Nachwuchs nach Transplantation

Es ist ein in Deutschland bislang einmaliger Erfolg der Medizin: Eine Frau, der Teile der Eierstöcke entfernt, tiefgefroren und schließlich wieder eingesetzt worden waren, hat jetzt auf natürlichem Weg Nachwuchs bekommen. Weltweit sind nur 15 ähnliche Fälle vermerkt.

In Erlangen ist den Ärzten der Universitätsfrauenklinik ein kleines Wunder gelungen: Im November 2011 hat eine Frau dort ein Kind zur Welt gebracht, die sich sechs Jahre zuvor Eierstockgewebe hatte entnehmen lassen, das anschließend eingefroren worden. Nach erfolgreicher Rückverpflanzung war sie auf natürlichem Weg schwanger geworden und kann jetzt ihren gesunden Nachwuchs in den Armen halten.

Nachwuchs trotz Chemotherapie

Im Jahr 2003 war die Frau, die sich nun über ihren gesunden Nachwuchs freuen darf, an Krebs erkrankt und musste sich einer Chemotherapie unterziehen. Da sie fürchtete, durch die aggressive Behandlung unfruchtbar zu werden, sich aber nach eigenem Nachwuchs sehnte, ließ sie sich mittels Bauchspiegelung Teile ihrer Eierstöcke entnehmen. Dieses wurde anschließend eingefroren. 2010 beschlossen die Ärzte, nachdem die Patientin fünf Jahre symptomfrei war, das Eierstockgewebe zurück zu transplantieren. Drei Monate später hatte die Frau zum ersten Mal seit Jahren wieder ihre Regelblutung. Nach hormoneller Stimulation kündigte sich im Februar 2011 der ersehnte Nachwuchs an.

Medizinischer Einzelfall

Mediziner in Erlangen erfüllten einer ehemals krebskranken Frau den Kinderwunsch


Eingefrorene Hoffnung auf Nachwuchs

Dass die Frau ihren Nachwuchs dem eingefrorenen Gewebe verdankt und nicht den im Leib verbliebenen Teilen ihrer Eierstöcke gilt als nachgewiesen. Die Ärzte betonten, dass das Eierstockgewebe, das vor der Krebstherapie nicht entfernt worden war, sich zurückgebildet habe und nicht mehr funktionsfähig sei. Ohne die tiefgefrorenen Teile ihrer Eierstöcke hätte die Frau keine Chance auf eigenen Nachwuchs gehabt. Der Fall bietet neue Hoffnung für an Krebs erkrankte Frauen, die sich Nachwuchs wünschen. Jedoch muss noch abgeklärt werden, ob nicht die Gefahr besteht, dass bei dieser Vorgehensweise auch Krebszellen eingefroren und zurück transplantiert werden.

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