auch eine gute Möglichkeit der natürlichen Verhütung für Frauen, die nach der Geburt voll stillen wollen. Da diese Methode mittlerweile auch relativ gut wissenschaftlich erforscht wurde, gilt sie unter bestimmten Bedingungen mit einem Pearl Index von zwei als in etwa so sicher wie ein Kondom oder ein Diaphragma. Anwenden kannst Du die Laktationsamenorrhö-Methode, kurz LAM, erst ab dem 56. Tag nach der Geburt, sofern Deine Periode bis dahin noch nicht wieder eingesetzt hat. Als sichere Verhütung gilt sie dann in etwa bis zum 6. Monat nach der Geburt. Wichtig ist in erster Linie die Frequenz des Stillens und nicht so sehr die Dauer. Um eine sichere Ausschüttung von Prolaktin zu gewähleisten, solltest Du Dein Baby tagsüber mindestens alle vier Stunden und nachts alle sechs Stunden stillen. In dieser Zeit darf Dein Baby auch nicht zugefüttert werden und keinen Schnuller verwenden. Neben dem Stillen gibt es auch noch weitere Stimulationsarten, die die Effektivität der Methode erhöhen können, so in etwa das Abpumpen der Milch, Berührungen, bestimmte Massagen oder eine sexuelle Stimulation der Brust. Dass stillende Frauen nicht so schnell wieder schwanger werden, ist im übrigen bereits seit dem Mittelalter bekannt. Mütter, die es sich in dieser Zeit leisten konnten, eine Amme zum Stillen ihres Babys zu engagieren, wurden in der Regel wesentlich schneller wieder schwanger als ärmere Frauen, die ihre Kinder selbst stillen mussten.

So produziert der Körper Prolaktin

Die Produktion von Prolaktin wird durch Botenstoffe aus dem Hypothalamus geregelt. Die Ausschüttung kann vor allem durch Dopamin gehemmt werden. Dies wird zum Beispiel in der Krebsforschung eingesetzt. Da einige Tumore Prolaktin produzieren, kann durch eine Zugabe von Dopamin die Menge von Prolaktin im Blut verrginert und sogar der Tumor selbst verkleinert werden. Erhöht wird die Produktion von Laktropin hingegen vor allem durch zu viel Stress, einen schlechten Schlaf und einer Unterzuckerung. Aus diesem Grund kann es auch sein, dass bei Frauen stressbedingt der Eisprung und die Menstruation ausbleiben.

Das Hormon Prolaktin wird in der Schwangerschaft vermehrt produziert, da es für das Wachstum der Brüste und für die Milchproduktion zuständig ist. Durch einen Überschuss des Hormons kann unter bestimmten Bedingungen der Eisprung ausbleiben. Dies bietet vor allem für vollstillende Frauen die Möglichkeit, während der Stillzeit durch den vermehrten Prolaktinspiegel natürlich zu verhüten. Einem Kinderwunsch kann zu viel Prolaktin im Blut jedoch im Wege stehen und darüber hinaus noch auf zahlreiche Störungen und Krankheiten hinweisen. Wenn Deine Periode also mehrere Monate ausbleibt, solltest Du dringend einen Arzt aufsuchen.

Bildquelle: Polka Dot Images/Polka Dot


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Was denkst du?

  • papermama am 06.07.2015 um 11:10 Uhr

    Es gibt schon Sachen... Mit dem Prolaktin und dem Kinderwunsch das ist auch irgendwie echt verrückt.

    Antworten
  • Strandbuch am 11.05.2015 um 13:18 Uhr

    Schon irre, was man alles beachten muss, um schwanger zu werden.

    Antworten
  • momFTW am 10.04.2015 um 17:08 Uhr

    Das ist ja witzig, mit den reichen Frauen im Mittelalter, die Ammen engagieren, damit sie schneller wieder Kinder werfen können.

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  • Mamimoos am 06.03.2015 um 13:40 Uhr

    Früher wusste ich gar nicht, dass Prolaktin für die Milchproduktion verantwortlich ist!

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  • lorelaifan123 am 30.01.2015 um 16:48 Uhr

    Was es alles über darüber zu wissen gibt... Ganz schön interessant!

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