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Mädchen tragen Kleider?

Lesbische Schülerin möchte im Anzug zum Abschlussball

Lesbische Schülerin möchte im Anzug zum Abschlussball

Der Abschlussball ist für viele Mädchen der Höhepunkt der Schullaufbahn. Vor allem in den USA ist der Abend eine feste Institution im Leben aller Highschool-Schüler. Auch Claudetteia Love aus Monroe, Louisiana wollte ihren Schulabschluss gebührend feiern und setzte sich dafür ein, dass sie nicht – wie in der Schulordnung vorgeschrieben – im Kleid erscheinen muss.

Abschlussball-Dresscode: Mädchen müssen Kleider tragen

Nicht alle Mädchen tragen gerne Kleider. Manche fühlen sich einfach wohler, wenn sie Hose und Oberteil tragen und sich nicht so sehr aufbrezeln müssen. Während das heutzutage im Alltag eigentlich kaum ein Problem mehr ist, schrieb die Schulordnung einer Schule in Louisiana vor, dass Mädchen zum Abschlussball ein Abendkleid tragen müssen. Für Claudetteia Love, die die paar Male, die sie in ihrem Leben ein Kleid getragen hat, an einer Hand abzählen kann, stellte sich also die Frage, sich in einer Art zu kleiden, in der sie sich nicht wohlfühlen würde, oder dem Abschlussball ihrer Highschool fernzubleiben. Da für die 17-jährige Schülerin beides nicht in Frage kam, setzte sie sich dafür ein, dass der Dresscode den heutigen Begebenheiten angepasst wird.

Schülerin gegen Dresscode für den Abschlussball
Als Prinzessin zum Abschlussball? Nicht alle Mädchen entsprechen dem als normal angesehenen Klischee und tragen gerne Kleider.

Schulleiter hält am Abschlussball-Dresscode fest

Love war immer eine gute Schülerin und bekam nun sogar ein volles Stipendium, um an der Jackson State University in Mississippi Chemie zu studieren. Trotzdem war die begabte 17-Jährige drauf und dran, ihren Highschool-Abschlussball sausen zu lassen. Die lesbische Schülerin konnte es sich einfach nicht vorstellen, sich für den Abend in ein Kleid zu hüllen und sich dadurch bei so einem besonderen Anlass einfach unwohl zu fühlen. Als Love den Schulleiter Patrick Taylor gemeinsam mit ihrer Mutter Geraldine Jackson auf die veraltete Regel ansprach, sagte dieser laut der Mutter der Schülerin nur: „Mädchen tragen Kleider, Jungen tragen Anzüge und so ist das nun einmal!“. „Einfach nur Diskriminierung“, wie Jackson findet. Dabei geht es nicht einmal darum, dass ihre Tochter lesbisch ist. „Du musst nicht homosexuell sein, um einen Anzug zu tragen“, sagt Love im Gespräch mit „Today.com“, „es geht darum, worin du dich wohlfühlst und worin du findest, dass du gut aussiehst“. Um ihren Abschlussball also trotz der Schulordnung nicht verpassen zu müssen, wandten sich Love und ihre Mutter an das Justizministerium der Vereinigten Staates, das ein gemeinsames Gespräch in dieser Sache mit dem Aufsichtsrat der Schule suchte.

Maßgeschneiderter Anzug für den Abschlussball

In einem Gespräch zwischen Love, ihrer Mutter, dem Präsidenten des Aufsichtsrats und dem Schulleiter entschuldigte dieser sich für die vorherige Ablehnung von Loves Bitte, auf dem Abschlussball einen Anzug tragen zu dürfen. Des Weiteren wurde für den ganzen Bezirk die Schulordnung geändert, sodass Mädchen und Jungen die Art von formeller (Abend-)Kleidung auf dem Ball tragen dürfen, in der sie sich am wohlsten fühlen. Love wird nun also einen Anzug zu ihrem Abschlussball tragen, den sie mit einer Gruppe von Freunden besuchen wird – und nicht einfach irgendeinen! Da der Fall im ganzen Land Aufmerksamkeit erreichte, wandte sich die im Los Angeles ansässige Firma Sharpe Suiting an Love und bot an, sie für ihren Abschlussball mit einem maßgeschneiderten Anzug auszustatten. Leon Wu, Gründer und Geschäftsführer von Sharpe Suiting, die genderneutrale Kleidung herstellen, war von dem Mut und Engagement der Schülerin begeistert und gab bekannt, dass die Firma gemeinsam mit dem Schuhhersteller NiK Kacy von nun an jedes Jahr einen LGBTQ-Schüler für den Abschlussball ausstatten möchte.

Um an ihrem Abschlussball teilnehmen zu können, hat sich Love ganz schön ins Zeug gelegt und damit Großes bewegt: „Es gibt mir ein gutes Gefühl und ich kann meinen Ball besuchen. Ich habe mich gegen etwas eingesetzt, was ich nicht richtig fand. Von jetzt an müssen andere sich nicht mehr damit herumschlagen.“

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