Langeweile kann kreativ machen

Langweile gehört zu den menschlichen Urgefühlen wie Hunger, Durst, Angst oder Schmerzen. Über einen längeren Zeitraum nichts mit seiner Zeit anzufangen zu wissen, ist für viele Menschen nahezu unerträglich. Besonders Kindern fällt es heute schwer, nicht beschäftigt zu sein. Ständige äußere Reize nehmen aber den Raum für eigene Kreativität und Entwicklung.

Langeweile durch fehlende Konzentration

Übermäßige Langeweile, so haben Forscher herausgefunden, kann die Psyche nachhaltig beeinträchtigen. Durch äußere Reize wird das Gehirn stimuliert und schüttet das Hormon Dopamin aus, das ein Gefühl der Belohnung hervorruft. Fehlt dieses Hormon aufgrund mangelnder Stimulation, bleibt das positive Gefühl aus. Depressionen oder Aggressivität sind dabei die dramatischsten Auswirkungen.

Bei Schulkindern ist das Gefühl der Langeweile besonders gut erforscht. Ungefähr die Hälfte aller Schulkinder langweilt sich im Unterricht. Der Bildungsforscher Thomas Götz hat sich mit diesem Phänomen beschäftig und herausgefunden, dass die Langweile bei Schülern besonders stark auftritt, wenn keine direkte Relevanz des Lernstoffs für sie erkennbar ist. Das ist besonders in kreativen Fächern wie Musik oder Kunst der Fall. Den Schülern ist der Sinn des Erlernten nicht direkt ersichtlich und die Konzentration lässt nach. Mangelnde Konzentration führt unweigerlich zu Langweile. Andauernde Phasen der Langeweile, so Götz, führen langfristig zu erkennbar schlechteren Schulnoten.

Ein breit angelegtes und altersgerechtes Maß an Bildung gepaart mit der natürlichen kindlichen Neugierde und Freude an Neuem kann dem Problem entgegenwirken. Kinder, die bereits eigene Interessen entwickelt haben, können auch mit den weniger offensichtlich relevanten Lerninhalten etwas verbinden und so leichter die nötige Konzentration aufbringen.

Langeweile macht kreativ

Langeweile fördert die kindliche Kreativität


Langeweile macht Kinder kreativ

Gerade für jüngere Kinder scheint Langeweile ein großes Problem zu sein. Das Warten beim Kinderarzt, eine lange Autofahrt, Anstehen an der Kasse – häufig erlebt man im Alltag Kinder, die den zeitlichen Leerlauf nicht aushalten können und Eltern, die sich nach Kräften bemühen, ihre Kinder beschäftigt zu halten.

Linda Caldwell beschäftigt sich an der Pennsylvania State University mit dem Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen und hat herausgefunden, dass gerade jüngere Kinder deshalb so schlecht mit unausgefüllter Zeit umgehen können, weil sie ihre eigene Langeweile noch nicht ausreichend kennen gelernt haben. Langeweile, so Caldwell, rege dazu an, nach eigenen Interessen zu forschen und sich zu überlegen, wie man die freie Zeit gerne ausfüllen möchte. Das fördere die Kreativität der Kinder und bilde echte Interessen und Vorlieben aus.

Viele Eltern füllen die Freizeit ihrer Kinder möglichst lückenlos mit Aktivitäten aus und strukturieren so nicht nur den eigenen Tag, sondern auch den ihrer Kinder. Damit nehmen sie laut Lind Caldwell ihren Kindern den Freiraum, um eigene Interessen zu entwickeln und ihre freie Zeit kreativ auszufüllen.

Langeweile weckt das Bedürfnis, jede freie Minute des Tages mit Aktivität auszufüllen. Schon kleine Kinder haben oft einen straff strukturierten Tagesablauf. Das Gehirn profitiert aber auch von Leerzeiten, die ihm den Raum geben, kreative Ideen zu entwickeln und eigene Interessen auszubilden. Gerade junge Kinder sollten neben äußeren Reizen auch den Freiraum haben, um die eigene Kreativität zu entdecken und zu entwickeln.

Bildquelle: dreamstime.com

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