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Krätze bei Kindern: Was tun?

Krätze bei Kindern wieder häufiger

Weder ausgerottet, noch ein Zeichen für mangelnde Hygiene: Krätze bei Kindern ist auch heute noch aktuell. In Düsseldorf rufen fünf neue Fälle der parasitären Hauterkrankung das Gesundheitsamt auf den Plan. Gerade in Kindergärten und Altersheimen verbreiten sich die Krätzmilben besonders gut. Was müssen Eltern beachten und wie kann man Krätze bei Kindern erkennen und behandeln?

Die Krätze (oder medizinisch „Scabies“) ist eine Hauterkrankung, die durch Krätzmilben verursacht wird. Die Parasiten bohren sich in kleinen Tunneln in die Haut und legen dort Eier und Kot ab. Das Ergebnis: heftiger Juckreiz! Nachdem sich zuletzt in Lemgo im Kreis Lippe einige Fälle von Krätze bei Kindern gehäuft hatten, traf es jetzt auch in Düsseldorf mehrere Schulen und Kindergärten, wie die Rheinische Post berichtet. Das liegt vor allem daran, dass die nur 0,3 bis 0,5 Millimeter kleinen Spinnentiere gerade bei engem Körperkontakt von Mensch zu Mensch krabbeln. Ein Händeschütteln oder indirekter Kontakt über Möbel und Wäsche führt also nicht so schnell zu einer Ansteckung mit Krätze bei Kindern, wie Toben, Schmusen und Spielen.

Krätze bei Kindern: Das Gesundheitsamt ist alarmiert

Das verstärkte Aufkommen von Krätze bei Kindern ist auch dem Gesundheitsamt gemeldet. Wenn die Krankheit in Gemeinschaftseinrichtungen auftritt, ist dies sogar Pflicht. Ulrich Hengge vom Hautzentrum der Uniklinik Düsseldorf bemerkt, dass sich die Krätze in regelmäßigen Zyklen stärker verbreitet: „Alle sechs bis sieben Jahre gibt es mehr Scabies. Wir sind gerade in dieser Phase.“ Das Problem an der Hauterkrankung ist, dass sie so schwer zu erkennen ist. Symptome treten nach einer Erstansteckung erst nach drei bis sechs Wochen auf. So lange braucht das Immunsystem, um mit einer spezifischen Abwehr auf die Hauteindringlinge zu reagieren. Krätze bei Kindern erkennt man daher eigentlich erst, wenn es längst zu spät ist. Dann äußert sich die Krankheit in Ausschlägen oder stecknadelkopfgroßen Papeln, vor allem an warmen Stellen mit dünner Haut: zwischen den Fingern oder Zehen, an den Handgelenken, in der Armbeuge, am Bauchnabel oder am Po. Wenn Kinder sich vor allem in der Nacht stark an diesen Stellen kratzen, sollte der nächste Gang zum Haut- oder Kinderarzt führen. Im schlimmsten Fall kann unbehandelte Krätze bei Kindern zu einer Blutvergiftung oder zu Nierenversagen führen. Mangelnde Körperhygiene ist entgegen der Vorurteile keine Ursache für Krätze bei Kindern, aber bei gepflegten Menschen besteht die Chance auf einen besseren Verlauf.

Krätze bei Kindern – Was tun?

Wenn der Hautarzt entweder Milben, Eier oder Larven entdeckt, oder von den Symptomen auf Scabies schließt, sollte schon bei dem Verdacht auf Krätze bei Kindern sofort behandelt werden. Prof. Ulrich Hengge empfiehlt das Medikament „Ivermectin“, das nur einmal eingenommen werden muss und das über EU-Import-Apotheken erhältlich ist. „Rund zehn Tage nach der Einnahme sind die Betroffenen dann wieder gesellschaftsfähig“, sagt der Dermatologe. Ein anderes Mittel ist eine Salbe mit dem Inhaltsstoff Permethrin, die bis in die kleinste Hautfalte am ganzen Körper aufgetragen werden muss und dann die winzigen Parasiten abtötet. Außerhalb der Haut können die Milben nicht lange überleben, sodass es reicht, Bettwäsche und Kleidung auf 60 Grad zu waschen und nichtwaschbare Materialien für zwei Wochen in einen verschlossenen Plastikbeutel zu stecken. Sind die Symptome der Krätze bei Kindern nach zwei Wochen noch nicht abgeklungen, sollte die Behandlung in Absprache mit dem Arzt wiederholt werden.

Auch in unserer Zeit gibt es immer wieder Fälle von Krätze bei Kindern, denn entgegen der landläufigen Meinung ist die Hauterkrankung kein Zeichen für schlechte Hygiene. Scabies wird durch einen Parasiten ausgelöst und durch engen Körperkontakt übertragen, sodass sich Krätze vor allem bei Kindern schnell verbreitet. Wurden die Symptome erst einmal richtig erkannt, ist die Krätze bei Kindern mit der richtigen Behandlung aber auch leicht wieder in den Griff zu kriegen.

Bildquelle: iStock/champja
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