Obduktion entlastet Berliner Charité

Die Obduktion des Säuglings, der am 5.Oktober im Deutschen Herzzentrum gestorben war, ergab einen natürlichen Tod. Die Berliner Charité, in der sich der Säugling zuvor mit Serratien-Keimen infiziert hatte, wird damit stark entlastet. Klinik-Chef Häupl ist erleichtert, durch die Obduktion konnte der Vorwurf der fahrlässigen Tötung zurückgenommen werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt dennoch weiter; nun wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Vor knapp einem Monat starb ein Säugling im Deutschen Herzzentrum. Als Todesursache wurde zunächst eine Infektion mit Darmkeimen befürchtet, die er sich in der Berliner Charité zugezogen hatte – wir berichteten. Die Obduktion des Säuglings ergab nun, dass er, in Folge einer riskanten Herzoperation, eines natürlichen Todes gestorben sei. Die Ermittlungen und Untersuchungen seien damit jedoch noch nicht abgeschlossen. Die Berliner Charité steht nach dem entlastenden Ergebnis der Obduktion weiterhin in der Kritik.

Obduktion schafft Klarheit

Lange musste die Charité Vorwürfe, wegen nicht ausreichender Hygiene, über sich ergehen lassen. Der Klink-Chef Karl Max Häupl war sich dennoch von Anfang an sicher, dass die Charité keinen Fehler gemacht hatte. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung des Säuglings führten schließlich dazu, dass eine Obduktion seines bereits begrabenen Leichnams einberufen wurde. Die Obduktion fand letzte Woche statt und ergab, dass das Baby trotz der Serratien-Infektion eines natürlichen Todes gestorben sei. Der Tod war die Folge einer „hochkomplizierten und riskanten Operation“, so die Aussage eines unabhängigen Rechtsmediziners. Der Säugling war mit einem Herzfehler zur Welt gekommen, eine Operation war unausweichlich.

Untersuchungen gehen auch nach Obduktion weiter

Obduktion entlastet die Charité - Säugling starb natürlichen Todes.

Obduktion ergab: Säugling starb nicht an Darmkeim.


Mit der Obduktion des Säuglings ist der Vorwurf des Verstoßes gegen die Hygienevorschriften, mit dem sich die Charité und das Deutsche Herzzentrum seither auseinander setzten müssen, nicht vom Tisch. Die Ergebnisse aus der Obduktion entlasten die Kliniken zwar, die Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) möchte trotzdem am 16. November ein Kontrollgremium einberufen. Auch Experte Klaus-Dieter Zastrow, vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Berliner Vivantes Kliniken, kritisiert die Charité weiter. Der Keim hätte sich laut seiner Aussage nicht auf 18 weitere Babys ausbreiten dürfen. Petra Gastmeier, vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité, entgegnete, dass die Vorschriften der Handdesinfektion in der Charité in 92% der Fälle eingehalten würden, was vergleichbar mit anderen Krankenhäusern in Deutschland ein sehr hoher Wert sei.

Die Ergebnisse der Obduktion des verstorbenen Säuglings entlasten Charité und Deutsches Herzzentrum – der Tod ging nicht auf eine Infektion mit den Darmkeimen zurück. Die Staatsanwaltschaft behält es sich aber vor, weiterhin wegen fahrlässiger Körperverletzung zu ermitteln. Auch Hygiene-Experten kritisieren die Ausbreitung der Serratien-Keime in der Charité weiterhin.

Bildquelle: Jkha/ Dreamstime

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