Leitlinie zur besseren Diagnose

Nicht selten sind Babys nach der Geburt unerkannt vom Fetalen Alkoholsyndrom (FAS) betroffen. Eine Leitlinie soll jetzt die rechtzeitige Diagnose erleichtern.

Starker Alkoholkonsum während der Schwangerschaft wirkt sich negativ auf das ungeborene Baby aus und führt zu Entwicklungsstörungen. Das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) ist eine häufige Folge. Noch häufiger kann es aber auch zu verschiedenen anderen Entwicklungsstörungen kommen, die zwar oft weniger dramatisch sind als das Fetale Alkoholsyndrom, aber ebenso weit reichende Folgen haben können. So kann zum Beispiel die spätere Berufsfähigkeit durch Alkoholschäden im Mutterleib gravierend beeinträchtigt werden. Eine frühe Diagnose des Fetalen Alkoholsyndroms ist wichtig, damit Folgeschäden eingegrenzt werden können. Eine neue Leitlinie soll nun Ärzten aber auch Eltern, insbesondere Pflege- und Adoptiveltern, die Diagnose erleichtern.

Eine Leitlinie für die frühzeitige Diagnose

Etwa 2.000 bis 4.000 Babys sind jährlich von schweren Entwicklungsstörungen betroffen, die durch Alkoholeinfluss im Mutterleib ausgelöst werden. Die häufigste Ursache der Entwicklungsstörungen ist das Fetale Alkoholsyndrom (FAS). Die Störungen ließen sich bislang erst spät und nur schwer diagnostizieren, wie Mechthild Dyckmans (FDP), die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, beklagt. Professor Florian Heinen, der Mitautor der neuen Leitlinie, betont, dass es zwar keine genaue Grenze gebe, ab der der Alkoholkonsum das Baby im Mutterleib schädigen kann, aber er macht deutlich, dass es sich beim Fetalen Alkoholsyndrom (FAS) nicht um eine Randerscheinung handelt: „Wir reden hier nicht über eine ganz minimale Interessensgruppe. Es ist wirklich diejenige Behinderung, die wir zu 100 Prozent verhindern können.“ Dabei soll nun die neu entworfene Leitlinie zur Diagnose des Fetalen Alkoholsyndroms (FAS) helfen. Die Leitlinie solle eine Erleichterung für die betroffenen Familien darstellen, brachte Mechthild Dyckmans ihre Hoffnung am Montag bei der Präsentation der Ausarbeitung in Berlin zum Ausdruck. Gisela Michalowski, die Vorsitzende der Patientenvertretung FASD Deutschland, bezeichnete die Leitlinie sogar als einen „großen Meilenstein“, da sie eine flächendeckende Diagnostik ermögliche.

Alkohol in der Schwangerschaft kann zu Entwicklungsstörungen führen.

Alkoholkonsum in der Schwangerschaft schädigt das ungeborene Baby nachhaltig


Die Leitlinie soll auch fachunkundigen Betreuungspersonen eine Diagnose ermöglichen

Die neue Leitlinie richtet sich an leibliche Eltern sowie Pflege- und Adoptiveltern und an Kindergärten und Schulen. Gerade für die öffentlichen Betreuungsstellen soll die Leitlinie den tatsächlichen Förderbedarf besser kalkulierbar machen, damit Leistungen von den Jugend- und Versorgungsämtern schneller bewilligt werden könnten. Für die Eltern und direkten Erziehungspersonen soll die frühe Diagnose eine bessere Vorbereitung auf die besondere Situation ermöglichen. So soll auch das Hilfsangebot lückenloser zur Verfügung gestellt und Betreuungsengpässe sollen vermieden werden. „Da FAS nicht heilbar ist und sich auch nicht auswächst, sind die Menschen mit FAS ihr Leben lang auf Unterstützung angewiesen“, macht Gisela Michalowski deutlich. Mit der Leitlinie verknüpft sie auch die Hoffnung, dass die Behinderung gesellschaftlich eher anerkannt und akzeptiert wird. Bisher seien die betroffenen Kinder oft noch mit dem Vorurteil der Faulheit, Lernunwilligkeit und sogar der Kriminalität konfrontiert. Grund dafür seien schwere Störungen im Zentralnervensystem, die durch den Alkoholeinfluss im Mutterleib ausgelöst werden, wie Mirjam Landgraf, Mitautorin der Leitlinie, erklärt. Diese Störungen führten oft zu verminderter Intelligenz sowie zu gravierenden sprachlichen Problemen und Lern- bzw. Merkschwächen. Zu den äußerlichen Anzeichen eines Fetalen Alkoholsyndroms zählen der Münchner Ärztin und Psychologin zufolge Auffälligkeiten im Gesicht, wie zum Beispiel das Fehlen der Rinne zwischen Nase und Oberlippe oder eine besonders schmale Oberlippe, und verschiedenste Wachstumsstörungen.

Das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) ist keine Seltenheit. Jährlich sind etwa 2.000 bis 4.000 Babys von der im Mutterleib erworbenen Entwicklungsstörung aufgrund von Alkoholeinfluss betroffen. Eine neue Leitlinie soll Betreuungspersonen jetzt eine frühzeitige Diagnose des FAS ermöglichen, um die betroffenen Kinder optimal fördern und betreuen zu können.

Luchschen | Dreamstime.com

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