Migrantenkinder sprechen immer schlechter Deutsch

In vielen Zuwanderer-Familien wird zuhause kaum oder gar kein Deutsch gesprochen. Dies hat verheerende Auswirkungen auf die Kinder, wie jetzt neue Untersuchungen belegen.

Obwohl sie in Deutschland geboren sind, sprechen sie kaum oder nur sehr schlecht Deutsch. Die Sprache ihres Heimatlandes bleibt vielen Migrantenkindern fremd, da sie Deutsch innerhalb ihrer eigenen Familie nicht wirklich lernen. Diese erschreckende Tatsache spiegelt sich jetzt auch in den neuen Zahlen von Bund und Ländern zu den Sprachkenntnissen der Schüler aus Zuwandererfamilien wieder: Die Sprachkenntnisse der Migrantenkinder zeigen elementare Lücken, die ohne eine gezielten Förderung nicht gefüllt werden können. „In einzelnen Ländern braucht fast jedes zweite Kind gezielte Sprachförderung. Das ist eine gewaltige Aufgabe. Sie muss überall oberste Priorität haben“, mokierte Maria Böhmer, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung. Die Zahlen, die von den verschiedenen Statistikämtern und der Bundesregierung veröffentlich wurden, zeigen, dass sich die Situation vor allem in den großen westdeutschen Städten zuspitzt. Aber auch in Bremen leben viele Migrantenkinder, die des Deutschen kaum mächtig sind. Um aber in Deutschland Fuß fassen zu können, sei es für die hier in Deutschland lebenden Zuwandererfamilien entscheidend, dass sie die Sprache beherrschen. „Für eine gelingende Integration und die Möglichkeit zum sozialen Aufstieg sind gute Deutschkenntnisse die Voraussetzung. Wer kein Deutsch spricht, ist nur Zaungast in unserem Land. Jedes Kind sollte mit Eintritt in die Schule so gut Deutsch sprechen können, dass es dem Unterricht folgen kann. Umso wichtiger ist die Sprachförderung von Anfang an“, so Maria Böhmer weiter.

Deutsch lernen Migrantenkinder kaum noch in den eigenen Familien

Die Kinder aus Zuwandererfamilien beherrschen die deutsche Sprache immer schlechter


Lehrer und Erzieher wissen nicht, wie sie helfen können

„Jedes dritte Kind unter 5 Jahren kommt aus einer Zuwandererfamilie“, erklärt Maria Böhmer. Die Sprachdefizite dieser Kinder deuten sich oft bereits im Kindergarten an und wirken sich später vor allem in der Grundschule aus. Dennoch wissen Erzieher wie auch Lehrer nicht, wie sie mit diesen riesigen Sprachdefiziten umgehen sollen. Zwar gehört die Aufgabe der Sprachförderung in allen Bundesländern inzwischen zum Ausbildungsgang bei den Erziehern, dies allerdings in sehr unterschiedlicher Art und Weise und meist ohne praktische Erfahrungen. Auch bei den Lehrern ist die Situation ähnlich. So gaben 2012 bei einer Umfrage der Stiftung Mercator fast 70 Prozent der Lehrer an, dass weder Sprachförderung noch Deutsch als Zweitsprache Teil ihrer Ausbildung gewesen sei. Dabei unterrichten gute 70 Prozent der Lehrer Migrantenkinder, die eine gezielte Sprachförderung bräuchten. In Hamburg beispielsweise sprechen laut Statistikamt Nord rund 23 Prozent der Grundschüler zuhause kaum deutsch. In Bayern sind es immer noch 15 Prozent, während in NRW rund 18 Prozent der Schüler zuhause kaum deutsch sprechen.
Eine Lösung wären für Maria Böhmer deshalb spezielle Sprachfördererklassen, die autonom vom übrigen Unterricht angeboten werden: „Die Kinder dieser Gruppe kommen als Quereinsteiger an die Schulen. Ich halte es für geboten, sie zu Sprachförderklassen zusammenzufassen, um ihnen schnell ausreichende Deutschkenntnisse zu vermitteln. Dazu brauchen wir mehr Lehrkräfte und Sozialarbeiter."

Immer weniger Migrantenkinder beherrschen die deutsche Sprache gut genug, um dem Schulunterricht folgen zu können. Der Grund ist, dass sie in ihren Familien kaum oder gar nicht deutsch sprechen und es auf diesem Weg nicht lernen können.

Bildquelle: Dreamstime

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