Komasaufen: Hilft teure Kampagne?

Um dem gefährlichen Komasaufen bei Jugendlichen entgegenzuwirken, wurde 2008 die Kampagne „Alkohol? Kenn dein Limit“ von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) gestartet. Ihr Ziel ist es, Jugendliche zu informieren, sie anzuregen ihr Trinkverhalten zu reflektieren und Komasaufen zu reduzieren. Jetzt wird Bilanz gezogen: Lohnt sich die teure Kampagne?

50 Millionen Euro investierte der Verband der Privaten Krankenkassen (PKV) in den letzten vier Jahren in die Kampagne „Alkohol? Kenn dein Limit“, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) ins Leben gerufen wurde. In Kinowerbespots und auf Plakaten wird Aufklärungsarbeit geleistet. Auch Tests im Internet und kostenfreies Informationsmaterial Online, sowie deutschlandweite Informationsveranstaltungen sind Teil der Kampagne gegen Alkoholmissbrauch und Komasaufen. Nun liegen Zahlen vor, die die Wirksamkeit der Kampagne untersteichen sollen. Doch stark ist das Komasaufen seit 2008 nicht zurückgegangen. In einigen Altersstufen hat sich die Neigung zum Komasaufen sogar noch verschlimmert.

Komasaufen: Mädchen trinken weniger

Die Zahlen von 2012 belegen, dass 15,2 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren mindestens einmal monatlich Komasaufen veranstalten. Im Jahr 2008 waren es noch 20,4 Prozent. Der Rückgang lässt sich damit erklären, dass sich vor allem Mädchen und jüngere Teenager, also 12- bis 15-Jährige, weniger häufig ins sprichwörtliche Koma saufen. Bei den älteren männlichen Jugendlichen ist kaum eine Änderung zu verbuchen. Nur um 3,5 Prozent fiel die Zahl der 16- bis 17-jährigen Männer, die einmal pro Monat Komasaufen betreiben.
Auch bei der Altergruppe zwischen 18 und 25 änderte sich kaum etwas: Bei ihnen erhöhte sich der Prozentsatz der regelmäßigen Trinker (einmal wöchentlich) sogar auf knapp 40 Prozent. 2008 waren es noch 37,1 Prozent. Die Kampagne soll trotzdem bis mindestens 2013 mit leichten Änderungen und neuen Motiven weiterlaufen.

Komasaufen: An Bewusstsein appellieren

Jugendliche beginnen früh, Alkohol zu konsumieren.

Trinken bis der Arzt kommt: Komasaufen ist gesundheitsschädlich.


Komasaufen sei übrigens keine Erscheinung, die nur bei Jugendlichen auftrete, so Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Auch viele Erwachsene konsumierten zu häufig zu viel Alkohol. Ihr Trinkverhalten sei jedoch so gefestigt, dass eine Änderung der Gewohnheiten schwerer zu erreichen sei, als bei Jugendlichen. Den moralischen Zeigefinger erheben helfe in keinem Fall: Vielmehr sei es sinnvoll, Jungendlichen einen „verantwortungsvolle[n] Umgang“ mit Alkohol nahe zu legen, so Bahr. Positiv zu verzeichnen ist der Wandel der grundsätzlichen Haltung gegenüber Alkohol in der Gesellschaft. Jugendliche wie Erwachsene sind sich darüber im Klaren, dass Komasaufen eine Gefahr für die Gesundheit darstellt.

Komasaufen und übermäßiger Alkoholkonsum schaden der Gesundheit. Die Kampagne „Alkohol? Kenn dein Limit“ versucht seit vier Jahren, Jugendliche über Komasaufen aufzuklären. Kleine Fortschritte sind zu verzeichnen – vor allem bei Mädchen und sehr jungen Erwachsenen ist die Tendenz zum Komasaufen leicht zurückgegangen.

Bildquelle: Stokkete/ Dreamstime.com


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